Inter Finitimos 10 (2012) PDF

Deutschen, aber auch viele Polen zu Tode kamen. Das Geschehen spielte sich vor dem Hintergrund latenter sowie offener Spannungen zwischen der jungen Republik Polen mit inter Finitimos 10 (2012) PDF mehrheitlich polnischstämmigen Bevölkerung und der zahlenmäßig starken deutschsprachigen Minderheit ab.


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Inter Finitimos präsentiert erstmals publizierte oder ins Deutsche übersetzte Beiträge zu wichtigen Fragen aus dem Gebiet der kulturwissenschaftlichen Disziplinen; bietet ein Forum, das laufende oder gerade abgeschlossene Forschungsarbeiten und Projekte zu den deutsch-polnischen Beziehungen im Überblick vorstellt und somit Kooperation und Diskussion fördert; stellt Institutionen aus Deutschland und Polen vor.

Befragungen gefangener polnischer Soldaten, Volksdeutscher aus Bromberg und Umgebung sowie polnischer Zivilisten zu den Vorfällen am 3. Der Rechtsmediziner Gerhart Panning, Leiter der im Rahmen der pathologisch-anatomischen Abteilung der Militärärztlichen Akademie zum 1. Mai 1938 neu geschaffenen gerichtlich-medizinischen Untersuchungsstelle, führte vom 21. Die Vernehmung eines polnischen Vizefeldwebels ergab nach den deutschen Unterlagen, dass die bei Bromberg stationierten polnischen Truppenteile, als Folge einer aus der Stadt zu hörenden Schießerei, eine Patrouille in den Ort geschickt hätten, um die Lage zu klären. Richterliche Befragungen von Zeugen in den Monaten nach den Vorfällen ergaben oftmals die Beteiligung einzelner Soldaten in polnischen Uniformen an Ermordungen.

In diesen Fällen wurden die Soldaten von Zivilisten zu den Häusern von Volksdeutschen geführt, aus denen angeblich Schüsse gefallen waren. Die ausbrechende Panik, die durch deutsche Luftangriffe und die ungeordnet durch den Ort ziehenden Teile polnischer Armeeeinheiten angefacht wurde, soll dann schließlich das Klima geschaffen haben, in dem die meisten Morde und Misshandlungen durch polnische Zivilisten und Soldaten an Volksdeutschen stattfanden. Gerichtsmedizinische Untersuchungen der Opfer durch deutsche Stellen dokumentierten anschließend teils schwere Verstümmelungen an den Leichen. Sie erwiderten das Feuer, wurden jedoch kurz darauf auch vom Turm der Jesuitenkirche aus unter Beschuss genommen.

Jeder Zivilist, bei dem eine Waffe gefunden wurde, soll von den Soldaten anschließend erschossen worden sein. Bei späteren Vergeltungsaktionen durch die Nationalsozialisten seien 10. Juni 2004 eine Untersuchung der Vorgänge in Bromberg zwischen dem 3. 2008 gab das IPN ein Weißbuch heraus, in dem es Indizien zusammenstellte. Großes Gewicht wurde dabei auf Berichte des polnischen Heeres und auf Aussagen von Soldaten gelegt, die einhellig von in Bromberg gesichteten deutschen Freischärlern berichteten. Doch muss die Aussagekraft solcher Dokumente bezweifelt werden.

Unstrittig ist, dass in Bromberg geschossen wurde. Strittig ist dagegen, auf wen und ob es sich um deutsche Provokateure oder polnische Partisanen handelte. Eine nicht genau zu ermittelnde Zahl von Deutschen wurde in diesem Zusammenhang getötet. Christian Zentner schreibt, der polnische Militärkommandant von Bromberg habe ein Massaker an mehreren Tausend deutschen Brombergern befohlen. Liste der in der Stadt Bromberg ermordeten Deutschen erstellt.

Insgesamt bewegen sich die Angaben über die Zahl der volksdeutschen Opfer in der Literatur meist zwischen 700 und 1200 Menschen. Die Schwankungen ergeben sich unter anderem oft aus der Frage, ob nur die Opfer in der Stadt Bromberg selbst gezählt wurden, oder ob man die Opfer in den umliegenden Gemeinden miteinbezieht. Da von den Nationalsozialisten keine Auszeichnungen oder sonstige Ehrungen an Mitglieder von Militäreinheiten oder Sondereinheiten für Aktionen im fraglichen Zeitraum im Raum Bromberg vergeben wurden und sich überhaupt die Anwesenheit oder Abwesenheit regulärer deutscher Truppen in diesem Gebiet am 3. Die Ausschreitungen in Bromberg sind Teil der polnischen Übergriffe auf Volksdeutsche in Polen zu Beginn des Polenfeldzuges. In einer Dokumentation des Auswärtigen Amtes vom November 1939 wurde die Gesamtzahl der während dieser Ereignisse ermordeten Angehörigen der deutschen Minderheit in Polen mit 5437 Toten angegeben. Massenverhaftungen nach vorbereiteten Listen, planlose Märsche, auf denen vor allem die Alten und Kinder den Strapazen zum Opfer fielen, Exekutionen, Morde und Brandstiftungen waren an der Tagesordnung.

Für die nationalsozialistische Propaganda erwiesen sich die Ereignisse in und um Bromberg als Anlässe, den Kriegskurs und das harte Vorgehen gegen die polnische Bevölkerung der eigenen Bevölkerung und dem Ausland gegenüber zu rechtfertigen. Die Bromberger Ereignisse im September 1939. Markus Krzoska: Der ‚Bromberger Blutsonntag‘ 1939. Militzke, Leipzig 2002, ISBN 3-86189-249-9, S. Ein gerichtsärztlicher Bericht in: Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 34, 1941, S. Erich Kuby: Als Polen deutsch war. Neue Dokumente und Archivquellen sollen belegen, dass polnische Truppen von Abwehr-Agenten und Angehörigen der deutschen Minderheit beschossen wurden.