Kirchengeschichte in ökumenischer Verantwortung PDF

Dieser Artikel befasst sich mit dem jüngeren Gregor von Nazianz. Zu dessen Vater siehe Gregor von Kirchengeschichte in ökumenischer Verantwortung PDF der Ältere. Gregor von Nazianz, auch Gregorius von Nazianzus, altgr. Gregor wurde wenige Jahre nach dem Ersten Konzil von Nicäa geboren.


Författare: Wolfgang A. Bienert.
Im Gespräch zwischen evangelischen und orthodoxen Kirchen spielen die Väter der Kirche als gemeinsame Bezugsgröße eine besondere Rolle. Evangelische entdecken dabei die ökumenische Bedeutung der kirchlichen Tradition, Orthodoxe begegnen der reformatorischen Theologie. Wolfgang Bienert hat dem Dialog der EKD mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel durch zahlreiche Referate Impulse verliehen und die Ergebnisse der Gespräche regelmäßig kommentiert. Die hier ausgewählten Studien bilden somit ein Kompendium der Themen im evangelisch-orthodoxen Dialog der letzten drei Jahrzehnte. Zur Sprache kommen Schrift und Bekenntnis, aber auch Kirche, Sakramente und Rechtfertigung. Grundlegende Studien zur ökumenischen Bedeutung der Kirchenväter und zur Missionstheologie des Luthertums runden den Band ab.

Gregors Leben sind viele Einzelheiten bekannt, in erster Linie durch die zahlreichen erhaltenen Briefe, die auch wertvolle historische Zeitzeugen sind, aber ebenso durch die Grabreden, die er für seine Eltern und Geschwister und seinen Freund Basilius hielt. Gregor studierte in Caesarea in Kappadokien, in Caesarea in Palästina, Alexandria und Athen und war damit ein weitgereister und hochgebildeter Mann seiner Zeit. Nach dem Studium führte er zwei Jahre mit Basilius in Pontos ein asketisches Einsiedlerleben, geprägt durch körperliche Arbeit, intensives Bibelstudium und Gebet. Dann musste er seine Zeit teilen zwischen der Familienpflicht, seinem bereits 85 Jahre alten Vater in der Führung des Bistums zu helfen, und seinem Ideal, dem zurückgezogenen, asketischen Leben. 361 wurde er, sehr gegen seinen Willen, von seinem Vater zum Priester geweiht. Diese inneren Kämpfe schildert er eindrücklich in einer Predigt, die zu einem Klassiker über die Verantwortung des Priesteramts wurde, so dass sie noch heute im Katechismus der Katholischen Kirche zitiert wird.

Protagonist im Kampf gegen den Arianismus. Um seine Position politisch zu stärken, machte er seinen Freund Gregor von Nazianz und seinen Bruder Gregor von Nyssa zu Bischöfen, wovon keiner der beiden besonders begeistert war. Nach dem Tod seiner Eltern und Geschwister zog sich Gregor, selbst bei schlechter Gesundheit, ein weiteres Mal in die ersehnte Einsamkeit zurück. 379 wurde er jedoch von der kleinen orthodoxen Gemeinde als einziger orthodoxer Priester im arianisch dominierten Konstantinopel berufen.

380 wurde er unter Begeisterungsstürmen der Bevölkerung zum Metropoliten von Konstantinopel ernannt. Er hatte beträchtlichen Einfluss auf die Entscheidungen des ersten Konzils von Konstantinopel, das er anfänglich leitete. Brunnen und einem Garten als einzigem Luxus. Seine Gebeine wurden lange in Konstantinopel verehrt, jedoch 1204 beim vierten Kreuzzug von den westlichen Katholiken geraubt und danach im Petersdom von Rom aufbewahrt. 2004 wurden sie von Papst Johannes Paul II. Askese und geistliche Disziplin sind eng verbunden mit theologischer Einsicht.