Hegel und das mechanistische Weltbild PDF

Die Kritik an anderen Religionen ist eine verbreitete Form religiöser Selbstdarstellung, besonders dort, wo eine Religion einen Absolutheitsanspruch für den eigenen Glauben erhebt. Eine seit der Antike bekannte immanente Kritik misst empirische Erscheinungen von Religion am normativen Begriff einer absoluten Hegel und das mechanistische Weltbild PDF, um falsche Gottesvorstellungen und Religionspraktiken abzuweisen. Die Philosophie der Neuzeit bildete im Zeitalter der Aufklärung einen Allgemeinbegriff von Religion, um die verfeindeten christlichen Konfessionen, ihren Dogmatismus und ihre wechselseitigen Absolutheitsansprüche zu kritisieren.


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Ausgehend von der Einsicht in die unberechtigte Gleichsetzung der physikalischen Theorie "Mechanik" mit dem mechanistischen Weltbild wird die Mechanik als Modell der neuzeitlichen Naturwissenschaft historisch und epistemologisch charakterisiert und ihre Bedeutung für Kants erkenntnistheoretische Wende bestimmt sowie die Rolle ihrer philosophischen Rezeption für die spätere Mechanismus-Organismus-Bestimmung diskutiert. Vor allem wird Hegels kritische Verarbeitung des Kantschen Organismusbegriffs untersucht, die sich in der begriffslogischen Entwicklung vom "Mechanismus" zur "Teleologie" und dem damit verknüpften Konzept von der Rolle des Werkzeugs für das Mensch-Natur-Verhältnis niederschlug. Es wird aufgezeigt, daß an dieses philosophische Gedankengut angeknüpft werden muß, wenn man den heutigen Mechanizismus überwinden will.
Aus dem Inhalt: Horst-Heino v. Borzeszkowski: Zum Verhältnis von Mechanik und mechanistischem Weltbild – Louk Fleischhacker: Der Widerspruch des Mechanizismus – Peter Damerow: Die Rolle des Werkzeugs bei der Ausbildung der Mechanik als Wissenschaft – Renate Wahsner: Zur Bedeutung der Newtonschen Mechanik für Kants epistemologische Wende und seinen Begriff des Mechanismus – Annette Sell: Die Idee des Organismus in der "Kritik der Urteilskraft" – Peter McLaughlin: Der Organismus als Analogon des Lebens – Giacomo Rinaldi: Innere und äußere Teleologie bei Kant und Hegel – Camilla Warnke: Der Paradigmawechsel in der Biologie um 1800 und seine philosophische Reflexion durch Schelling und Hegel – Ludovicus De Vos: Teleologie oder Leben? Zu Hegels Mechanismus-Kritik – im Anschluß an Kant – Wolfgang Bonsiepen: Hegels Rezeption des Kantischen Organismusbegriffs und deren Bedeutung für seine Konzeption der Naturphilosophie und der Rolle des Werkzeugs – Ella Csikós: Der Organismusbegriff bei Hegel und Whitehead – Andreas Arndt: Gegenständliche Vermittlung und Arbeit des Begriffs. Marx‘ Auseinandersetzung mit Hegels Arbeitsbegriff – Martin Bondeli: Ist Hegels Methode der logischen Begriffsbewegung ein Werkzeug des Erkennens? Zu Marx‘ kritischem Anschluß an Hegel.

Jahrhunderts wurde eine dezidierte Religionskritik zunehmend als spezielle philosophische Teildisziplin entfaltet. Daraus entstanden vor allem im 19. Jahrhundert ausformulierte Gegenpositionen zu Religion überhaupt. Stand in der Frühen Neuzeit der kirchliche Anspruch auf abschließende Welterklärung, im 18. Jahrhundert das christliche Monopol auf ethische Lebensführung im Feuer der aufklärenden Kritik, so rückte im 19. Religion in den Vordergrund des kritischen Interesses. Damit entmythologisierten sie tendenziell die Griechische Mythologie.

Theogonie Hesiods das Chaos als Ursprung allen Lebens, auch dessen der Götter, dargestellt. Wissen erstmals ein konsistentes Weltmodell abzuleiten. Ursubstanz bestimmbar sein, da sonst aus ihr keine konkreten Dinge entstehen könnten. Substanzen durchdringe und als ständige Bewegung ihre Qualitätsänderungen bewirke. Veränderungen der Dinge nicht auf einen Urstoff, sondern auf mathematisch berechenbare Gesetzmäßigkeiten zurück. Diese seien dem Menschen erkennbar, weil seinem Geist das Zahlensystem innewohne.

Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thraker, blauäugig und blond. Dabei argumentiert er nicht atheistisch, sondern ethisch gegen falsche Gottesbilder und die Vielheit der Götter. Die Naturereignisse seien nicht göttlichen Ursprungs. Zentrum seiner Reflexion und gibt der abendländischen Philosophie damit jahrhundertelang ihr Thema vor.

Werden ist Bewegung, die als Kraft auf quantitativ beständigen Stoff wirkt: Das begründete die mechanische Physik. Aber die Vielfalt des Werdens lasse sich unmöglich aus einem einzigen Urstoff erklären. Nichts existiert als Atome und leerer Raum. Nichts geschieht ohne Ursache: Das Kausalgesetz gilt universal. Für Götter und Geister war nun kein Raum mehr: Auch die Seele sei feinstofflich und zerstreue sich nach dem Tod des Einzellebens.

Erklärung für das Entstehen der Religion: Ihre Lehren seien nur ein Abbild menschlicher Ideen, die keine äußeren Einwirkungen zu ihrer Erklärung benötigen. Lactantius überliefert ein prägnantes Argument eines unbekannten Skeptikers gegen die Theodizee, das er irrtümlich Epikur zuschrieb: Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht wohlwollend, da sonst die Übel in der Welt nicht bestehen könnten. Anhänger Epikurs, führt in seinem Werk Über die Natur der Welt 28 Beweise für die Nichtexistenz der Götter aus. Die Sophisten betrieben eine Religionskritik durch aufklärende Rhetorik.

Oft waren sie geschulte Anwälte vor Gericht oder zogen als Wanderlehrer umher, um die Bevölkerung öffentlich zu bilden. Er vertrat eine subjektivistische Erkenntnistheorie, die bereits sehr modern anmutet. Wissen hindert: die Nichtwahrnehmbarkeit und dass das Leben des Menschen kurz ist. Damit ließ er offen, ob es Götter gebe oder nicht, weil wir sie nicht erkennen können. Man warf Protagoras schon zu Lebzeiten vor, dass er diese Not des Nichtwissens zur Tugend des rein subjektiven Behauptens transformiere und über alles Wissen allein entscheide, indem er sich selbst zum einzigen Maßstab allen Erkennens erhebe. Andere deuten seine Aussagen nicht als überhebliche Anmaßung, sondern als Hinweis auf einen Zwang: Der Mensch müsse sich zum Maß seines Wissens und Handelns machen, da er zunächst gar keinen anderen Maßstab habe. Platon wirft den Sophisten vor, Seelen nicht zu führen, sondern zu fangen, lediglich um recht zu haben und davon zu leben.