Kann sich das politische System aus der systemtheoretischen Betrachtungsweise auflösen? PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Gerechtigkeitstheorien dienen der systematischen Bestimmung, was Gerechtigkeit ist und der Begründung, wie Gerechtigkeit in einer gesellschaftlichen Ordnung wirksam werden soll. Die Frage nach der Natur der Gerechtigkeit ist seit der griechischen Antike Gegenstand kann sich das politische System aus der systemtheoretischen Betrachtungsweise auflösen? PDF Erörterungen. Frühe Erklärungen griffen dabei auf metaphysische Begründungen zurück. So wurde Gerechtigkeit als eine in der Natur vorhandene Ordnung oder als göttlichen Ursprungs verstanden.


Författare: Sonia Robak.
Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Medien / Kommunikation – Medien und Politik, Pol. Kommunikation, Note: 1,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Kommunikationswissenschaften), Veranstaltung: Politische Analyse der Öffentlichkeit, Sprache: Deutsch, Abstract: […] Jedes soziale System versucht Ordnung zu schaffen, indem es sich auf verschiedenen
Ebenen konstituiert, um so nach festgelegten Regeln funktionieren
zu können. Aufgrund dessen ist es relevant zu definieren, "[…] wer und was dem
System zugehören soll und was nicht, […] wer was zu tun hat, und […] wer wie
viel gilt und was zu sagen hat" (Gerhards/Neidhart 1990: 29). Somit wie ein System
entsteht, wie es funktioniert, und somit wie es sich auflösen kann. Aus der
Systemtheorie ist zu entnehmen, dass jedes Funktionssystem seiner eigenen
Logik (binärer Code) folgt, autonom ist, wobei es zugleich strukturell an andere
Systeme gekoppelt ist. Dazu übernimmt es eine exklusive Funktion. Es ist autopoietisch
und beobachtend. Aufgrund all dieser Annahmen, wie ein System funktioniert
und beschrieben werden kann, wird im Zuge dieser Arbeit die Fragestellung
behandelt, ob sich das politische System, als Teilsystem der Gesellschaft,
aus der systemtheoretischen Betrachtungsweise auflösen kann.
Das Ziel dieser Arbeit ist die relevantesten (aus Sicht der Autorin) Begriffe der
Luhmann’schen Theorie darzustellen, das politische System aus Sicht Luhmanns
zu beschreiben und anschließend eine Antwort auf die zuvor gestellte Frage geben.
Die Vorgehensweise dieser Arbeit ist hermeneutisch, die herangezogenen
Befunde werden argumentativ untermauert und können auf einer sehr abstrakten
und theoretischen Ebene angesiedelt werden.
Luhmann modelliert das politische System als Teilsystem, genauer als Leistungssystem
im Funktionssystem der Öffentlichkeit. Um entsprechend in das
Thema einzuleiten, beginnt die Arbeit, mit der Erläuterung der relevantesten systemtheoretischen
Begriffe, um im dritten Punkt des vorliegenden Beitrages das
politische Teilsystem systemtheoretisch charakterisieren zu können. Im darauf
folgenden Kapitel befasst sich diese Arbeit mit der Auseinandersetzung, ob sich
das politische Teilsystem auflösen kann und versucht die möglichen Indikatoren,
die diesen Prozess bedingen könnten, herauszuarbeiten.

In der römischen Gesellschaft bildeten sich allmählich die kodifizierten Rechtsvorschriften stärker aus. Gerechtigkeit wurde zwar immer noch mit einer persönlichen Haltung verbunden, war aber zum Beispiel bei Cicero schon stärker an der gesellschaftlichen Ordnung orientiert. So beginnt die Rechtssammlung des Kaisers Justinian I. Die Vorschriften des Rechts sind diese: ehrenhaft leben, den anderen nicht verletzen, jedem das Seine gewähren. Mit der Neuzeit kam es schrittweise zu der Lösung von der Vorstellung einer gottgegebenen Ordnung.

Gerechtigkeit wurde bei Thomas Hobbes als notwendiges Prinzip aus der Natur der Menschen begründet. Die Erkenntnis, dass Gerechtigkeit nicht aus einem höheren Prinzip abzuleiten ist, führte zu einer Kritik an den bürgerlich-liberalen Gerechtigkeitsauffassungen, die von Karl Marx über Friedrich Nietzsche, Walter Benjamin bis hin zu Jacques Derrida reicht. Ein neuer Ansatz in der Diskussion entstand mit der Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls, die allgemeine Prinzipien für die gerechte Gestaltung der Gesellschaft in der Fortentwicklung kantischer Vorstellungen bietet. Eine klassische Unterscheidung von Gerechtigkeitstheorien ist die, ob ihre Begründung auf Naturrecht oder Vernunftrecht beruht.

