Frankfurt: Literarische Spaziergänge PDF

Wilhelm Genazino wuchs in einfachen Verhältnissen in Mannheim auf. Von 1970 bis 1998 lebte er in Frankfurt am Main. Frankfurt: Literarische Spaziergänge PDF 1997 war er Stadtschreiber von Bergen. 98 hatte Genazino die Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller an der Universität Paderborn inne.


Författare: Maria Gazzetti.
Der Weg vom "alten" Frankfurter Literaturhaus im Westend hin zum "neuen" in der wiederaufgebauten Stadtbücherei am Main führt nicht nur durch die Stadt der Banken, sondern auch durch eine Stadt der Literatur. Kennen wir sie? Eine literarische Stadtführung mit Robert Gernhardt, Peter Kurzeck, Wilhelm Genazino, Martin Mosebach, Jamal Tuschick, Najwa Barakat und Renate Chotjewitz. Mit zahlreichen Fotografien, einem Register und einem herausklappbaren Stadtplan.

Genazino wurde in den späten 1970er Jahren bekannt durch seine Abschaffel-Trilogie über das Innenleben eines isoliert lebenden kleinen Angestellten. Diese wurde 2011 zur gemeinsamen Lektüre im Rahmen der Veranstaltungsreihe Frankfurt liest ein Buch ausgewählt. In seinen Romanen und Essays griff Wilhelm Genazino einzelne Bilder aus dem unscheinbaren Alltag heraus und beschrieb sie minutiös. Seine Beschreibungen resultieren aus einer zeitlich gedehnten Betrachtung von konkreten Einzelheiten.

Auf diese intensive Art der Wahrnehmung bezieht sich der Titel seines Essays Der gedehnte Blick. Neben seinen Romanen und Essays hat er auch zahlreiche Hörspiele verfasst. Im Mai 2012 wurde bekanntgegeben, dass Genazino sein Archiv an das Deutsche Literaturarchiv Marbach übereigne. Er starb im Dezember 2018 im Alter von 75 Jahren nach kurzer Krankheit in Frankfurt am Main. Er wohnte in Frankfurt-Westend, hatte zwei Kinder und drei Arbeitszimmer, aber weder Auto noch Fernseher. Das dichterische Werk Genazinos ist vom Gehalt her resignativ, ein Grundzug, der jedoch durch den offenen und mitunter verhalten optimistischen Schluss eines jeden Werkes abgemildert wird.

Der Protagonist hat im Allgemeinen den Glauben an erfüllende Partnerschaften verloren, steht aber im Grunde positiv zu seinen jeweiligen Partnerinnen. Charakteristisch sind detailliert beschriebene Streifzüge durch die Stadt, durch die sich der Protagonist in bessere Stimmung zu bringen versucht. Dabei begegnen ihm häufig alte Bekannte, Frauen oder Männer, die ihm stets wohlgesinnt sind, sodass es bei Frauen auch zu lockeren Affären kommen kann. Typisch für alle Romane Genazinos ist die hochdifferenzierte Beobachtungsgabe der Personen, die immer wieder zu sehr ausführlichen Beschreibungen scheinbarer Banalitäten führt, die dann aber in eigenwillige, teils skurril erscheinende Einsichten münden.

Diese unterstreichen seinen impliziten Anspruch, das Besondere im Allgemeinen zu sehen, die Absurdität des Alltags, wie sie von durchschnittlichen Bewohnern durchschnittlicher Städte im Hier und Jetzt erlebt wird. Diese inhaltlichen Tendenzen bei Genazino wirken sich auf die Struktur seiner Prosa aus. Flaneur in der Literaturszene des frühen 21. Sonderausgabe in einem Band: Hanser, München 2011. Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz. Das Licht brennt ein Loch in den Tag.

Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman. Außer uns spricht niemand über uns. Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze. Das Bild des Autors ist der Roman des Lesers.

Frankfurt 2003, München 2006 und Der Hausschrat. Claus-Ulrich Bielefeld, Gespräch mit Wilhelm Genazino. Poetologische Konzeptionen in der Prosa Wilhelm Genazinos. Bamberger Studien zu Literatur, Kultur und Medien, Bd. Februar 2006, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. Aktualisiertes Verzeichnis der unselbstständig erschienenen Primärliteratur Wilhelm Genazinos.

Von 1961 bis 2014, zusammengestellt von Winfried Giesen. Von 1963 bis 2014, zusammengestellt von Winfried Giesen. Synchron Wissenschaftsverlag der Autoren, Heidelberg 2006, ISBN 3-935025-88-2. Joachim Jacob: Schönheit, Literatur und Lebenskunst. Studien zu Ethik und Ästhetik in der Literatur.

Ulrich Klappstein: Ein Flaneur für diesen Tag. Eine lexikalische Annäherung an den Schriftsteller Wilhelm Genazino. Altern, Melancholie und Komik bei Wilhelm Genazino und Italo Svevo. Susanne Krepold, Christian Krepold: Literarische Selbstreflexion durch Lektüre. Wilhelm Genazino als Leser von Marguerite Duras.