Die Hoffnung der Pandora PDF

Die Artikel Büchse der Pandora und Pandora überschneiden sich thematisch. Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Die Hoffnung der Pandora PDF bis dahin unbekannten Übel wie Mühe, Krankheit und Tod. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete.


Författare: Bruno Latour.

„Glaubst du an die Wirklichkeit?“ Diese Frage eines Kollegen verwunderte Bruno Latour. In diesem Buch liefert er seine detaillierte Antwort. Anhand verschiedener Fallstudien – eine bodenkundliche Expedition im Regenwald des Amazonas, die französische Atomforschung kurz vor der Okkupation, die Entdeckung des Milchsäureferments durch Pasteur – nimmt Latour die vieldiskutierte Frage auf, ob die im Labor gewonnen Tatsachen „konstruiert“ oder „wirklich“ sind. Doch bereits diese Frage soll vor allem eine polemische Form des wissenschaftlichen „Objekts“ begründen und ist Teil der gegenwärtigen „Science Wars“, die er bis in die Antike verfolgt. Bei aller Instrumentalisierung der Wissenschaften zum Zweck der Bevormundung, ist Latour dennoch kein Wissenschaftsgegner, sondern für die Forschung in ihrem offenen Experimentieren.

Auf Weisung des Zeus hatte Hephaistos aus Lehm die erste Frau geschaffen, Pandora. Sie war ein Teil der Strafe für die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers. Prometheus’ Bruder Epimetheus und Pandora heirateten. Zeus wies Pandora an, den Menschen die Büchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfe. Doch sogleich nach ihrer Heirat öffnete Pandora die Büchse.

Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Von diesem Zeitpunkt an eroberte das Schlechte die Welt. Bevor diese auch entweichen konnte, wurde die Büchse wieder geschlossen. So wurde die Welt ein trostloser Ort. Gelegentlich findet man in Sekundärliteratur die Behauptung, die Büchse sei ein zweites Mal geöffnet worden, sodass auch die Hoffnung entweichen konnte. Dabei könnte es sich um Versuche handeln zu erklären, warum die Menschen die Hoffnung kennen. Demgegenüber steht die Auffassung von Nietzsche, nach der die Hoffnung in Wahrheit das größte Übel aller in der Büchse befindlichen Flüche ist: Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen.

Gisela Fuchs zufolge wurde der Mythos der Pandora in der Antike kaum rezipiert. Er gewann erst wieder in der Renaissance an Bedeutung. Heute ist das Öffnen der Büchse der Pandora ein Inbegriff für das Stiften eines Unheils, das sich nicht wiedergutmachen lässt. Dora und Erwin Panofsky gelang 1956 der Nachweis, dass das Wort Büchse aus einem Übersetzungsfehler Erasmus von Rotterdams bei der Übertragung des griechischen Textes ins Lateinische stamme.

Der irische Autor Jack Holland beschreibt Hesiods schriftliche Fixierung des Pandoramythos als den Ursprung des weltweiten Frauenhasses. Dora Panofsky, Erwin Panofsky: Die Büchse der Pandora. Aus dem Englischen übersetzt von Peter D. Campus, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-593-34628-1.