Günter Fruhtrunk PDF

Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe Art concret programmatisch festgelegt für eine Richtung der Kunst, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Das Kunstwerk günter Fruhtrunk PDF im Geist vollständig konzipiert und gestaltet sein, bevor es ausgeführt wird. Es darf nichts von den formalen Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der Gefühle enthalten. Wir wollen Lyrismus, Dramatik, Symbolik usf.


Författare: Peter Kirchhoff.
Günter Fruhtrunk (1923–1982), durch seinen Entwurf für die ALDI-Nord-Tüte bekannt, war nicht nur während der Bonner Republik der sechziger und siebziger Jahre allgegenwärtig. Seine Werke aus rhythmisierten farbgewaltigen Diagonalen, Streifen und Linien sind bis heute unverzichtbarer Bestandteil zahlreicher Sammlungen und Museen, wie dem Pariser Centre Pompidou, der Kunstsammlung NRW, dem Münchner Lenbachhaus oder der Neuen Nationalgalerie in Berlin.
Eine Einführung von Florian Illies bildet den Auftakt für diese längst überfällige Publikation: dem Werkverzeichnis der Serigraphien Fruhtrunks. Besonders in den Drucken, die wichtige Bildfindungen seiner Malerei aufgreifen, entfalten sich Reinheit und Vehemenz der Farben. Nach Jahren intensiver Recherche ist Peter Kirchhoff eine Dokumentation gelungen, die über 150 Siebdrucke abbildet und katalogisiert. Der Band zeigt so erstmalig das druckgraphische OEuvre dieses großen Künstlers und documenta-Teilnehmers.

Das Bild muss ausschließlich aus plastischen Elementen konstruiert werden, d. Denn wir haben die Zeit des Suchens und der spekulativen Experimente hinter uns gelassen. Auf der Suche nach der Reinheit waren die Künstler gezwungen, die Naturform zu zerstören. Heute ist die Idee der Kunstform ebenso veraltet wie die Idee der Naturform.

Wir sehen die Zeit der reinen Malerei voraus. Denn der Geist hat den Zustand der Reife erreicht. Er braucht klare, intellektuelle Mittel, um sich auf konkrete Art zu manifestieren. Die Farbe ist die Grundsubstanz der Malerei. Die Malerei ist ein Mittel, um auf optische Weise den Gedanken zu verwirklichen.

Bevor das Werk in Materie umgesetzt wird, besteht es auf vollständige Art im Bewusstsein. Es ist auch nötig, dass die Realisierung eine technische Perfektion aufweist, die der des geistigen Entwurfes ebenbürtig ist. Konzentration auf das Zusammenspiel von Form und Farbe und ihr Interesse an der Erforschung der Farbe ab. Erleben angelegte Kunstrichtung, die auch ohne jedes Vorwissen, aber notwendigerweise auch ohne Vorurteile, erfassbar ist. Es ist eine ungegenständliche Kunst in Malerei, Plastik, Film oder Installationen, die nicht die sichtbare Welt abbilden möchte. Daher kommen den Farben, Formen, der Linie und erweitert auch den Materialien eine besondere Bedeutung zu. Um 1903 herum begann eine große Wende in der Kunst.

Malerei und Plastik entfernten sich zusehends von der sichtbaren Wirklichkeit. Henri Matisse sagte, dass man beim Betrachten eines Bildes völlig vergessen müsse, was es darstelle. Es ist Kunst, die Form, Farbe und Bildgestaltung weitgehende Autonomie von Gegenständlichem zugesteht. Ab 1910 tauchte eine Kunst auf, die den Weg der Abstraktion konsequent weiterführte. Kunst noch als Extremform der Abstraktion, als integrale oder totale Abstraktion bezeichnen? Lag da nicht etwas grundlegend Neues vor, eine vollständige Autonomie des bildnerischen Gestaltens? Wassily Kandinsky stellte fest, die Kunst folge nur noch ihren eigenen, kunstimmanenten Gesetzmäßigkeiten.

Es sei eine Kunst der reinen Gegenstandslosigkeit. Die neue Kunst hat den Grundsatz in den Vordergrund gestellt, dass Kunst nur sich selbst zum Inhalt haben kann. So finden wir denn in ihr nicht die Idee von irgendetwas, sondern nur die Idee von der Kunst selbst, von ihrem Selbstinhalt. Die ureigene Idee der Kunst ist ihre Gegenstandslosigkeit. Skulpturenhalle der Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Freiburg-Zähringen.

Forum Konkrete Kunst in der Peterskirche, Erfurt. Sammlung Museum Zeichen der Zeit, Museum für Reduktive Kunst, Świeradów-Zdrój, Polen. Museum gegenstandsfreier Kunst, ehemals Studio A, Otterndorf. Campusmuseum in den Kunstsammlungen und Situation Kunst – Haus Weitmar, der Ruhr-Universität Bochum.

Dietmar Guderian: Mathematik in der Kunst der letzten dreißig Jahre. Willy Rotzler: Konstruktive Konzepte: Eine Geschichte der konstruktiven Kunst vom Kubismus bis heute. Dietmar Guderian, Marlene Lauter, Serge Lemoine, Beate Reese, Hella Nocke-Schrepper, Margit Weinberg Staber: Konkrete Kunst in Europa nach 1945. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2002, ISBN 3-7757-1191-0. Krauss, Beate Reese: Concrete Photography: Konkrete Fotografie. Kerber Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-936646-74-0.

Andreas Filler, Dietmar Guderian, Theo Grundhöfer und Nils Rosehr, Johanna Heitzer, Herbert Henning, Marlene Lauter, Timo Leuders, Matthias Ludwig, Jürgen Roth, Heinz Schumann, Hans-Georg Weigand, Christian H. 2002: Grosse Farbenfuge – zum 100. Willy Rotzler: Annäherung an das Konkrete. Museum für Konkrete Kunst, abgerufen am 16. Wider die Einsamkeit der konkreten Plastik. Schmidt, Carlernst Kürten und Weggefährten, hrsg. Diese Seite wurde zuletzt am 16.