Europa vor dem Krieg von 1870 PDF

Europa vor dem Krieg von 1870 PDF of the Triple Alliance composite. 1864 bis 1870 dauernde Kampf Paraguays gegen die verbündeten Staaten Argentinien, Brasilien und Uruguay bezeichnet. Der Krieg endete mit der völligen Niederlage Paraguays und gilt als der blutigste Konflikt in der lateinamerikanischen Geschichte. In Europa blieb er weitgehend unbeachtet.


Författare: Eberhard Kolb.

Nachdem die mit ihm befreundete Regierung Uruguays durch den Einfluss Brasiliens und Argentiniens gestürzt worden war, begann der Diktator Paraguays, Francisco Solano López, im Dezember 1864 einen Eroberungskrieg gegen Brasilien, um Zugang zum Meer zu gewinnen. Auf Betreiben von Uruguays Staatschef Venancio Flores wurde daraufhin am 1. Mai 1865 in einem Geheimvertrag die Tripel-Allianz beschlossen: die Allianz von Brasilien, Argentinien und Uruguay gegen Paraguay, die bis zum Kriegsende 1870 Bestand hatte. Obwohl sich das Blatt bald gegen Paraguay wendete, war López nicht zur Kapitulation bereit. Am Ende kosteten der Krieg und die durch ihn ausgelösten Epidemien rund drei Viertel der Bevölkerung Paraguays das Leben. Um den brasilianischen Truppen in Uruguay entgegentreten zu können, forderte López vom argentinischen Präsidenten Bartolomé Mitre das Recht zum Durchmarsch durch die argentinische Provinz Corrientes.

López’ Truppen drangen zunächst sowohl in Süd- und Südwestbrasilien als auch in der argentinischen Provinz Corrientes schnell vor und nahmen im April 1865 die Stadt Corrientes ein. Hauptursache für diese Anfangserfolge Paraguays war, dass sein stehendes Feldheer nicht nur gut ausgebildet, sondern mit einer Gesamtstärke von 38. Als Brasilien, Argentinien und Uruguay am 1. Mai 1865 zum Zweck gemeinsamer Kriegführung gegen Paraguay den Tripelallianz-Vertrag abschlossen, in dem sie sich verpflichteten, den Krieg bis zum Sturz von López fortzusetzen, war allerdings eine entscheidende politische Wende zu Ungunsten Paraguays eingetreten. Zunächst jedoch scheiterte im Mai 1865 ein Versuch der Verbündeten, Corrientes im Handstreich zurückzuerobern, woraufhin sie knapp südlich der Mündung des kleinen Flusses Riachuelo einen Stützpunkt für ihre Flussstreitkräfte, die hier ausschließlich von Brasilien gestellt wurden, errichteten.

Bevor die Alliierten ihrerseits zur Offensive übergehen konnten, mussten sie die paraguayischen Uferbatterien südlich von Corrientes forcieren und zum Schweigen bringen, was im August 1865 endgültig gelang. Nachschubprobleme, Uneinigkeit im alliierten Oberkommando und die sommerlichen klimatischen Bedingungen im Gebiet entlang des Río Paraná, den die Alliierten für eine Invasion Paraguays zu überqueren hatten, verzögerten zunächst aber ihre Gegenoffensive bis zum April 1866. April 1866 über den Rio Paraná und begann damit den Einmarsch in Paraguay. Die brasilianische Flotte beherrschte mit ihrer starken Artillerie seit Anfang 1866 den Río Paraná und den Unterlauf des Río Paraguay, weshalb die Paraguayer von der Verbindung zum Atlantik abgeschnitten waren. Der Plan der Alliierten sah vor, über den Río Paraguay zur Hauptstadt Paraguays, Asunción, vorzudringen, die an diesem Fluss liegt. Nach der Niederlage bei Curupaytí stellte sich vor allem in Argentinien, aber auch in Brasilien und Uruguay eine beträchtliche Kriegsmüdigkeit ein.

Die Armeen der Alliierten litten wie die Paraguays unter Krankheiten und wiesen eine steigende Anzahl von Deserteuren auf. Im Februar 1867 musste Mitre wegen innenpolitischer Schwierigkeiten nach Buenos Aires zurückkehren. Erst nachdem es im Februar 1868 brasilianischen Dampfschiffen gelungen war, die letzten paraguayischen Flusssperren bei Humaitá zu überwinden, die noch verbliebenen paraguayischen Flussstreitkräfte auszuschalten und am 24. Im Dezember 1868 kam es bei Lomas Valentinas unweit von Asunción zur letzten großen Schlacht des Krieges. Ende war die paraguayische Streitmacht vernichtet. López musste die Hauptstadt Asunción aufgeben und sich nach Norden zurückziehen.