Die Ukraine zwischen Autokratie und Demokratie. PDF

Und darüber hin schwanken wirkungslos die Träume, die immer Träume bleiben werden: Gerechtigkeit, Glück und Friede. USA: Bereits die Gründerväter Amerikas haben ihre Nation nach dem Vorbild der römischen Republik modelliert, haben die zu Mythen gewordenen exempla virtutis der Römer für ihre Zwecke usurpiert. So stilisierte sich Präsident George Washington als ein zweiter Cincinnatus. Wie dieser als vom Pflug abberufener Diktator und Feldherr im Die Ukraine zwischen Autokratie und Demokratie. PDF 458 v.


Författare: Martina Helmerich.
Die Hoffnungen des Westens, dass sich die Ukraine zu einer marktwirtschaftlichen Demokratie wandeln würde, haben sich knapp zwölf Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes nicht erfüllt. Die Ukraine trägt heute Merkmale eines autoritären Präsidialregimes. Die wesentlichen Faktoren für das Scheitern des Demokratisierungsprozesses liegen in der Schwäche der Institutionen Parlament, Regierung und Verfassungsgericht sowie in den Handlungsmustern der Akteure begründet. Da Akteure und Eliten ihre Prägungen in der Sowjetzeit erfahren haben, werden weiterhin typische Praktiken des sowjetischen Nomenklaturastaates angewandt.
Die Autorin unterzieht den Machtstil der beiden Präsidenten Leonid Krawtschuk und Leonid Kutschma einer genauen Analyse. Unter Präsident Kutschma wurde das in der Verfassung vorgesehene semi-präsidentielle System in eine Ein-Mann-Herrschaft verwandelt. Kutschmas Wiederwahl 1999 markiert die autoritäre Wende in der ukrainischen Politik. Seither verharrt die Ukraine in einer Grauzone zwischen Autokratie und Demokratie.

Das Werk beschreibt die Geschichte Roms von Kaiser Trajan bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453. Die darin etablierte Auffassung von der Geschichte Roms als Niedergangsphänomen schuf eine Art historiographischen Archetypus, der bis in unsere Tage fruchtbar geblieben ist. Dichotomie, die es bereits in der Antike gab: Als Erfolgsgeschichte aufgefasst hat sie der Grieche Polybios in seinem Hauptwerk der historiai: Voller Bewunderung stellt er die Ausgewogenheit der römischen Staatsverfassung und die daraus resultierende Stärke Roms heraus. Als Niedergangsgeschichte dagegen fasst sie zu Cäsars Zeiten der Geschichtsschreiber Sallust auf – in der sog. Unter beiden gegensätzlichen Perspektiven wird gegenwärtig die Rolle der Großmacht USA verhandelt: Ist Amerika eine Macht im Aufstieg, oder sind die USA bereits im Niedergang begriffen?

Bei dieser Frage handelt es sich vorwiegend um eine inneramerikanische Debatte, die sich in zwei Lager teilen lässt: in die sog. Parallelen zwischen dem Imperium Romanum und den USA 1. Rom absorbierte wie die USA Menschen verschiedener Nationen und Glaubensrichtungen und verlieh ihnen das Bürgerrecht. Das seit 1782 bestehende Staatssiegel der USA trägt die programmatische lateinische Inschrift E pluribus unum, eine Formel, die auch auf alle amerikanischen Münzen geprägt ist. Dieser Prozess der zunehmenden Verarmung weiter Schichten zugunsten der Bereicherung einer kleinen Elite an der Spitze der Gesellschaft ist typisch auch für Amerika in den letzten Jahrzehnten geworden. Im Zeitraum von 1970-2000 durchliefen die Vereinigten Staaten einen Prozeß der gesellschaftlichen Polarisierung ähnlich dem in Rom. Rom wie die USA haben in ihren jeweiligen Einflussbereichen einheitliche Maßstäbe in verwaltungstechnischer, ökonomischer und kultureller Hinsicht geschaffen.

Dabei lassen sich die von den Römern geschaffenen Infrastrukturen wie das weitverzweigte Straßennetz und das in seiner Schnelligkeit bis zum Aufkommen der Eisenbahn unerreichte Postsystem des cursus publicus mit der weltumspannenden Computertechnik amerikanischer Provenienz wie Microsoft, Apple, Google etc. Wie die Amerikaner heute hatten die Römer die besttrainierte Armee ihrer Zeit, den größten Militärhaushalt und die beste Ausrüstung. Die amerikanischen Militärausgaben machen ein Drittel der Militärausgaben weltweit aus. Die Gladiatorenspiele des Kolosseums hatten neben ihrer systemaffirmierenden Funktion der Unterhaltung und Ablenkung breiter Massen auch die Aufgabe, nach innen und außen die Kampfbereitschaft, Härte und Unbezwingbarkeit der Römer zu kommunizieren.