Die Naturrechtslehren besagen, dass Gerechtigkeit als Maßstab durch etwas bedingt ist, was unabhängig vom Menschen, aber auch unabhängig von Raum und Zeit Gültigkeit hat. Eine andere Ebene der Einteilungen von Gerechtigkeitstheorien ist die nach empirischen und normativen Theorien. Empirische Theorien beruhen auf Verfahren der Gerechtigkeitsforschung. Diese bieten keine aus logischen Argumenten abgeleitete Prinzipien, sondern praktische in den Gesellschaften schon vorhandene Begründungen. In der Debatte der Gegenwart werden vor allem Utilitarismus, Liberalismus, Kommunitarismus und Diskursethik als gegensätzliche philosophische Positionen unterschieden. Diese Sammelbegriffe kennzeichnen bestimmte Aspekte der jeweiligen Gerechtigkeitstheorien.

In der Rechtsphilosophie gibt es Bemühungen, eine systematische Klassifizierung von Gerechtigkeitstheorien auszuarbeiten. Ziel ist es, eine vergleichende Grundlage für einen analytischen Theorienvergleich zu schaffen. Die nietzscheanische Grundposition Als nietzscheanisch kennzeichnet Tschentscher Positionen, die die Begründbarkeit ethischer Werte ablehnen. Hierunter sind alle Auffassungen der Gerechtigkeitsskepsis, eines Nonkognitivismus und eines reinen Rechtspositivismus zusammengefasst. Sokrates hat selbst nichts Schriftliches hinterlassen. Gemäß der Überlieferung seiner Schüler Platon und Xenophon stand die Gerechtigkeitsfrage im Vordergrund seiner Ethik.

Er sah gerechtes Handeln als Voraussetzung für das anzustrebende Gute, das er mit dem Glück gleichsetzte. Nicht jedes überlieferte Gespräch zeitigte Ergebnisse. Dialoge werden vom Kontrahenten ergebnislos beendet, Fragen bleiben häufig offen, Zweifel bestehen, gemäß Sokrates’ von Platon überkommenem Grundsatz: Ich weiß, dass ich nicht weiß. In den Dialogen zeigt sich Sokrates immer, wie Platon und Xenophon aufzeigen wollen, seinen Adressaten moralisch überlegen. Gesprächspartner in die Enge trieb und daher von vielen gemieden wurde. Urteil nach Recht und Gesetz ein. Aufschlüsse über die Person und das Denken des Sokrates sind nur indirekt möglich, die Zeugnisse bewegen sich zwischen Apologie und Ressentiment, so dass sokratische Positionen nicht mehr vollständig zu rekonstruieren sind.

Platon setzt sich an verschiedenen Stellen seiner Werke mit der Frage nach der Definition der Gerechtigkeit auseinander. Dabei diskutiert und verwirft er zunächst Gerechtigkeitsdefinitionen einzelner Sophisten, die in seinen Dialogen als literarische Gesprächspartner auftreten. Politiker Kallikles die Auffassung, dass die Gesetze vor allem den Schwachen und der breiten Masse dienen. Vor dem Hintergrund der zu seiner Zeit offensichtlich intensiven Debatte um die Gerechtigkeit entwickelt Platon in seinem Werk Politeia eine eigene Konzeption der Gerechtigkeit als Seelenvermögen. Gerechtigkeit ist eine Funktion der Seele, so wie Augen und Ohren die Funktion des Sehens und Hörens für den Leib haben.

Gebührende zukommen soll und Gutes mit Gutem, Böses mit Bösem zu vergelten ist, als Definitionsmerkmal der Gerechtigkeit zu akzeptieren. Der Philosoph erläutert sein auf die Einzelperson bezogenes Gerechtigkeitskonzept mit dem Modell eines idealen gerechten Staates in Verbindung. Die Gerechtigkeit im Staat ist derjenigen in der einzelnen Seele analog. Im Staat gibt es drei Klassen von Bürgern, die über unterschiedliche Fähigkeiten und Qualifikationen verfügen. In einem gerechten Staat übernimmt jeder eine Funktion, die seinen Fähigkeiten entspricht.

Aristoteles hat zum Thema Gerechtigkeit im 5. Buch der Nikomachischen Ethik, seinem ethischen Hauptwerk, eine systematische Analyse vorgelegt. Er versteht unter Gerechtigkeit Tugend in vollkommener Ausprägung. Denn sie sei nicht nur auf den Einzelnen selbst, sondern auf den Mitbürger bezogen. Die Verteilungsgerechtigkeit betrifft Güter wie Ehre, Geld oder Ämter.