Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich PDF für Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit und Kinder- und Jugendhilfe an der Fachhochschule Jena, FB Sozialwesen, Carl-Zeiss-Promenade 2, 07745 Jena. Kinderarmut in Deutschland Armut wirkt sich für Kinder in vielen ihrer zentralen Lebensbereiche negativ aus.


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PIAAC, das von der OECD durchgeführte Programme for the International Assessment of Adult Competencies, untersucht, wie gut Erwachsene in den verschiedenen Ländern auf die Herausforderungen der Wissensgesellschaft vorbereitet sind. Hierzu wurden zentrale Grundkompetenzen der Bevölkerung in über 20 Ländern weltweit erhoben und verglichen. Erfasst wurde die Lesekompetenz, die alltagsmathematische Kompetenz und technologiebasiertes Problemlösen. PIAAC liefert Informationen darüber, inwieweit sich die erwachsene Bevölkerung in den jeweiligen Ländern in den untersuchten Grundkompetenzen unterscheiden und welche Faktoren den Erwerb und Erhalt dieser Kompetenzen bedingen.

Vor allem die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten im schulischen und außerschulischen Bereich sind deutlich eingeschränkt. Unter anderem durch Deregulierungen und die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes ist es zu einer allgemeinen Labilisierung von Erwerbsbiografien und Lebensläufen gekommen. Werte- und Normenvorstellungen verbunden und unterliegt im öffentlichen Diskurs einem Aushandlungsprozess, in dem unterschiedliche Gruppen und Interessen Bedeutung gewinnen. In erster Linie gilt inzwischen als erwiesen, dass Armut für Kinder andere Auswirkungen hat als für Erwachsene, und dass sie von Kindern auch anders erlebt wird.

Mit diesen Erkenntnissen hat sich die Kinderarmutsforschung als eigenständiger Zweig etabliert, denn zuvor wurden Kinder lediglich als Angehöriger armer Haushalte betrachtet und nicht als eigene Gruppe. Die Forschung der 1990er Jahre hat aufzeigen können, dass Kinder auf vielfältigen Ebenen Konsequenzen der familiären Armut zu gewärtigen haben. Form sozialer Ungleichheit definiert, die bei einer Unterschreitung von 60 Prozent des gesellschaftlichen Medianeinkommens vorliegt. Als zeitlicher Trend zeigt sich seit den 1990er Jahren, dass Kinder und junge Erwachsene nicht nur deutlich stärker vom Armutsrisiko betroffen sind als die übrige Bevölkerung, sondern dass auch der Anstieg vor allem seit 1998 im Vergleich deutlich stärker ausgefallen ist. Diese Zahlen variieren je nach Datenbasis und lassen daher Spielraum für unterschiedliche politische Interpretationen.

Eine andere Methode der Armutsmessung bezieht sich auf den Hilfebezug. Sozialgeld für Kinder bis zum 15. Kleidung und Schuhe, Schulausstattung, Haushaltsgeräte bzw. Das Sozialgeld für Kinder bis zum 6. Auch die Dauer der Armut von Kindern hat im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Wie schon in der Sozialhilfe gibt es starke regionale Differenzierungen zwischen Nord und Süd und Ost und West. Hinsichtlich der Haushaltsstruktur kommen alle Datenquellen zu dem Ergebnis, dass vor allem Einelternhaushalte, Arbeitslosenhaushalte und Haushalte von Menschen mit Migrationshintergrund besonders betroffen sind.

Insgesamt fügen sich die steigenden Armutsquoten von Kindern und Jugendlichen in einen allgemeinen Trend der weiteren Zunahme der Polarisierung der Einkommensverteilung bei großen regionalen Unterschieden ein. Wie oben erwähnt, wird Kindern in der Regelsatzberechnung des Sozialgelds ein abgestufter Prozentsatz der Leistungen für Erwachsene zugestanden. Regelung den besonderen Bedarf von Kindern gar nicht auf. Auch über die Kosten für die Ernährung ist in den vergangenen Jahren heftig diskutiert worden: Der Eckregelsatz spricht Kindern unter 14 Jahren 2,54 Euro und älteren Kindern 3,42 Euro pro Tag zu.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung berechnet, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung für einen Jugendlichen 4,68 Euro kostet – freilich nur dann, wenn beim Discounter eingekauft wird. Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2010 das Urteil des Bundessozialgerichts von 2009 bestätigt, dass die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder unter 14 Jahren verfassungswidrig sind. Allerdings wurde hier nicht die Höhe der Leistungen kritisiert, sondern das Fehlen einer Begründung der Höhe und der Zusammensetzung durch den Gesetzgeber. Nach dem Kabinettsbeschluss vom Oktober 2010 sollen die Regelsätze ab 2011 für Erwachsene um fünf Euro erhöht werden, wobei knapp 20 Euro für Alkohol und Tabak aus dem Grundbedarf gestrichen sind. Bildungsleistungen, dessen Geldwert noch unklar ist. Wie die Neuberechnung eines eigenständigen Bedarfs für Kinder vorgenommen wurde, ist noch nicht veröffentlicht worden.

