Gesang gegen die ‚Ordnung der Natur‘? PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. In Deutschland war die Nachtigall im Jahre 1995 Vogel des Jahres. Das Gefieder ist relativ unscheinbar und unauffällig, aber fein. Doch ist der Gesang gegen die ‚Ordnung der Natur‘? PDF dunkler gefärbt und hat eine graubraune Brustfleckung.


Författare: Corinna Herr.
Das Buch beschreibt das Phänomen "hoch singender Männer" in den Bereichen Kirchenmusik, Oper und Popmusik, im Kontext der nationalen Diskurse und der Gattungen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert

Die Nachtigall ernährt sich von Insekten und ihren Larven, Würmern oder Raupen, manchmal auch von Spinnen oder anderen wirbellosen Tieren. Der Gesang der Nachtigall ist reich, wohltönend und laut und wird von Menschen als sehr angenehm und schön empfunden. Der Gesang ist überaus komplex, verschiedenartig, unvorhersehbar und phantasievoll, besteht aus Strophen dicht gereihter Einzel- oder Doppeltöne. Nachtgesang dient wohl vor allem zur Anlockung einer Brutpartnerin und wird nach erfolgter Paarbildung eingestellt. Ab Mitte Mai singen deshalb meist nur noch unverpaarte Männchen nachts. Während der ganzen Brutsaison bis Mitte Juni singen Nachtigallenmännchen aber auch tagsüber. Der Gesang während der Morgendämmerung dient wohl vor allem zur Verteidigung des Revieres gegen andere Männchen.

In der Nachtigall hat die Natur mit Recht gleichsam die Idee der gesamten Musik sichtbar gemacht, so dass die Gesangsmeister bei ihr lernen können, wie man auf vollkommene Weise den Gesang ordnen und die Töne in der Kehle bilden muss. Früher galt der Gesang der Nachtigall als schmerzlindernd und sollte dem Sterbenden einen sanften Tod und dem Kranken eine rasche Genesung bringen. Gesang, die Nachtigall ist also ein Nachtsänger. Nachtigall hat just italienische Manieren, das meiste sind Triller und Läufe mit der Stimme, sie klagt überhaupt nicht, sondern singt aus vollem Halse ihre stolzen Bravour-Arien. Sie sind in Asien, Europa und Nordafrika heimisch.

Die mitteleuropäischen Nachtigallen überwintern in Afrika. In Australien wurden die Nachtigallen durch europäische Siedler eingeführt. Die Brutzeit ist in Mitteleuropa von Mitte April bis Mitte Juni. In der Regel gibt es nur eine Brut pro Jahr. Unter günstigen klimatischen Bedingungen wird zweimal gebrütet. Das Gelege besteht aus vier bis sechs grünlich braunen Eiern. Die Eier werden täglich abgelegt und vom Weibchen 13 bis 14 Tage bebrütet.

Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert. Nach 11 bis 12 Tagen verlassen die Jungen das Nest, werden aber 14 bis 15 Tage weiterhin betreut. Die Nester werden oft am Buschrand oder an Wegrändern im Krautsaum direkt am Boden gebaut. Der Boden besteht aus Laub, innen befinden sich Moos und Halme.