Die Verbindung von Nationalismus und Protestantismus in Deutschland zwischen Aufklärung und den Anfängen der Weimarer Republik PDF

Friedrich Wilhelm beabsichtigte mit diesen Maßnahmen, der Forderung nach einer preußischen Verfassung den Boden zu entziehen. König mit einer Strategie der anfänglichen Zurückhaltung, seine absolutistische Position zurückzugewinnen. Die Verbindung von Nationalismus und Protestantismus in Deutschland zwischen Aufklärung und den Anfängen der Weimarer Republik PDF mit einer nach seinen Vorstellungen erlassenen und mehrfach abgeänderten Verfassung zu einer konstitutionellen Monarchie um. Oktober 1795 um 6 Uhr morgens im Berliner Kronprinzenpalais geboren und dort am 28.


Författare: Oliver Heil.

Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Theologie – Historische Theologie, Kirchengeschichte, Note: 12, Universität des Saarlandes, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Entstehung des Nationalismus in Deutschland ist eng mit dem Protestantismus verbunden. Das Verhältnis von Protestantismus zu Nationalismus veränderte sich im Laufe der deutschen Geschichte signifikant. Die Theologie wurde im Laufe der Zeit immer politischer und nationaler ausgerichtet, wobei dem Christentum fremde Begriffe wie Volk und Vaterland eine immer größere Bedeutung beigemessen wurde. Die Ursprüngliche universelle Bedeutung des Christentums für alle Menschen, wie sie im Neuen Testament postuliert wird, wurde im Laufe der Zeit durch eine alttestamentarische Bundestheologie verdrängt. Durch diese Verbindung entstand im Laufe der Jahrzehnte eine akzeptierte erlebnisgeprägte religiöse Geschichtsdeutung, welche das deutsche Volk als das von Gott berufene bestimmte. Aus dem anfänglichen Zweckbündnis zwischen Protestantismus und Nationalismus im Kampf gegen die französische Hegemonie und den Einfluss von Katholizismus und Judentum in Deutschland und Europa wurde seitens des Protestantismus eine immer größere Abhängigkeit. Der fortschreitende Bedeutungsverlust in der Gesellschaft führte schließlich dazu, dass der Protestantismus mehr und mehr in der nationalistischen Ideologie aufging und dabei seine eigene Identität verlor. Die Versuche, die 28 evangelischen Landeskirchen in einer einheitlichen Evangelischen Kirche zu organisieren, scheiterten im Verlauf der Geschichte aus unterschiedlichen Gründen. War es zu Beginn der Streit um die Agenden, fehlte es letztlich an einer ernsthaften Bedrohung für die einzelnen Landeskirchen, um sich in einer einheitlichen Kirche formieren zu müssen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Nationalismus zur politischen Staatsreligion in Deutschland avanciert und hatte sich vom Protestantismus weitestgehend emanzipiert. Durch die über Jahrzehnte propagierte Synergie zwischen Protestantismus und Nationalismus hatte sich der Nationalismus schließlich in der Mentalität der deutschen Bevölkerung als nationale Staatsreligion etablieren können. Schließlich standen dem Nationalismus im Kaiserreich neben dem Christentum zwei weitere Bündniskonzepte zur Verfügung. Dabei handelte es sich zum einen um Lagardes Deutschen Gott und zum anderen um die völkische Idee. Der Staat des deutschen Kaiserreichs hatte sich indes säkular ausgerichtet und konnte unabhängig von der Bundestheologie bestehen.

Sein Vater Friedrich Wilhelm bestieg nach dem Tode des Großvaters Friedrich Wilhelm II. Die ersten elf Jahre seines Lebens waren vom Gefühl familiärer Vertrautheit und Beständigkeit gekennzeichnet. Im Gegensatz zu seinem Großvater blieb Friedrich Wilhelms Vater seiner Ehefrau zeitlebens treu. Das enge höfische Umfeld beschrieb den Prinzen als ein künstlerisch begabtes und aufgewecktes, aber auch ungehorsames und eigenwilliges Kind, das seinen Erziehern Probleme machte. Neben der Dynastie prägten die Erzieher das Politikverständnis Friedrich Wilhelms wesentlich mit. Seine frühe Kindheit fiel in eine Zeit, in der die europäischen Monarchien mit der von Frankreich ausgehenden revolutionären Herausforderung konfrontiert waren. In der frühen Kindheit spielten die vertrauten Hofdamen der Mutter, die mit der Familie im Kronprinzenpalais und im Schloss Paretz wohnten, eine Rolle bei der Erziehung, namentlich die Gräfin Voß und die Gräfin Henriette Viereck.

