Identität und Selbstkonzept PDF

Die Identität und Selbstkonzept PDF Selbstbild, Selbstwert, Selbstkonzept und Selbstbewusstsein überschneiden sich thematisch. Das Selbstkonzept umfasst die Wahrnehmung und das Wissen um die eigene Person. Dazu gehört das Wissen über persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben, Gefühle und Verhalten.


Författare: Matthias Wittig.
Diese Studie verbindet erstmals auf systematische Weise literatur- und geschichtswissenschaftliche Fragestellungen in der Analyse einer noch kaum erforschten Gattung, der japanischen Unternehmer-Autobiographie. Ausgangspunkt ist die Selbstzeugnisforschung, die in jüngster Zeit sowohl in den Geschichts- wie auch in den Literatur- und Kulturwissenschaften und darüber hinaus wichtige Impulse setzte. Vier bislang unübersetzte Autobiographien japanischer Unternehmer, geschrieben am Ende des 20. Jahrhunderts, erbringen Erkenntnisse über das Selbstverständnis sowie die Gruppenkultur japanischer Wirtschaftsführer in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Phase des Hochwachstums und der akzelerierten Globalisierung. Zugleich leistet die Studie einen Beitrag zur Analyse von Techniken der Selbstkonstruktion und bietet Material für eine Fülle weitergehender historischer oder theoretisch-systematischer Fragestellungen in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Sozialpsychologie und Textsortenanalyse.
Die Unternehmerautobiographien:
Tsukamoto Kōichi: Ich werde am Leben gelassen – Konstruktion und Legitimation der eigenen Unternehmerpersönlichkeit vor dem Hintergrund eines göttlichen Plans
Ishibashi Nobuo: Der Bergaffe von Yoshino – Konstruktion der Unternehmerperson vor dem Erfahrungshintergrund erlittener Kriegsgefangenschaft
Higuchi Hirotarō: Einen Präzedenzfall gibt es nicht, darum mache ich es! – Lebensbeschreibung eines Individualisten
Inamori Kazuo: Für die Gesellschaft und für die Menschen – Multiunternehmer und spiritueller Intellektueller

In der aktuellen pädagogisch-psychologischen Forschung sind Herbert Marsh und Richard J. Zu den vererbten Faktoren gehören Temperament, gewisse Persönlichkeitsdispositionen usw. Zu den sozialen Faktoren, die bestimmend für das Selbstkonzept sind, gehören u. Insbesondere wenn die Gruppe eine Minderheit darstellt, sind sich Personen ihrer sozialen Identität stärker bewusst.

Soziale Rolle: Die Rollen, die Menschen im täglichen Leben mehr oder weniger freiwillig übernehmen, bestimmen auch deren Selbstbild. An bestimmte Rollen sind bestimmte soziale Anforderungen geknüpft, nach denen man sich meistens unbewusst verhält und sich so der Rolle anpasst. Ein berühmtes Experiment, das die Übernahme rollenspezifischen Verhaltens auch entgegen der ursprünglichen Einstellung zeigte, ist das Stanford-Prison-Experiment von Philip Zimbardo. Erfolge und Misserfolge: Die Konsequenzen des Verhaltens von Personen und ihre Äußerungen beeinflussen ebenfalls die Bildung ihres Selbstbildes. Erfährt man viele Misserfolge, schätzt man die eigenen Fähigkeiten eher als gering und weniger wertvoll ein. Wert auf Gruppenzugehörigkeit, auf die Meinung und die Ansichten anderer und das Wohl der Gemeinschaft.

Hier entsteht ein eher interdependentes Selbstkonzept. Dieses schließt andere Personen und Gruppen in das eigene Selbstkonzept mit ein. Individualistische Kulturen legen mehr Wert auf Leistung und Persönlichkeitsmerkmale des Einzelnen. Hier entsteht ein eher independentes Selbstkonzept. Dieses umfasst kaum andere Personen und gründet sich mehr auf eigenen Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Fertigkeiten. Der Begriff des Selbstkonzeptes unterscheidet sich insofern von dem Konzept der Identität, als dass ersteres von der Realität abweichen kann. Selbstschemata, possible selves und das Selbstkonzept besitzen wichtige Funktionen.

Selbstschemata beeinflussen und organisieren die Verarbeitung selbstbezogener Informationen. Sie dienen als Grundlage für Entscheidungen, Beurteilungen und Folgerungen in Bezug auf die eigene Person. Die grundlegende Funktion des Selbstkonzeptes ist die Strukturierung der Wahrnehmung und Interpretation selbstbezogener Informationen. Ein angemessen ausgeprägtes Selbstkonzept stellt einer Person einen kontextualisierten Bewertungs- und Interpretationsrahmen für die gegenwärtige Wahrnehmung ihres Selbst zur Verfügung. Epstein zufolge ordnet das Selbstkonzept Erfahrungen, die eine Person in sozialen Interaktionen gesammelt hat, in vorhersagbare Sequenzen von möglichen Verhaltensweisen und Reaktionen. Als weitere grundlegende Funktion gibt er an, dass das Selbstkonzept versucht, eigene Bedürfnisse im Sinne einer wohltuenden Balance von Behagen und Unbehagen zu erfüllen. Gleichzeitig wird angestrebt, Missbilligungen durch andere und beklemmende Gefühle der Ängstlichkeit zu vermeiden.