Die neue Liebesordnung PDF

Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1971, als Eva Illouz zehn war, zog die Familie aus Die neue Liebesordnung PDF nach Frankreich. Sie ging in Sarcelles zur Schule und studierte später in Paris sowie an der University of Pennsylvania in den USA.


Författare: Eva Illouz.
E. L. James‘ BDSM-Trilogie »Shades of Grey« war weltweit ein gigantischer Erfolg, insbesondere bei Frauen. Aber warum? Wegen des vermeintlich pornographischen Inhalts? Weil eine ausgeklügelte Marketingstrategie dahintersteckte? Eva Illouz liest die Trilogie vor dem Hintergrund der These, daß manche Bücher deshalb zu Bestsellern werden, weil sie ein tatsächlich bestehendes und weitverbreitetes sozio-kulturelles Problem zugleich darstellen und lösen. »Shades of Grey« ist ihr zufolge weder ein »Mamiporno« noch ein antifeministisches Machwerk, sondern funktioniert wie ein gut gemachter Ratgeber, der zeigt, wie sich die Aporien zeitgenössischer heterosexueller Liebesbeziehung praktisch überwinden lassen.

Sie war Gastprofessorin in Princeton und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales. Im Jahr 2019 wird sie im Rahmen der Niklas-Luhmann-Gastprofessur in Bielefeld lehren. Eva Illouz ist Autorin von 12 Büchern, die in 18 Sprachen übersetzt wurden, und schreibt regelmäßig für Zeitungen wie Die Zeit, Le Monde und Ha’aretz. Im Jahre 2009 wurde sie von der Zeitung Die Zeit in eine Reihe von zwölf Intellektuellen gewählt, die wahrscheinlich das Denken der Zukunft verändern werden. 2013 wurde sie mit einem Anneliese-Maier-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet.

Gestaltung von Wortschatz, Metaphern und kausalen Modellen, durch die wir uns wahrnehmen, denken und unser emotionales Leben gestalten. Indem sich die Massenmedien im 20. Zielgruppe an sich zu binden, haben sich beim Publikum die Mechanismen, mittels derer es sich mit komplexen Emotionen auseinandersetzt, verändert. Haben somit die Massenmedien zu einem Unterschied in unserem emotionalen Leben beigetragen und wenn ja, was ist die Natur dieses Unterschiedes? Nach der Untersuchung einer Reihe von Werbeanzeigen in Frauenmagazinen und Werbefilmen aus der Zeit um 1930 stellten Werbung und Filmkultur Waren als Übertragungsmedium für emotionalen Ausdruck und besonders für romantische Erfahrungen dar. Waren aller Art, wie Seifen, Kühlschränke, Jausensackerl, Uhren, Diamanten, Zerealien, Kosmetik und viele andere werden als emotional erfahrbar präsentiert.

Der zweite Prozess war die Kommodifizierung der Romantik seit dem 19. Jahrhundert: Aufkommen von Rendezvous, Dating und das gemeinsame Konsumieren von Produkten der Freizeitindustrie. Objekte als bedrohlich, die Freiheit aber als Feld sieht, seine ureigenen Wünsche zu formulieren. Die besondere Qualität von Emotionen werde verkannt und scheinbar rationalen Beurteilungen unterworfen. Jahrhundert durften sich Gefühle erst nach bestimmten Ritualen erlauben, so waren Liebesbriefe bestimmten Codes unterworfen. Illouz argumentiert, dass die Psychologie einen zentralen Punkt der modernen Identität und des Gefühlslebens darstellt: Seit den 1920er bis zu den 1960er Jahren sind die klinischen Psychologen zur dominanten Gruppe geworden. Sie beraten die Armee, die Unternehmen, die Schule, den Staat, das Sozialwesen, die Medien und haben Einfluss auf Kindererziehung, Sexualität, Heirat und Seelsorge.