Einführung in Aristoteles‘ Theorie vom Seienden PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Einführung in Aristoteles‘ Theorie vom Seienden PDF. Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Aristoteles-Büste, römische Kopie nach einer Skulptur des Bildhauers Lysippos.


Författare: Werner Marx.
Diese knappe Einführung in die aristotelische Wissenschaft vom Seienden als Seiendem möchte den Fachstudenten der Philosophie dienen, sie richtet sich aber ebenso an jeden, der einen Einblick in ein zentrales Thema des corpus aristotelicum sucht. In der heutigen Lage der Philosophie scheint es geboten, die Grundlegungen des traditionellen Philosophierens neu zu überdenken, damit vielleicht aus einer Rückbesinnung auf sie neue Fragen erwachsen, die zu einer anderen philosophischen 'Grundlegung' führen mögen. Hierfür ist weder das große Handbuch noch die Monographie das geeignete Mittel, eher vielleicht sind es einige in die Sache der jeweiligen Grundlegung hineinführende Gedankenschritte. In dieser Weise versucht diese Abhandlung in diejenige philosophische Grundlegung 'einzuführen', die das bis zu Hegel reichende traditionelle Philosophieren maßgebend mitbestimmt hat. Ein einleitender Abschnitt begründet, warum der Ausgang vom ersten und einem Abschnitt des zweiten Kapitels des vierten Buches der Metaphysik genommen wird. Der erste Teil der Schrift fragt: Was war für Aristoteles das Wissen und die Wissenschaft, was war insbesondere die 'erste' Theorie, die das Seiende als Seiendes erörtert? Der zweite Teil zeigt, wie sich diese Frage nach dem Seienden als Seiendem zu der nach dem Wesen, der Substanz, der ousia entfaltete, und er untersucht die unterschiedlichen und doch zusammenhängenden Bestimmungen des Wesens: das Wesen als Zugrundeliegendes, als Definitionsgegenstand, als Wesensform, als Seinsgrund, als das Spannungsgefüge von Möglichkeit und Wirklichkeit. Der dritte Teil stellt die für die aristotelische Grundlegung wichtigste Frage: Nahm Aristoteles ein Verhältnis zwischen dem Wesen als solchem und dem ersten, höchsten, dem göttlichen Wesen an, oder fragt die 'erste' Theorie von vornherein nur nach diesem 'ersten', göttlichen Wesen und keinem anderen? An dieser Stelle werden einige der Antworten vorgetragen, die in unseren Tagen auf diese Frage gegeben wurden.

Porträt des Aristoteles, römische Kopie nach dem Original des Lysippos. Der aus einer Arztfamilie stammende Aristoteles kam mit siebzehn Jahren nach Athen. Dort beteiligte er sich an Forschung und Lehre. Nach Platons Tod verließ er 347 Athen. Die an eine breite Öffentlichkeit gerichteten Schriften des Aristoteles in Dialogform sind verloren. Die erhalten gebliebenen Lehrschriften waren größtenteils nur für den internen Gebrauch im Unterricht bestimmt und wurden fortlaufend redigiert.

Naturlehre: Aristoteles’ Naturphilosophie thematisiert die Grundlagen jeder Naturbetrachtung: die Arten und Prinzipien der Veränderung. Dies ergänzt er um seine spätere Lehre, wonach die Substanz konkreter Einzeldinge ihre Form ist. Ethik und Staatslehre: Das Ziel des menschlichen Lebens, so Aristoteles in seiner Ethik, ist das gute Leben, das Glück. Charaktertugenden ausbilden, wozu ein entsprechender Umgang mit Begierden und Emotionen gehört. Das naturwissenschaftliche Forschungsprogramm des Aristoteles wurde nach seinem Tod von seinem Mitarbeiter Theophrastos fortgesetzt, der auch die aristotelische Schule, den Peripatos, im juristischen Sinne gründete. Die Aristoteles-Kommentierung setzte erst im 1. Stageira, einer damals selbständigen ionischen Kleinstadt an der Ostküste der Chalkidike, geboren.

Sein Vater Nikomachos war Leibarzt des Königs Amyntas III. Aristoteles als Siebzehnjähriger nach Athen und trat in Platons Akademie ein. Dort beschäftigte er sich zunächst mit den mathematischen und dialektischen Themen, die den Anfang der Studien in der Akademie bildeten. Schon früh begann er Werke zu verfassen, darunter Dialoge nach dem Vorbild derjenigen Platons. Nach Platons Tod verließ Aristoteles 347 v. Er folgte einer Einladung des Hermias, der die Städte Assos und Atarneus an der kleinasiatischen Küste gegenüber der Insel Lesbos beherrschte.

Zur Sicherung seines Machtbereichs gegen die Perser war Hermias mit Makedonien verbündet. Aristoteles auf Einladung von Philipp II. Alexander für seinen abwesenden Vater die Regentschaft übernahm. 340 berührte Aristoteles tief, wie ein dem Andenken des Freundes gewidmetes Gedicht zeigt.

Mit der Zerstörung der rebellischen Stadt Theben 335 v. Widerstand gegen die Makedonen in Griechenland zusammen, und auch in Athen arrangierte man sich mit den Machtverhältnissen. Nach dem Tod Alexanders des Großen 323 v. Athen und anderen griechischen Städten zunächst antimakedonische Kräfte durch. Delphi widerrief ein Aristoteles verliehenes Ehrendekret.

In Athen kam es zu Anfeindungen, die ihm ein ruhiges Weiterarbeiten unmöglich machten. Aristoteles war mit Pythias, einer Verwandten seines Freundes Hermias, verheiratet. Von ihr hatte er eine Tochter, die ebenfalls Pythias hieß. Die Bekker-Zahl gibt eine genaue Stelle im Corpus an. Sie ist in guten modernen Ausgaben vermerkt. Aufgrund von Brüchen und Inkonsequenzen im Werk des Aristoteles ist die Forschung von der früher verbreiteten Vorstellung abgekommen, das überlieferte Werk bilde ein abgeschlossenes, durchkomponiertes System. Diese Brüche gehen vermutlich auf Entwicklungen, Perspektivwechsel und unterschiedliche Akzentuierungen in verschiedenen Kontexten zurück.