Kind, Familie und Umwelt PDF

Leid und die Frage -„Warum läßt Gott das zu? Ich will keine theologische Abhandlung über dieses Thema schreiben, sondern praktische Ratschläge geben. Ich grenze bewußt das Thema Scheidung und Wiederverheiratung aus und konzentriere kind, Familie und Umwelt PDF auf die Scheidungskinder und ihre besondere Problematik. Immer mehr Menschen kennen wir, die geschieden oder selbst Scheidungskinder sind.


Författare: Donald Woods Winnicott.

Wir wissen heute, dass die ersten Eindrücke des Säuglings und Kleinkindes für sein Leben mitbestimmend sind. Darum ist es so wichtig, dass die Eltern verstehen lernen, was für ein Wesen das Kleinkind ist und wie sie seine Bedürfnisse besser befriedigen können. Dieses Verständnis für seine Lebenssituation vermittelt der Verfasser in Ausführungen zum Mutter-Kind-Verhältnis und über die wichtige Rolle des Vaters, um so ein angemessenes Familienklima zu schaffen.

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen und alles wieder ungeschehen machen. Wir müssen lernen, diese Menschen anzunehmen, uns mit ihrer besonderen Problematik auseinandersetzen und helfen. Ich möchte zeigen, auf wie viele Weisen eine Scheidung das spätere Leben der Scheidungskinder beeinflußt, wobei sich im einzelnen große Unterschiede zeigen können. So spielt etwa das Alter, in dem die Kinder die Scheidung der Eltern miterleben, eine wichtige Rolle. Aber die 4-12-jährigen haben es schwer, weil sie besonders in diesem Alter beide Elternteile brauchen, um psychosoziales Verhalten zu lernen.

Dennoch möchte kaum ein Kind die Scheidung der Eltern. Es finden sich nur sehr wenige Kinder, die in der Scheidungsvorphase andere Wunschvorstellungen signalisieren können, als solche nach der Wiederherstellung der Familie. Eine Ehe zu beenden ist ein enorm bedeutungsvoller Schritt mit psychischen Folgen, die nicht verschwinden, wenn ein juristisches Urteil gefällt wurde. Das Leben geht weiter und die Kinder haben damit zu leben. Damit war im Jahr 1994 jedes 7.

Fast jede dritte Ehe wird wieder geschieden, am häufigsten im vierten Jahr ihres Bestehens. Die meisten Kinder erleben die Trennung ihrer Eltern mit, wenn sie zwischen drei und dreizehn Jahre alt sind, also in den besonders ungünstigen Altersstufen. Der Trennung geht eine lange Zeit des Konflikts zwischen den Ehepartnern voraus. Die ersten zwei Jahre nach der Scheidung werden Krisenperiode genannt. Für die Kinder beginnt die Krise mit Schock, Angst und Wut, wenn sie erfahren, daß die Ehe ihre Eltern zerbrochen ist.

Die Resultate von 32 Untersuchungen in den letzten 15 Jahren zeigen, daß die erwachsenen Kinder geschiedener Eltern mehr Probleme und niedrigere Werte in bezug auf ihr Wohlbefinden haben als Erwachsene, deren Eltern verheiratetet blieben. Sie sind häufiger depressiv, fühlen sich weniger mit dem Leben zufrieden, sie sind im Schnitt weniger gut ausgebildet und sie haben weniger angesehene Berufe. Sie gehen als Erwachsene Beziehungen ein mit dem Gefühl, schlechte Karten zu haben. Häufig bezeichnen sie sich als die Opfer der Scheidung und ihre Kindheit und Jugend als die unglücklichste Zeit ihres Lebens. Angst, genau das gleiche zu erfahren – mit 40 geschieden, einsam und depressiv zu sein, wie die eigene Mutter.

Scheidungskinder fühlen sich beraubt und „entrechtet“, weil sie nie die Gelegenheit hatten, liebevolle Beziehungen zu erleben. Dazu kommen Zweifel, Ängste, Überempfindlichkeiten, Wut und der Kampf um die Befreiung von der Vergangenheit. Welche Probleme in ihrem Leben auch immer auftauchen: Scheidungskinder neigen dazu, die Scheidung ihrer Eltern dafür mitverantwortlich zu machen. Die Scheidung untergrub ihr Gefühl für Sicherheit.