Kloster Bentlage PDF

Ufer der Ems, nördlich der Stadt Rheine im Münsterland. Ort der späteren Klostergründung, in dem von der Benediktinerabtei Werden erstellten Werdener Heberegister aus dem Jahr 890, das die dem Kloster abgabepflichtigen Kloster Bentlage PDF auflistet.


Författare: Werner Friedrich.

Jahrhundert wird der Ort als Buntlagi erwähnt, als die Länderei zum Unterhalt einer Eigenkirche des sächsischen Adelsgeschlechtes der Billunger, in deren Besitz sich Buntilagi mittlerweile befand, gestiftet wird. Im Jahre 1437 wurde die Kapelle samt zugehöriger Länderei und dem Haus des Rektors der Kapelle dem Hochstift Münster übergeben, das den Besitz am 5. März 1437 dem Orden vom Heiligen Kreuz mit der Erlaubnis einer Klostergründung überschrieb. Erster Prior des neuen Klosters wurde Johannes ter Borch aus Köln. Von dort und aus Wuppertal kamen auch die ersten Klosterbrüder. Zunächst nahmen die Brüder Quartier im Haus des ehemaligen Rektors der Gertrudenkapelle, das im Folgejahr niederbrannt.

Auch das Verhältnis zwischen dem jeweiligen Pfarrer der Dionysiuskirche und dem Kloster Bentlage war zunächst von Konkurrenz beherrscht, bis es in den Jahren 1459 und 1473 zu zwei förmlichen Vereinbarungen über die Abgrenzungen der Bezirke von Kloster und Dionysiuskirche kam. Zur Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis des Klosters und um ein ausreichend großes Grundstück für den geplanten Bau einer Klosteranlage zu erhalten, kauften die Kreuzbrüder dem Hochstift Münster den Hof Niederbentlage ab, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem kleinen Besitz lag. Diese große Ausgabe und auch eine ungeschickte Wirtschaftsführung der Anfangsjahre brachten das junge Kloster in ernste finanzielle Schwierigkeiten, die es in seiner Existenz bedrohten. Endgültig überwunden scheinen die Anfangsschwierigkeiten, als im Jahre 1463 mit dem Bau der großen Vierflügelanlage begonnen wurde. In dieser zweiten Hälfte des 15.

Jahrhunderts erlebte das Kloster seine Blütezeit und war in der Lage, seinerseits weitere Ordenshäuser zu gründen. Ferner gehörte dem Kloster eine Reihe von Handwerksbetrieben an. Der Höhepunkt der Klosterentwicklung war in den Jahren von 1490 bis 1500 erreicht, als das Kloster mehr als 50 Mönche beherbergte und dessen Grundbesitz 21 Landgüter und Höfe umfasste. Eine Quelle aus dem Jahr 1631 überliefert, dass nur noch sieben Chorherren im Kloster lebten.

Der Tiefpunkt war erreicht, als im Dreißigjährigen Krieg schwedische Truppen am 21. Der Wiederaufbau der Klosteranlage erstreckte sich bis ins Jahr 1662. Ab dieser Zeit begann wieder eine Zeit des langsamen Aufschwunges, als in der zweiten Hälfte des 17. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte ein erneuter Niedergang ein, der nicht mehr aufzuhalten war.

Im Jahre 1803 wurde die Bruderschaft im Zuge der Säkularisation aufgelöst. 1978 erwarb die Stadt Rheine die Gebäude und die umliegenden Ländereien. 1990 begann der Wiederaufbau des Komplexes, der zahlreiche für die Geschichtsforschung wertvolle Funde zu Tage brachte. Die Wiederaufbauarbeiten wurden im Jahr 2000 zum Abschluss gebracht und das Klosterschloss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Kloster wird als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ der Stadt Rheine unter der Bezeichnung „Kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage“ bewirtschaftet.

Es birgt ein Museum, welches die Kunst- und Kulturgeschichte Westfalens vom Mittelalter bis zur Gegenwart dokumentiert. Höhepunkt dieser Ausstellung sind zwei Reliquienschreine, die in ihrem Erhaltungszustand und Ausstattungsumfang im deutschsprachigen Raum einzigartig sind. Ausstellung über die Entwicklung der Moderne in Westfalen seit 1900. Schloss Bentlage als Ort der Kunstvermittlung weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt gemacht.