Kein Tiger in Sicht PDF

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Författare: Claudia Keller.
Claudia Keller erzählt mit trockenem Witz, sarkastisch, boshaft und treffsicher aus dem Frauenalltag. Sie erzählt von weiblichen Singles und ihren oft ungewöhnlichen Partnern, von nervigen Freundinnen und Generationskonflikten, vom täglichen Lieben und Leiden. Von Männern, die sich für unwiderstehlich halten, auch wenn sie eher unausstehlich sind. Und von Männern, die der Jugend Maienblüte längst hinter sich gelassen haben und dennoch meinen, Frauen, die nicht mehr achtzehn sind, müßten ihnen dankbar sein, wenn sie sich ihrer erbarmten. Denn wie heißt es doch so treffend: 'Eine Frau über Fünfunddreißig läuft eher Gefahr, von einem Tiger gefressen zu werden, als einen Mann zu finden.'
(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

Seit 1965 befanden sich amerikanische Kampftruppen offiziell in Südvietnam. Zuvor agierten dort amerikanische Militärs im Beraterstatus, 1963 waren es 16. Die mit der ständigen Erhöhung von Truppenanzahl und Feuerkraft verbundenen, immer wieder öffentlich vorgetragenen Versprechungen militärischer und politischer Erfolge blieben unerfüllt. In Vietnam wurde ein asymmetrischer Krieg geführt. Vollkommen unterschiedlich ausgerüstete und geschulte Kämpfer trafen aufeinander, das Verständnis von Kriegsführung war jeweils ein anderes. Dabei präferierte er den Kampf in Klein- und Kleinstgruppen. Grundsätzlich kombinierte die Tiger Force als Recondo unit Aufklärungs- und Kommandofunktionen.

Bereits bei der Gründung der Tiger Force war eine nur lose Anbindung an übergeordnete Truppenteile beabsichtigt. Einige Offiziere erblickten darin die Gefahr einer Verselbständigung, aber William Westmoreland, der Oberkommandierende der amerikanischen Truppen in Vietnam, beharrte darauf, dass derartig autonome Einheiten im Guerillakrieg notwendig seien. Die Tiger Force wurde in der Regel vor schwierige Aufgaben gestellt. So sollte sie Guerilla-Einheiten den Rückzug abschneiden oder deutlich größere Einheiten der US-Armee entsetzen, wenn diese in schwere Feuergefechte verwickelt waren. Februar 1966 traf die Tiger Force beispielsweise auf sehr gut verschanzte feindliche Einheiten. Kurz vor ihrer Verwendung im Song Ve-Tal und anschließend im Dschungel von Quảng Tin geriet die Tiger Force am 15. Mai 1967 westlich von Duc Pho in einen Hinterhalt nordvietnamesischer Soldaten.

In dem mehrstündigen Gefecht erlitten 25 GIs Verletzungen, zwei starben. Mai 1967 bis November 1967 Dienst in der Tiger Force, als Angehörige dieser Einheit Kriegsverbrechen verübten. Zeitgleich waren jedoch stets nur rund 45 Mann im Einsatz, oft wochenlang in Kleingruppen unterwegs und weit abseits ihres Basiscamps. Nach November 1967 wurde die Tiger Force verlegt. Die Angehörigen der Tiger Force trugen keine regulären Uniformen, sondern Tarnanzüge ohne Truppen- und Rangabzeichen. Anstelle des Stahlhelms benutzen sie breitkrempige Allwetterhüte. Den Männern war erlaubt, sich Bärte wachsen zu lassen.

Zu den Auffälligkeiten dieser Einheit gehörte, dass sie in keiner einzigen Registratur der US-Armee verzeichnet war. Die Tiger Force zählte jedoch formal zum 1. Die Provinzen Quảng Ngãi und Quảng Tin gehörten zur I Corps Tactical Zone. In dieser nördlichsten der insgesamt vier Corps Tactical Zones bündelte sich das Kriegsgeschehen. Das Song Ve-Tal liegt in der Provinz Quảng Ngãi. Es ist rund sieben Kilometer lang und zehn Kilometer breit und zählte damals zu den fruchtbarsten Landstrichen Vietnams. Die buddhistischen Bauern des Flusstales unterstützten den Vietcong nicht aktiv, sondern versuchten, sich aus dem Krieg herauszuhalten.