Journal für Ornithologie, 1893, Vol. 41 PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die gleichnamige brasilianische Automarke siehe Journal für Ornithologie, 1893, Vol. 41 PDF Fiberglass. Sie ist die größte und bevölkerungsreichste Insel des Archipels. Das Landschaftsbild ist von steilen Gipfeln geprägt, deren höchster, der Mont Orohena auf Tahiti Nui, 2241 m emporragt.


Författare: Jean Cabanis.

Die höchste Erhebung auf Tahiti Iti ist der Mont Ronui mit 1332 Metern. Fließgewässer haben tiefe Täler eingegraben, die von schroffen Felsgraten begrenzt werden. Das unbewohnte Inselinnere ist dicht mit tropischer Vegetation bewachsen und wird von unbefestigten Wegen und Fußpfaden nur stellenweise erschlossen. Entgegen der verbreiteten Meinung ist Tahiti keineswegs von weißen Stränden umgeben. Die Insel hat nur verhältnismäßig wenige natürliche Strände, die überwiegend aus schwarzem, basaltischem Sand bestehen und hauptsächlich entlang der Westküste verteilt sind. Die gepflegten, weißen Hotelstrände sind in der Regel künstlich angelegt. Tahiti besteht aus zwei erloschenen Vulkanen, die aus einem Hot Spot unter der Pazifischen Platte entstanden sind.

Die Insel bewegt sich mit der Pazifischen Platte mit ca. 12,5 cm pro Jahr in Richtung Nordwest. Für die beiden Inselteile wurde ein Alter von 0,5 bis 2 Millionen Jahre ermittelt, wobei Tahiti Iti deutlich jünger ist als Tahiti Nui. Die Riffbildung des geologisch recht jungen Atolls ist noch nicht fortgeschritten, das Saumriff um die Insel ist noch nicht vollständig geschlossen.

C, wobei sich die einzelnen Monate nur unwesentlich unterscheiden. Die regenreichsten Monate sind Dezember und Januar mit mehr als 300 mm Regen. Die Vegetation Französisch-Polynesiens ist von zwei Besonderheiten gekennzeichnet: einem hohen Anteil endemischer Pflanzen bei einer relativen Artenarmut. Die isolierte Lage der Inseln und die Tatsache, dass sie niemals mit einer kontinentalen Landmasse verbunden waren, erklärt die hohe Zahl endemischer Pflanzen. Im Südpazifik breiteten sich die Pflanzen von West nach Ost aus. Die gebirgigen Teile Tahitis sind mit einem üppig wachsenden, größtenteils noch naturbelassenen Bergregenwald bedeckt. In den ständig feuchten und schattigen Tälern wachsen Farne, darunter zahlreiche endemische Arten.

Inzwischen hat der Mensch die Flora auf dem dicht besiedelten Tahiti entscheidend verändert. Bereits die ersten polynesischen Siedler führten ursprünglich nicht auf der Insel heimische Nutzpflanzen ein, zum Beispiel den Taro. Landschaft bereits in protohistorischer Zeit großflächig umgestaltet. Weitere Pflanzen brachten die Europäer nach Tahiti, die sich teilweise ausgewildert und zu einem Problem für die einheimische Flora entwickelt haben.

Ein Beispiel ist die ursprünglich aus Südamerika stammende Guave. Die Pflanze wurde wegen ihrer wohlschmeckenden Früchte eingeführt und fand auf Tahiti beste Wachstumsbedingungen vor. Tropische Früchte werden überwiegend für den eigenen Bedarf angebaut, die Mitte des 19. Jahrhunderts von den Franzosen eingeführte Tahiti-Vanille wird hingegen exportiert und ist wegen ihrer hervorragenden Qualität sehr begehrt. Die größeren Tiere Polynesiens wurden alle vom Menschen eingeführt. Bereits die ersten Siedler brachten Hunde, Schweine, Hühner und die Pazifische Ratte als Nahrungstiere mit, die Europäer führten Ziegen, Kühe, Schafe und Pferde ein. Indigene Landtiere sind lediglich Insekten, Krebse, Schnecken und Eidechsen.

Endemische oder indigene Landvogelarten wie die Rotschnabelralle, der Tahiti-Laufsittich oder die Tahititaube waren wenige Jahre nach Ankunft der Europäer auf Tahiti ausgestorben. Für den Menschen gefährliche Tiere gibt es auf Tahiti nicht, insbesondere keine Schlangen. Die Meeresfauna des Korallenriffes ist sehr artenreich. Spuren der ersten Siedler sind kaum vorhanden. Adel, polynesisch ari’i oder ariki, an der Spitze der Gesellschaft. Souveräne, die sich aus den alten Adelsfamilien rekrutierten.

Auf Tahiti gab es deren acht, die jeweils einem Stamm vorstanden. Diese Familien stellten auch die höchsten Priester, in der Regel nachgeborene Söhne. Freien, polynesisch raatira, das waren im Wesentlichen die Kleingrundbesitzer, Handwerker, Bootsbauer, Tätowierer und Künstler. Im Kriege waren sie die engsten Gefolgsleute der Ariki. Die Grenzen zwischen den Raatira und den untersten Stufen des Kleinadels waren fließend. Hörigen, polynesisch manahune, die die Felder in Abhängigkeit von den Grundherren bestellten.

Die Produkte mussten sie größtenteils abführen. Das Herrschaftssystem Tahitis bezog sowohl Merkmale der mittelalterlich-europäischen Feudalgesellschaft als auch der Kastengesellschaft hinduistischer Prägung ein. Eine besondere Rolle innerhalb der polynesischen Gesellschaft Tahitis nahm der Geheimbund der Arioi ein, der sowohl von religiöser, als auch von machtpolitischer Bedeutung war, letzteres durch Repräsentation und Prachtentfaltung zum Ruhm der Herrscherhäuser. Zur Zeit der Kulturblüte, das heißt vor der europäischen Entdeckung, hatte Tahiti vermutlich 35.