Friedliche Revolution und Transformation PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Die Ausgangslage in Ost und West Zu Beginn des Einigungsprozesses gab es große Unterschiede zwischen Ost und West, friedliche Revolution und Transformation PDF allerdings nicht allein auf die unterschiedlichen Systeme zurückzuführen waren. Fläche, Einwohnerzahl, Großstädte, Einkommen: Wo standen Ost und West zur Wendezeit?


Författare: Viktoria Diessner.

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europa – and. Länder – Neueste Geschichte, Europäische Einigung, Note: 1,7, Universität Leipzig, Sprache: Deutsch, Abstract:
Als die Mauer am 9. November 1989 nur noch ein Symbol war und seine Funktion als Grenze verloren hatte, als sich Ost- und Westbürger in den Armen lagen und die neue Freiheit lebten, war kein Platz für die Realität. Die Zukunft hatte auszuharren, bis andere sie ausgruben und das Beste aus ihr machen würden. Doch auch "die Anderen", Politiker beider deutscher Staaten, Europas und Amerikas, hatten keinen Masterplan für diesen Umbruch in der Hand. Dem Tempo, mit dem der Lauf der Geschichte fortschritt, konnte keine lang durchdachte Alternative Schritt halten.
Schon bald mussten Wege in die Einheit gesucht werden, die keinem der Beteiligten Nachteile verschaffen sollten. Als der Fall der Mauer im Jahr 2009 sein 20-jähriges Jubiläum feierte, schien die Freude über dieses Ereignis zwar groß, allerdings wurde auch deutlich, in welchen Kinderschuhen die jugendliche Republik noch steckte. Auch wenn eine geografische Trennung der Deutschen Bevölkerung aufgehoben worden war, konnte die "Mauer in den Köpfen" noch nicht vollständig beseitigt werden und Klischees vom "Jammerossi" und "Besserwessi" prägen immer noch das gegenseitige Verständnis.
Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob in den Jahren nach den Ereignissen um den 9. November und den Monaten die danach folgten, eine Annährung von Ost- und Westdeutschland erreicht werden konnte. Dafür sollen zunächst die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Maßnahmen beleuchtet werden, die zu einer Annäherung führen sollten. In einem zweiten Schritt soll, auf Grund der Erkenntnisse über die Maßnahmen zur Vereinigung, soll untersucht werden, warum "die Mauer in den Köpfen" bis heute nicht beseitigt werden konnte. Dafür wird die Umsetzung der Ergebnisse aus dem ersten Schritt in der Realität

Marode DDR-Wirtschaft: Produktionsband in der Werkhalle des VEB Sachsenring Zwickau. Die Lebensverhältnisse in Ost und West zu vereinheitlichen, war das große Ziel der deutschen Wiedervereinigung. Aber es gab auch Stimmen, die vor den hohen Kosten der Einheit warnten und durch einen schnellen Einigungsprozess den Zusammenbruch der ostdeutschen Industrie fürchteten. Dazu zählten liberale Ökonomen wie der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn und Politiker wie der damalige SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine. Entstehung sich bis in das 16.

Das Ziel „gleichwertiger Lebensverhältnisse“, das in Artikel 72 des Grundgesetzes festgeschrieben ist, war 1990 schon ambitioniert. Denn die Siedlungsstruktur in West und Ost war sehr unterschiedlich. Westen fast viermal so viele Menschen wie im Osten. Die Lebensverhältnisse der Menschen in Ost und West glichen sich in vielen Bereichen. Kühlschränke etwa gehörten 1989 in beiden Ländern zur Standardausstattung der Haushalte. Bei teuren und langlebigen Konsumgütern dagegen gab es große Unterschiede. Im planwirtschaftlichen System des Ostens war ein neues privates Kraftfahrzeug nur auf Zuteilung und nach Wartezeiten von manchmal bis zu 18 Jahren erhältlich.

Sehr unterschiedlich waren auch die Verdienste von Arbeitnehmern in Ost und West. Auf den ersten Blick ähnelten sich die Strukturen der beiden Volkswirtschaften in Ost und West 1991 durchaus. 3,4 Milliarden Euro betrug, lag sie in den alten Bundesländern bei 15,8 Milliarden, also fast dem Fünffachen. Auch die Arbeitsproduktivität, also die Bruttowertschöpfung pro Arbeitnehmer, war im Osten wesentlich niedriger als im Westen. Teilt man das Bruttoinlandsprodukt 1991 durch die damalige Zahl der Erwerbstätigen, so erhält man für die alten Bundesländer den Wert 45.