Geister abschütteln PDF

Please forward this error screen to cp200. Robert Schumanns Tod im Irrenhaus – ein geister abschütteln PDF Schatten über der deutschen Musik?


Författare: Jochen Reinecke.
Der Autor reist entlang der Städte Brieselang, Nauen, Neustadt an der Dosse, Wittenberge, Karstädt, Ludwigslust, Hagenow und Boizenburg nach Hamburg. Was er erlebt, steht in diesem Buch.

Vogel als Prophet – „Waldszenen“ op. Leidenszeit in der Irrenanstalt – verwischte Spuren Gibt es eine andere Biographie der Musikgeschichte, die so umstritten ist? Bis heute stehen sich zwei Parteien unversöhnlich gegenüber: die einen wollen bis in die letzten Einzelheiten das Verhalten von Schumanns Umkreis und seiner Ärzte rechtfertigen, als gelte es den Ruf der eigenen Familie zu wahren. Wer zum ersten Mal etwas davon hört, kann einfach nicht glauben, wie sehr Robert in der Irrenanstalt gelitten hat und wie extrem er dort von Clara und allen früheren Freunden isoliert wurde bis er buchstäblich verschimmelte. Von 1830 bis 1853 hatte er eine führende Rolle im deutschen Musikleben gespielt, und dann war er von heute auf morgen wie lebendig begraben. Ansonsten wurde in diesen Jahren von denen, die er selbst als Bahnbereiter begrüßt hatte, ein neues Ideal für die Musik geschaffen, und an deren Beginn stand die Abwendung zuerst gegen Robert als Person und dann gegen seine Spätwerke.

Claras Konzerttourneen, Brahms‘ Werke und nicht zuletzt sein „Deutsches Requiem“ sowie Joachims Tätigkeit in Berlin haben in der zweiten Hälfte des 19. Vielleicht ist es sogar in gewisser Weise wahr, dass nur jemand für Schumanns Zeit in der Irrenanstalt Verständnis aufbringen kann, der aus eigener Erfahrung das Leiden an der bürgerlichen Harmonie kennt. Jedenfalls muss zu denken geben, wie sorgfältig alle wichtigen Spuren getilgt wurden. Schumanns Briefe an Clara sind ab dem Jahr 1851 vernichtet oder nicht zugänglich. Ich fand sie, was die Gefühläußerungen betrifft, sehr monoton, lauter Klagelieder, die wohl gerechtfertigt waren durch das schwere Schicksal, die ich aber nie der Öffentlichkeit preisgegeben sehen möchte.