Die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen, Vol. 2 PDF

Die Lebensweise des Großen Tenrek ist relativ gut erforscht. Als Unterschlupf nutzt er selbst gegrabene Tunnel, die mit einem Nest aus Pflanzen ausgestattet sind. Der Große Tenrek wurde bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen, Vol. 2 PDF Europa erwähnt, seine wissenschaftliche Erstbeschreibung als Art datiert in das Jahr 1777.


Författare: Johann Christian Daniel Schreber.

Obwohl die Bezeichnung der Gattung mit Tenrec etwa zwei Jahrzehnte später erfolgte, war der Große Tenrek im Verlauf des 19. Jahrhunderts unter der jüngeren Bezeichnung Centetes bekannt. Jahrhunderts setzte sich der heute gültige Name durch. Der Große Tenrek ist der größte Vertreter der Tenreks. Ausgewachsene Tiere haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 26,5 bis 39 cm und einen 1,0 bis 1,5 cm langen Schwanz. Jungtiere unterscheiden sich deutlich von ausgewachsenen Individuen.

Sie haben bis zu einer Körperlänge von 16 cm eine dunkelbraune Rückenfärbung, die von fünf längsgerichteten Streifen aus weißlichen Stacheln unterbrochen wird. Auf der Mittellinie befindet sich ein Stridulationsorgan wie es vergleichbar bei den Streifentenreks vorkommt. Der Schädel ist langgestreckt sowie zylindrisch und mit einem ausgezogenen Rostrum versehen. Der Hirnschädel zeigt dagegen einen kurzen, schmalen und winkligen Bau, hier sind außerdem kräftige Knochenwülste in der Sagittal- und Lambdaregion vorhanden. Das Verhältnis von vorderem zu hinterem Schädelabschnitt beträgt 0,64:0,36. In der oberen Zahnreihe bestehen beidseits des Eckzahns und hinter dem ersten Prämolaren kurze Diastemata, in der unteren Zahnreihe fehlt die Zahnlücke vor dem Eckzahn. Die Wirbelsäule setzt sich aus 7 Hals-, 17 bis 19 Brust-, 4 bis 7 Lenden-, 2 bis 3 Kreuzbein- und 8 bis 10 Schwanzwirbeln zusammen.

Die weitgehend generalisierte, bodenbewohnende Lebensweise des Großen Tenrek lässt sich auch am Skelettbau erkennen. Der Große Tenrek lebt endemisch auf ganz Madagaskar. Er kommt in nahezu allen Waldlandschaften der Insel vor, von den feuchten tropischen Regenwäldern im Osten über die laubabwerfenden trockenen Wälder des Westens bis hin zu den sehr trockenen Dornenbuschgebieten des Südwestens. Die Lebensweise des Großen Tenreks ist relativ gut erforscht, sie wurde an Freilandtieren auf Madagaskar und den Seychellen studiert. Sie sind hauptsächlich nachtaktiv mit einer bimodalen Verteilung: die erste Aktivitätsphase findet am frühen Abend zwischen 19:30 und 21:00 Uhr statt mit einem Höhepunkt um 20.

Die zweite erstreckt sich von 00:30 bis 05:00 Uhr mit der Hauptaktivität von 01:00 bis 02:00 Uhr. Der Große Tenrek nutzt individuelle Aktionsräume von 1 bis 3 ha Größe, die Ausmaße sind abhängig vom Nahrungsangebot. Sie überlappen sich im Grenzgebiet mit denen anderer Individuen. Die Ruhezeit verbringen die Tiere in natürlichen oder selbst gegrabenen unterirdischen Bauen. Die Baue variieren je nach Jahreszeit, Alter und Geschlecht. Allgemein lebt der Große Tenrek einzelgängerisch, Ausnahmen stellen Mutter-Jungtiergruppen dar, während der Paarung bleiben Männchen und Weibchen teilweise bis zu drei Tage zusammen. Finden diese doch statt, inspizieren sich die Tiere eine kurze Zeit gegenseitig, teilweise begleitet von schnaufenden Tönen, und trennen sich dann wieder.