Heideggers Bestimmung des Bösen PDF

Heideggers Bestimmung des Bösen PDF stammte aus einer alteingesessenen schwäbischen Pfarrersfamilie. Der Vater Joseph Friedrich Schelling, zunächst Pfarrer und Diakon in Leonberg, ab 1777 Lehrer am Höheren Seminar des Klosters Bebenhausen, war ein angesehener Orientalist.


Författare: AleS Novák.
Das Denken Martin Heideggers (1889-1976) ist ontologisch ausgerichtet, und so behandelt auch die vorliegende Schrift genuin "ethische" Fragen wie die Frage nach dem Ursprung und Wesen des Bösen aus der Perspektive des "Seinsdenkens". Heideggers eigene Auffassung des Bösen als des (In)Grimmes orientiert sich an Schellings Philosophischen Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit (1809). Deshalb wird sowohl Schellings Schrift als auch Heideggers Deutung detailliert dargestellt, um auf diese Weise alle Grundzüge von Heideggers Bestimmung des Bösen aufzuhellen.
Aus Heideggers Textkorpus werden neben der beiden Schellingauslegungen Abhandlungen aus dem Zeitraum 1945-1946 in Betracht gezogen sowie ein Textpassus aus den Zollikoner Seminaren. Am Beispiel der Wesensbestimmung des Bösen werden gleichzeitig die Grenzen von Heideggers "Seinsdenken" aufgezeigt.
Der Autor: Aleš Novák (geb. 1975) ist Dozent für Philosophie an der Karls-Universität Prag, Tschechische Republik.

Schelling besuchte zunächst die Lateinschule in Nürtingen, dann die evangelische Klosterschule in Bebenhausen. Der als geistig frühreif geltende Schelling lernte dort neben Griechisch und Latein auch Hebräisch, Arabisch und neuere Sprachen mit den älteren Schülern. Mit einer Sondergenehmigung konnte Schelling 1790 bereits im Alter von knapp sechzehn Jahren in das zur Universität gehörende Tübinger Evangelische Stift aufgenommen werden. Dort studierte er gemeinsam mit Friedrich Hölderlin und Georg W.

In seinen philosophischen Anfängen wurde Schelling auch durch die Philosophie Johann Gottlieb Fichtes stark beeinflusst, der damals in Jena lehrte und einen an Kant angelehnten subjektiven Idealismus vertrat. Von 1796 bis 1798 studierte Schelling an der Universität in Leipzig Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin und legte damit die Grundlagen für seine Naturphilosophie. Im August 1798 reiste Schelling zum Studium der dortigen Kunstsammlung nach Dresden. 1798 wurde der erst Dreiundzwanzigjährige mit der Unterstützung Goethes zum außerordentlichen Professor nach Jena berufen. Nach Fichtes Weggang aus Jena setzte ein Briefwechsel zwischen Schelling und Fichte ein, doch ab 1801 kam es zur philosophischen Entfremdung und der Briefwechsel endete 1802. Der Disput bezieht sich auf den Naturbegriff, den Begriff der intellektuellen Anschauung sowie auf das Verhältnis von Transzendental- und Naturphilosophie. Fichte, der als Subjekt nur das Ich kennt, kritisiert Schellings Vorstellung einer subjekthaften Natur, einer natura naturans.

1803 wurde der Protestant Schelling im Zuge der durch die Säkularisation erforderlichen Neuordnung an die vom Katholizismus geprägte Universität Würzburg berufen. Im Frühjahr 1806 ging Schelling nach München, wo er in den bayerischen Staatsdienst eintrat, Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde und bis 1820 blieb. In dieser Zeit hatte Schelling keine akademische Lehrtätigkeit. 1826 dozierte Schelling als Honorarprofessor ohne feste Lehrverpflichtung in Erlangen. 1841 wurde Schelling nach Berlin auf den vakanten Lehrstuhl Hegels berufen. Die Nachschrift einiger Vorlesungen zur Philosophie der Offenbarung wurde ohne Schellings Zustimmung, verbunden mit heftiger Kritik von seinem Feind Heinrich Eberhard Gottlob Paulus veröffentlicht. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass ebendiese Paulus-Nachschrift noch heute von Studenten der Philosophie als Schellings Philosophie der Offenbarung gelesen werden kann.

Den Sommer 1854 verbrachte Schelling zur Kur in Bad Ragaz in der Schweiz. Medizin studierte, ab 1806 Arzt sowie Obermedizinalrat in Stuttgart wurde und versuchte, die naturphilosophischen Konzepte seines Bruders auf die Heilkunde und die Theorie vom Leben zu übertragen. Nach seiner Berufung nach Jena 1798 verkehrte Friedrich Schelling ständig im Haus von August Wilhelm Schlegel und dessen Frau Caroline. Frau, die dem damals äußerst konservativen Frauenbild nicht im geringsten entsprach. Für Schelling war Caroline zugleich Muse, Ehefrau, Helferin und Gesprächspartnerin. September 1809 an Typhus starb, verfiel Schelling in tiefe Trauer. Die Trauer schlägt sich philosophisch in der dialogischen Schrift Clara.

Hierdurch kamen sich die beiden näher und am 11. Juni 1812 heiratete Schelling Pauline in Gotha. Pauline starb 1854 im Hause Siebleber Straße 8 in Gotha. Schellings Werk weist eine große thematische Bandbreite auf.

Es umfasst Schriften über Erkenntnistheorie, Metaphysik, Natur- und Kunstphilosophie, Rechts- und Religionsphilosophie. Die Periodisierung von Schellings Werk ist umstritten. Klassisch geworden sind die Einteilungen von Walter Schulz und Horst Fuhrmans in vier Perioden und die von Nicolai Hartmann in fünf Perioden. Die nachfolgenden Abschnitte des Kapitels orientieren sich jedoch an der von Christian Iber vorgeschlagenen Einteilung in sieben Perioden. System der Spätphilosophie, welches aus der negativen und der positiven Philosophie besteht. Die grundsätzlichen Fragestellungen, die Schelling über all diese Perioden begleiteten, waren dabei nach Iber, wie das Absolute als etwas der Vernunft jenseitiges mittels der Vernunft begründet und eine vernünftige Explikation des Absoluten stattfinden kann, ohne dass dieses wieder der Vernunftimmanenz preisgegeben wird.