Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen PDF

Robert Schumanns Tod im Irrenhaus – ein schwarzer Schatten über der deutschen Musik? Vogel als Prophet – „Waldszenen“ op. Leidenszeit in der Irrenanstalt – verwischte Spuren Gibt es eine andere Biographie der Musikgeschichte, die so umstritten ist? Bis heute stehen sich zwei Parteien unversöhnlich gegenüber: die einen wollen bis in die die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen PDF Einzelheiten das Verhalten von Schumanns Umkreis und seiner Ärzte rechtfertigen, als gelte es den Ruf der eigenen Familie zu wahren.


Författare: Friedrich Nietzsche.

Friedrich Nietzsche: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen
Entstanden 1872/73.
Vollständige Neuausgabe mit einer Biographie des Autors.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2013.
Textgrundlage ist die Ausgabe:
Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. Band 3, Herausgegeben von Karl Schlechta. München: Hanser, 1954.
Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage.
Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt.

Wer zum ersten Mal etwas davon hört, kann einfach nicht glauben, wie sehr Robert in der Irrenanstalt gelitten hat und wie extrem er dort von Clara und allen früheren Freunden isoliert wurde bis er buchstäblich verschimmelte. Von 1830 bis 1853 hatte er eine führende Rolle im deutschen Musikleben gespielt, und dann war er von heute auf morgen wie lebendig begraben. Ansonsten wurde in diesen Jahren von denen, die er selbst als Bahnbereiter begrüßt hatte, ein neues Ideal für die Musik geschaffen, und an deren Beginn stand die Abwendung zuerst gegen Robert als Person und dann gegen seine Spätwerke. Claras Konzerttourneen, Brahms‘ Werke und nicht zuletzt sein „Deutsches Requiem“ sowie Joachims Tätigkeit in Berlin haben in der zweiten Hälfte des 19. Vielleicht ist es sogar in gewisser Weise wahr, dass nur jemand für Schumanns Zeit in der Irrenanstalt Verständnis aufbringen kann, der aus eigener Erfahrung das Leiden an der bürgerlichen Harmonie kennt. Jedenfalls muss zu denken geben, wie sorgfältig alle wichtigen Spuren getilgt wurden. Schumanns Briefe an Clara sind ab dem Jahr 1851 vernichtet oder nicht zugänglich.

Ich fand sie, was die Gefühläußerungen betrifft, sehr monoton, lauter Klagelieder, die wohl gerechtfertigt waren durch das schwere Schicksal, die ich aber nie der Öffentlichkeit preisgegeben sehen möchte. Nicht ohne große Erregung lebte ich in diesen Briefen die ganze Vergangenheit seit Roberts Krankheit wieder durch „. Auch diese Tagebücher – ohnehin oft mehr im Blick auf die Kinder und die Nachwelt geschrieben, denn als offenes Selbstgespräch – wurden vernichtet, nachdem Litzmann nur die Passagen zitieren durfte, die die Kontrolle der über das Ansehen ihrer Mutter wachenden Tochter Marie passiert hatten. Der Aufnahmebericht mit der Anamnese fehlt bis heute, ebenso alle regelmäßigen Berichte der Ärzte an Clara. Immer wieder wird gesagt, die Ärzte hätten Clara abgeraten oder gar verboten, dass sie oder ihre Kinder Robert besuchen.

Die entsprechenden Briefe sind aber nicht mehr vorhanden. Auch als Robert dies deutlich wünschte, spätestens Anfang 1855, ist Clara jedoch nicht zu ihm gefahren. Seit 2006 sind die erhaltenen Krankenberichte vollständig veröffentlicht, ergänzt um alle Briefe aus dieser Zeit. Was dort steht, spricht für sich. Anfangs hat er vielleicht wirklich in der Einlieferung in die Irrenanstalt eine Flucht aus dem missglückten Familienleben und Hilfe vor den ihn überwältigenden akustischen Halluzinationen gesehen. An den Tagen zwischen dem Selbstmordversuch und der Fahrt in die Irrenanstalt am 4.

Weihnachten 1854 kam mit Joseph Joachim der erste Besuch. Das hat ihm offenbar völlig die Augen geöffnet über seine Lage. Verhalten der Wärter ihm gegenüber und versucht, sein Leben zu normalisieren. Sagte bei der Abendvisite er sey gesund her gekommen. Für Clara und die Kinder hat er Joachim keine Geschenke mitgegeben, was sie tief enttäuschen musste. 1854 bringt sie „fast ausschließlich mit Ordnen und Verbrennen vieler Briefe zu, wobei Johannes mir treulich half! Ihm macht das Verbrennen freude, das ’sich krümmen‘ so mancher Namen!