Ob die jetzige Lösung insgesamt vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben kann, darf bezweifelt werden. Angesichts der „Unterschichtdebatte“, in der das Gegenteil behauptet wird, ist zunächst zu betonen, dass der Großteil der Eltern sich auch in materiellen Notlagen große Mühe gibt, ihre Kinder möglichst wenig unter der familiären Armut leiden zu lassen. Sie verzichten oft auf Ausgaben für sich selbst, um nicht an Ausgaben für die Kinder sparen zu müssen. Armut hat für Kinder andere Auswirkungen als für Erwachsene und wird von ihnen auch anders erlebt und erfahren. Wahrnehmung der Kinder deutlich von jenen der Erwachsenen. Zu betonen ist, dass all diese Erfahrungen nicht nur persönliche, sondern immer zugleich soziale sind, in denen Kinder ihre relationale Benachteiligung deutlich wahrnehmen.

Auch im Bereich der sozialen Kontakte sind für die Kinder vor allem die Zahl und die Qualität von wichtigen Beziehungen zu Erwachsenen, aber auch zu Gleichaltrigen wichtig, und sie leiden darunter, wenige oder keine Freunde zu haben, keine Spielkameraden zu finden oder Geburtstage nicht im großen Kreis feiern zu können. Stabilität der familiären Lebensbedingungen, um förderliche Eltern-Kind-Beziehungen und ein positives Familienklima, wobei die Kinder dies in der Regel sehr differenziert wahrnehmen. Sie brauchen eine strukturierte Alltagsbewältigung mit vielen kindgemäßen Ritualen. Der derzeit am meisten beachtete Effekt ist der in Deutschland besonders stark ausgeprägte Zusammenhang zwischen der Lebenslage und dem Bildungsverlauf von Kindern, der durch die breite Diskussion der PISA-Studien viel Aufmerksamkeit erhielt. Insgesamt lässt sich sagen, dass sich Armut nicht nur in einem Mangel an finanziellen Ressourcen ausdrückt, sondern zu Einschränkungen in zentralen Lebenslagen der Kinder führt, was mit erheblichen Einschränkungen gesellschaftlicher Teilhabe, Bildungschancen, Lebenschancen und mit Prozessen sozialer Exklusion verbunden ist. Diese Armutsfolgen fallen umso einschneidender aus, je länger die Armutslage anhält.

Deutschland und sogar auch niedriger als die allgemeine Armutsbetroffenheit in der Gesamtbevölkerung. In der deutschen Politik spielt die Verbesserung der materiellen Lebenslage von Familien in Armut durch eine Ausweitung der Umverteilung keine wesentliche Rolle. Absetzbarkeit von Kinderbetreuung gesetzt – sowie im Jahr 2009 auf die Auszahlung eines einmaligen „Kinderbonus“ von 100 Euro je Kind. Doch nur von letzterem profitierten auch Hartz-IV-Empfänger, da das erhöhte Kindergeld auf die Grundsicherung angerechnet wird. Mithin soll also durch die Erwerbstätigkeit auch der alleinerziehenden Mütter mit kleinen Kindern die Einkommenssituation von Familien mit Kindern verbessert werden, und daneben geht es darum, durch eine möglichst frühe Förderung von Kindern die Bedingungen für den Schulerfolg zu verbessern und somit – gemäß der Humankapitaltheorie – die Qualifikation des künftigen Arbeitskräftevermögens zu erhöhen. Förderung in der Kindertagesbetreuung hinaus hat die soziale Arbeit im vergangenen Jahrzehnt eine Reihe von Konzepten entwickelt, um Kinderarmut zu lindern.

Generell geht es um den Aus- und Umbau der öffentlichen Sozialisation als zentralen Beitrag zur Förderung biografischer Bildungsoptionen von Kindern und Jugendlichen, die zugleich als Förderung der Chancengleichheit von Kindern und auch Familien verstanden werden. Ebene der Förderung von Unterstützungsmaßnahmen für Kinder einschließlich der Stadtteilentwicklung und Lebensweltstärkung erforderlich. Am prominentesten ist das Konzept der Ganztagsschule, das auf eine neue Kooperationsstruktur von Familie, Schule und Jugendhilfe im Sozialraum setzt und bis hin zu lokalen Bildungslandschaften reicht. Die Umsetzung der Konzepte der koordinierten Lebenslauf-begleitenden Hilfen ist beispielsweise in Monheim und anderen Städten in Nordrhein-Westfalen schon begonnen worden.

Hier geht es um eine dichte Hilfe- und Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsausbildung, die alle Ressourcen der örtlichen Jugendhilfe mobilisiert und darüber hinaus Tageseinrichtungen, Grundschulen, andere kommunale Ämter und freie Träger sozialer Dienste einbezieht. All diese Ansätze zielen darauf ab, Benachteiligungen der Familie in der öffentlich verantworteten Sozialisation auszugleichen. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass eher auf die materielle Lebenslage von Kindern und benachteiligten Familien bezogene sozialpolitische Verbesserungen im Zusammenspiel mit der Intensivierung pädagogischer Förderung erfolgreich sein können. Helga Zeiher, Von Kinderwissenschaften zu generationalen Analysen, in: dies. Die soziale Situation in Deutschland Wie sind die sozialen Aufgaben in Deutschland verteilt? Und für welche Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft müssen Lösungen gefunden werden? Das Online-Angebot hilft dabei, die soziale Situation in Deutschland besser einschätzen und beurteilen zu können.