Delbrück war durch die menschenfreundliche Bildungskonzeption des Pädagogen Johann Bernhard Basedow beeinflusst, eines Verfechters des Philanthropismus. Nach diesem Bildungskonzept ermöglichte Delbrück dem Kronprinzen, die Entfaltung seiner Individualität. Der durch Delbrück und andere Hauslehrer erteilte Unterricht in Geschichte, Geographie, Physik, Latein, Französisch, Englisch, Mathematik, Musik und Zeichnen erreichte nicht das zum Besuch einer Universität nötige Niveau, sondern beschränkte sich auf lebensnahe Stoffe. Für die militärische Ausbildung bestellte Friedrich Wilhelm III. Oktober 1805, seinem zehnten Geburtstag, wurde ihm das Offizierspatent als Leutnant der königlichen Garde verliehen. Zur Bestürzung des Königs und im deutlichen Unterschied zu Wilhelm entwickelte der junge Thronfolger niemals ein Talent für militärische Angelegenheiten. Die erste ihm bewusste Zäsur im Leben des Kronprinzen war die Niederlage der preußischen Armee gegen die französischen Truppen Napoleons I.

Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Da die Gefahr einer Gefangennahme durch die Franzosen bestand, wurden die Prinzen am 17. Oktober 1806 von Delbrück nach Königsberg gebracht, wo seine Eltern erst am 9. Nach dem Zusammenbruch Preußens wurde die Erziehung Friedrich Wilhelms auf Druck der Eltern mehr den Erfordernissen einer Regierungsvorbereitung angepasst. Delbrück erteilte Friedrich Wilhelm erstmals Unterricht in politischer Absicht. So lehrte er, dass der russische Zar Peter III.

Den nun in Gang gesetzten Preußischen Reformen mit dem Ziel, den Staat von innen zu modernisieren, stand der Kronprinz eher ablehnend gegenüber. Preußischen Reformen, instand gesetzt werden, kein Verständnis hatte. Der von französischen Hugenotten abstammende Ancillon war Pastor der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin und bestärkte Friedrich Wilhelm aus religiösen Motiven in seiner Ablehnung der Französischen Revolution. Juli 1810 starb, erlaubte sein Vater dem Vierzehnjährigen, die verstorbene Mutter ein letztes Mal zu sehen. So weit war ich gekommen, als Gott uns, den schmerzlichsten Verlust der uns treffen konnte, erleiden ließ. Er nahm uns unsere unaussprechlich verehrte Mutter, die geliebte Königin. Diese zweite große Zäsur seiner Kronprinzenzeit empfand er als Strafe Gottes und wurde von ihm in einen direkten Zusammenhang mit seiner Lebensperspektive gebracht.

Nur durch ein gottgefälligeres Leben glaubte er seine empfundene Schuld am Tod seiner Mutter abtragen zu können. Für sein Kriegsverständnis verwischten sich die Grenzen zwischen Patriotismus und religiösem Eifer. In zahllosen Korrespondenzen dieser Zeit gibt es Berichte des Kronprinzen über religiöse Erlebnisse, die Motive der pietistischen Erweckungsbewegung aufgreifen, wozu subjektive Gotteserfahrung, Kraft des persönlichen Gebets und individuelles Streben nach Heil und Erlösung gehören. Seine Frankophobie behielt Friedrich Wilhelm sein ganzes Leben bei. Der Anblick des Schlachtfeldes bei Großgörschen mit 8500 gefallenen und verwundeten preußischen Soldaten hatte zur Folge, dass der spätere König versuchte, Kriege als politisches Mittel zu vermeiden. Die ideologisch-ästhetische Sichtweise Friedrich Wilhelms bildete im Juli 1815 während seiner Reise ins Rheinland erste schärfere Konturen aus. Die Rheinprovinz war erst im gleichen Jahr durch den Wiener Kongress an Preußen gefallen.

Um den Fortbestand der Hohenzollern-Dynastie zu sichern, schickte König Friedrich Wilhelm III. Die Standhaftigkeit, mit der sich Elisabeth weigerte zum Protestantismus zu konvertieren, steigerte Friedrich Wilhelms Wertschätzung Elisabeths. In ihr sah er eine Person, die wie er ihren Glauben für wichtiger als alles andere hielt. November 1823 wurden Friedrich Wilhelm und Elisabeth von Bayern nach katholischem Ritus per procurationem in der Hofkapelle der Münchner Residenz, danach am 29. November von Bischof Eylert in der Berliner Schlosskapelle getraut. Als intellektuell interessierte und redegewandte Persönlichkeit umgab sich Friedrich Wilhelm gern, besonders während seiner Kronprinzenzeit, mit interessanten Gesprächspartnern. Bedeutende Künstler, Architekten, Literaten, Wissenschaftler, Professoren und Musiker wurden zu den Abendgesellschaften des Kronprinzenpaares eingeladen.