Exzessive Subjektivität PDF

70 dauernde Epoche der europäischen Kunstgeschichte bezeichnet. Gegenreformation ist der Barock durch üppige Prachtentfaltung gekennzeichnet. Von Italien ausgehend verbreitete er sich zunächst in den katholischen Ländern Europas, bevor er sich in abgewandelter Form auch exzessive Subjektivität PDF protestantischen Gegenden durchsetzte.


Författare: Dominik Finkelde.
Wie lassen sich ethisch motivierte Taten denken, die sich auf keine gegebenen sittlichen Vorstellungen und keine Legalität stützen können? Das heißt: Taten, welche – umgekehrt – die gegebenen normativen Ordnungen radikal in Frage stellen, dennoch aber nicht einfach als eigennützige Verletzung oder willkürliche Übertretung der herrschenden Normativität zu qualifizieren sind. Die in dem vorliegenden Buch präsentierte Theorie »exzessiver Subjektivität« zielt auf genau solche historisch so seltenen wie fundamentalen (nämlich gründenden) ethischen Ereignisse. Die Rede von »exzessiver Subjektivität« wird dabei als ein Strukturmoment verstanden, aber nicht in der Verwirklichung dessen, was Ethik als philosophische Disziplin erklärbarer und rechtfertigbarer Handlungen vorzuschreiben versucht, sondern als Verwirklichung »des Ethischen«, das sich im Sinne eines Kontextbruches mit der Sittlichkeit als Ineinssetzung von Partikulärem und Allgemeinem erst nachträglich (be-)gründet. Die Studie untersucht und analysiert diesen riskanten und dennoch unumgänglichen Moment einer »tathaften Neubegrün-
dung« als zentrales Strukturmoment des Ethischen in den Werken von Kant, Hegel und Lacan.

»Der heute vorherrschende Begriff von Subjektivität beruht auf dem Habermas’schen Projekt gegenseitiger Anerkennung von frei und verantwortlich handelnden Akteuren. Was diesem Projekt entgeht, ist das antagonistische Herzstück von Subjektivität: die traumatische Verstörung, die in den Begriff des Subjekts selbst – von Kant bis Hegel – eingeschrieben ist. Mit Bezug auf Lacan erinnert uns Finkelde kraftvoll an diese vernachlässigte Dimension: die wahre Bedeutung von exzessiver Subjektivität liegt darin, dass Subjektivität als solche exzessiv ist. Das Buch »Exzessive Subjektivität« ist nicht bloß ein wichtiger Beitrag zur Subjektphilosophie, es ist viel mehr: es bestimmt das Themenfeld gänzlich neu. Kurz gesagt, es ist bereits jetzt ein Klassiker.«
Slavoj Žižek

Im Deutschen sagt man der Barock ebenso wie das Barock, mit ungefähr gleicher Häufigkeit. Der Genitiv lautet des Barocks, im Duden wird jedoch darauf hingewiesen, dass insbesondere in der Kunstwissenschaft die Flexionsendung weggelassen wird. Das Wort entstammt der portugiesischen Sprache, in der unregelmäßig geformte Perlen als barroco bezeichnet wurden, d. Als Ausdruck der Juwelierssprache soll dieser Begriff seit 1581 belegt sein. Kunstformen gebraucht, die nicht dem vorherrschenden Geschmack entsprachen. Der Begriff wurde dann auf die Musik und Literatur der Zeit übertragen und wird heute als allgemeiner historischer Epochenbegriff verwendet, auch über den Bereich der Kunst hinausgehend. Ein charakteristisches Kennzeichen des Barock ist die Tendenz, die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstgattungen, wie Architektur, Skulptur und Malerei, zu verwischen.

Es ist die Zeit der Gegenreformation, der Machtsteigerung und zunehmenden Unabhängigkeit der Fürsten, des Absolutismus. Der Hauptanteil der kirchlichen Barockkunst findet sich in den katholischen Gebieten Europas, sowie in Süd- und Mittelamerika. Auch die regierenden Fürsten benutzten die Barockkünste, hier allerdings vor allem, um ihren Reichtum und ihre Macht zu zeigen. Sie waren bestrebt, sich gegenseitig an Prachtentfaltung zu übertreffen. Während Spätgotik und Renaissance einander als Gegensatz gegenüberstehen, wuchs das Charakteristische des Barock aus der Renaissance bzw. Diese Epochen sind sich nicht fremd, sondern verwandt.

Stil bezeichnet, der sich durch eine größere Leichtigkeit auszeichnet. Während im Barock die Symmetrie typisch ist, wird im Rokoko zunehmend die Asymmetrie betont, vor allem im Detail der Dekoration. Charakteristisch für die Zeit des Barock ist auch, dass die künstlerische Tätigkeit noch stärker als in der Renaissance als eine regelgeleitete, ja teils als mechanische Tätigkeit verstanden wird. Das gilt nicht nur für die Architektur und die Planung von Stadträumen, sondern auch für Literatur und Musik. Andererseits kultiviert der Barock ganz besonders die Sinnenfreuden. Ihren stärksten Ausdruck fand die Barockkunst in der Architektur.

In Anlehnung an die Werke der Spätrenaissance und des Manierismus entwickelte sich der neue Baustil zuerst in Italien. Kirche Il Gesù, einem tonnengewölbten Längsbau, bereits im späten 16. In Frankreich erhielt der Barockstil eine gemäßigtere und rationalere Prägung, den Franzosen war der italienische Überschwang fremd, und die Formen des Stil Louis XIV. In Deutschland begann nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges eine rege Bautätigkeit.