Gesprochene Fremdsprache Deutsch PDF

Diglossie beschreibt die Zweisprachigkeit einer ganzen Gesellschaft, bei der es gesprochene Fremdsprache Deutsch PDF klare funktionale Differenzierung zwischen zwei sozial unterschiedlich gewerteten Sprachvarietäten gibt. Meist sind es Varietäten derselben Sprache. Ausbildung oder Beruf, gegenüber Ämtern und in Zeitungen.


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Der Band vereint Beiträge aus theoretischer, empirischer und praxisbezogener Perspektive, die sich mit verschiedenen Phänomenen und Fragestellungen im Bereich des Deutschen als gesprochener Fremdsprache befassen..
Er ist untergliedert in einen ersten Teil, in dem die Spezifika mündlicher Kommunikation im Sprachunterricht analysiert und ausgewählte Erscheinungsformen gesprochener Sprache beschrieben werden, die für die Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache in unterschiedlicher Weise relevant sind. Dazu gehören Echofragen, Matrixsätze als Redeanführungen, weil/obwohl/wobei/während als Auslöser des „Verbzweit-Mythos“, die modaldeiktische Partikel so und Ausdrücke, die sich als spontane Reaktion in einer dialogischen Kommunikation mit dem Ziel des Sprecherwechsels eignen.
Der zweite Teil befasst sich mit dem Einsatz bestimmter Verfahren der Lernersprachenanalyse und einer analysebasierten Vermittlung, so am Beispiel eines L1-bezogenen Phonetiktrainings und der Kodierung lokaler Relationen im Deutschen, sowie der Förderung der Sprachproduktion durch Literatur.
Der dritte Teil ist der Repräsentation von Merkmalen gesprochener Sprache in Materialien des Deutschen als Fremdsprache und den Möglichkeiten der Integration von Mündlichkeit in virtuellen Lernumgebungen gewidmet.

Es ergibt sich eine funktionale Spezialisierung des Sprachvermögens. Eine ähnliche Situation existiert auch in Luxemburg mit der Nationalsprache Luxemburgisch in Beziehung zu einer Amtssprache, der deutschen Hochsprache. Entdiglossierung bezeichnet das Verschwinden der Diglossie, wie es beispielsweise in Norddeutschland geschieht. Jahrhundert herrschte dort eine Diglossie mit Standarddeutsch als Schriftsprache und Sprache des amtlichen Gebrauchs und Plattdeutsch als allgemeine Umgangssprache. 1981 empfahl Gottfried Kolde für die deutschsprachige Schweiz den Terminus mediale Diglossie zu verwenden, da sich hier im Laufe der Zeit die Funktionsaufteilung von Dialekt und Standardsprache geändert hatte und in den meisten Fällen das Medium die Wahl der Varietät bestimmt. Sinne umfasst Diglossie auch die Verwendung verschiedener Sprachregister und Soziolekte in einer Sprachgemeinschaft. In einer echt diglossischen Situation sind die Grenzen niemals fließend.

Reihe weiterer Sprachgemeinschaften postuliert, dass in ihnen Diglossie herrsche. Schweiz gibt es in Südtirol einen Diglossie-Fall. Die Mundart wird im Umgang mit allen Südtiroler Mundartsprechern verwendet, sei es im Beruf oder im Privatleben. Einzig in der Schule und im Fernsehen wird Hochdeutsch gesprochen.

Darunter ist auch die Sprachsituation der Kiewer Rus, auf die Boris Andrejewitsch Uspenski das Diglossie-Konzept 1983 anwandte: Demnach wurde dort das Kirchenslawische als H neben dem Altostslawischen als L verwendet. Auch in ostasiatischen Gesellschaften war in gebildeten Schichten lange Zeit das Phänomen der Diglossie zu beobachten, dies jedoch wahrscheinlich nicht auf der Ebene der gesprochenen Sprache. Das klassische Chinesisch diente über China hinaus auch in Korea, Japan und Vietnam als universelle Schriftsprache, da bei diesen Gesellschaften zunächst noch keine eigenen Schriftsysteme vorhanden waren. An der Grenze dieses Phänomens ist die Sprachsituation in Tschechien.

Die gesprochene tschechische Sprache unterscheidet sich deutlich von der vor allem in Medien verwendeten Schriftsprache. Die tschechische Schriftsprache basiert auf der Kralitzer Bibel aus dem 16. Ebenfalls in einer diglossischen Situation leben viele Einwanderer, vor allem der zweiten Generation, in Westeuropa. Die romanischen Sprachen entwickelten sich erst zu eigenständigen Sprachen, nachdem die Diglossie des Latein wegen des Zusammenbruchs des Römischen Reiches nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Seit vielen Jahrzehnten diskutiert die Sprachwissenschaft über die Frage, ob Standarddeutsch für Deutschschweizer nun eine Fremdsprache sei oder nicht.