Französischer Staatskult 1792-1813 im linksrheinischen Deutschland PDF

Selten erwähnt wird sein mehrjähriger Dienst in einem österreichischen Regiment ab 1776, mit dem er im Bayerischen Erbfolgekrieg in den habsburgischen Niederlanden an der Nordgrenze Frankreichs stationiert war. Kléber fiel 1800 in Kairo einem Attentat zum Opfer. Seine sterblichen Überreste ruhen seit 1838 in einer Französischer Staatskult 1792-1813 im linksrheinischen Deutschland PDF unter seinem Denkmal auf dem Place Kléber in Straßburg. Folgt man seinen Biographien, hinterließ er keine Ehefrau oder direkte Nachkommen.


Författare: Christopher Buchholz.
Die französische Revolution und die Herrschaft Napoleons haben Westeuropa grundlegend verändert; so auch das Rheinland und die bis dato habsburgischen Provinzen der Niederlande. Die von Frankreich annektierten und integrierten Gebiete unterlagen dem kulturellen Einfluß revolutionärer und kaiserlicher Herrschaft. Galt es zunächst, Adel und Kirche, die Träger der alten Gesellschaftsordnung, zu ächten, so war es die Aufgabe Napoleons, diese alten Trägerschaften in die neugeschaffene Ordnung einzubinden. Das geschah zunächst durch einen republikanischen Staatskult mit neuer Zeitrechnung und revolutionärer Festkultur, sodann mit einer wenn auch nur halbherzigen und stets ambivalenten Restauration höfischer Riten und herkömmlicher Gottesdienste. Diese Komponenten verschmolzen zu einem kulturellen Amalgam, das als Empirestil im Licht der Öffentlichkeit erschien. Kulturpolitik als Staatskult zu betreiben setzte deren Monopolisierung durch ein starkes Innenministerium und eine zentralisierte Akademie voraus. Diese institutionalisierten Instrumente zur Beschränkung und Gestaltung kulturpolitischer Initiativen richteten die neue Herrschaftskultur und ihre Zeichensysteme auf eine einheitliche Linie aus.

Auffallend an seiner Militärkarriere ist die häufig wechselnde Verwendung in fast allen Revolutionsarmeen von 1792 bis 1800. Er hatte nur wenige Male ein Oberkommando über eine ganze Armee, einige lehnte er sogar ab. Er sah vermutlich seine Stärke in der militärischen Aktion und nicht in der Administration oder der Ausführung von Regierungsanweisungen und der Abstimmung mit den Kriegskommissaren und Volksrepräsentanten. Jean-Baptiste Kléber wurde in Straßburg als Sohn des Steinmetzen Jean-Nicolas Kléber und dessen Frau Reine Bogart geboren. Einer Quelle zufolge stand sein Vater im Dienst des Kardinals Rohan, des Erzbischofs von Straßburg. Als Jean-Baptiste drei Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter heiratete darauf den wohlhabenden Straßburger Bauunternehmer Jean-Martin Burger, zu dem Kléber kein gutes Verhältnis gehabt haben soll.

Man gab ihn zur Erziehung zu einem Pfarrer. Elsässern und zwei Bayern Partei für letztere ergriff und diese ihm zum Dank ein Stipendium als Kadett an der bayrischen Militärakademie in München verschafften. Nach acht Monaten trat er auf Empfehlung seiner Ausbilder in das österreichische Regiment Kaunitz ein. Zurück im Elsass arbeitete er als Architekt und Inspektor für die öffentlichen Bauten des Oberelsass. Klébers habsburgische Militärausbildung halfen ihm sicher, Grenadier in der Nationalgarde von Belfort zu werden. Die Besatzung von Mainz war drei Monate später ausgehungert, ohne Munition und musste am 22.

Aufstand der Vendée im Westen Frankreichs auch gegen die Armee der Emigranten. Brand des Residenzschlosses der Stadt Düsseldorf am 6. Bis zum Herbstende gewannen Klébers Divisionen die Flussübergänge der Maas und der Rur, die Städte und Festungen Aldenhoven, Aachen, Jülich und viele andere gegen die flüchtenden kaiserlichen Verbände. Im Dezember desselben Jahres ordnete der Konvent die Rückeroberung der Festung Mainz an und gab hierfür Kléber ein Kommando über mehrere Divisionen der Armée du Rhin des Generals Michaud. Die desolate Versorgungslage, fehlende Artilleriemunition und winterliche Witterungsbedingungen machten eine Eroberung unmöglich. Der erkrankte Kléber erholte sich im heimatlichen Straßburg.

Im März 1795 kehrte er zur Sambre-Maas-Armee zurück, übernahm die Divisionen des Zentrums mit den Kommandeuren Bernadotte, Championnet, Grenier und Tilly. Ende Oktober sprengte die österreichische Besatzung von Mainz den von den Franzosen in einjähriger Arbeit verschanzten Belagerungsriegel und drängte den rechten Flügel der Sambre-Maas-Armee in den Hunsrück und in die obere Naheregion zurück. Kléber kommandierte zwei Divisionen des linken Flügels. Kriegsschauplatz war der vordere Westerwald zwischen den Flüssen Sieg und Lahn.

Doch der erfolgreiche Feldzug der Rhein-Mosel-Armee unter Moreau durch Württemberg und Bayern, ließ Jourdan mit der Sambre-Maas-Armee wieder über den Rhein gehen und in südöstlicher Richtung bis nach Oberfranken eindringen. Klébers Truppen hatten Anfang Juli die Lahn überschritten. Juli 1796 ließ er Frankfurt am Main besetzen, am 25. August übernahm Jourdan wieder den Oberbefehl, aber leitete mit strategischen Fehlern und einer verhängnisvoll mangelhaften Abstimmung mit Moreau eine Reihe von Niederlagen und einen, für einige Truppenteile chaotischen Rückzug zur linken Rheinseite ein. Kléber soll von Jourdans Feldzugführung bitter enttäuscht gewesen sein und reichte beim Direktorium sein Rücktrittsgesuch ein.

Seine Offiziere und auch General Beurnonville versuchten ihn bei der Armee zu halten, das Kriegskommissariat machte Versprechungen, die aber nicht eingehalten wurden. Für einige Wochen überwachte er noch erfolgreich die Verteidigung der Rheingrenze mit Truppen des rechten Armeeflügels, der durch Niederlage, Desertationen und Mangelversorgung demoralisierten Sambre-Maas-Armee. Als der 10 Jahre jüngere Hoche Oberkommandierender wurde, verließ Kléber Ende Januar 1797 den Armeedienst, lebte zurückgezogen und ohne bekannt gewordene politische Aktivitäten in Paris-Chaillot und verfasste eine Beschreibung seiner Feldzüge. Nach über einem Jahr ohne Militärdienstverwendung, erhielt Kléber am 12. April 1798 die Nachricht, als Général de division an der Ägyptischen Expedition Bonapartes teilzunehmen. Nach der Landung Anfang Juli und der Eroberung von Alexandria, wo er durch einen Streifschuss am Kopf verwundet worden war, wurde er vorerst nicht an der folgenden Eroberung von Kairo und Oberägypten beteiligt. Verwaltungsaufgaben waren bekanntermaßen nicht Klébers Stärke.