Die Gabe der Liebe PDF

Die Heilige Synode hat bereits in der Konstitution, die mit den Worten „Das Licht der Völker“ beginnt, dargelegt, daß das Streben nach vollkommener Liebe auf dem Weg der evangelischen Räte in Lehre und Leben des göttlichen Meisters seinen Ursprung hat und wie ein leuchtendes Zeichen des Himmelreiches erscheint. Sie möchte nun von der Lebensordnung der Institute handeln, in denen Keuschheit, Armut und Gehorsam gelobt werden, und für deren zeitbedingte Erfordernisse Vorsorge treffen. Von Anfang an gab es in der Kirche Männer und Frauen, die durch die Befolgung die Gabe der Liebe PDF evangelischen Räte Christus in größerer Freiheit nachzufolgen und ihn ausdrücklicher nachzuahmen verlangten und die – jeder auf seine Weise – ein Leben führten, das Gott geweiht war. Viele wählten unter dem Antrieb des Heiligen Geistes ein Einsiedlerleben, andere gaben den Anstoß zu religiösen Gemeinschaften, die von der Kirche kraft ihrer Vollmacht gern unterstützt und bestätigt wurden.


Författare: Joel S. Goldsmith.
Joe S. Goldsmith (1892 – 1964) widmete sein Leben der Entdeckung spiritueller Wahrheiten und ihrer praktischen Anwendung im täglichen Leben. Er fasste seine Lehrtätigkeit unter dem Begriff "The Infinite Way" zusammen.
Eine einfache Technik für Kinder, die unmittelbar im Alltag angewendet werden und das ganze Leben zu einem Epos der Freude und Erfüllung machen kann, ist Goldsmiths Rat in der "Lebensweisheit für Samuel": "Alles, was du zu tun hast, ist, deine Augen zu schließen, für kurze Zeit ruhig zu sein und dir bewusst zu werden, dass Gott in dir ist, so nahe wie dein Herz. Verharre einige Minuten in diesem Gewahrsein, lausche tief in dich hinein und der Geist selbst wird sich deiner Probleme annehmen."
In der "Gabe der Liebe" erläutert Goldsmith die Quintessenz einer Liebe, die alle und alles einschließt: "Zwischen Gott und Seiner Schöpfung besteht einzig und allein eine Beziehung der Liebe, einer Liebe, die wahrhaft vereint, einer Liebe, die Gott und Mensch in einer ewigen Beziehung der Einheit verbindet. Wenn ein Mann und eine Frau das unzertrennliche und unsichtbare Band der Einheit anerkennen, das zwischen ihnen und Gott besteht, dann erschafft das von selbst eine Verbindung zwischen ihnen." Nur ein spirituelles Band, das zwischen zwei Menschen besteht, kann sie für immer in Liebe vereinen und diese Liebe fruchtbar, erfüllend, harmonisch und rein erhalten.

Damit aber der besondere Wert eines durch die Verpflichtung auf die evangelischen Räte geweihten Lebens und dessen notwendige Aufgabe der Kirche in der gegenwärtigen Zeit zu größerem Nutzen gereiche, erläßt diese Heilige Synode die folgenden Bestimmungen. Sie berücksichtigen aber nur die allgemeinen Grundsätze einer zeitgemäßen Erneuerung der Ordensgemeinschaften sowie – unter Wahrung ihrer jeweiligen Eigenart – der Gesellschaften des gemeinsamen Lebens ohne Gelübde und der Weltinstitute. Zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens heißt: ständige Rückkehr zu den Quellen jedes christlichen Lebens und zum Geist des Ursprungs der einzelnen Institute, zugleich aber deren Anpassung an die veränderten Zeitverhältnisse. Letzte Norm des Ordenslebens ist die im Evangelium dargelegte Nachfolge Christi. Sie hat allen Instituten als oberste Regel zu gelten.

Es ist der Kirche zum Nutzen, daß die Institute ihre Eigenart und ihre besondere Aufgabe haben. Darum sind der Geist und die eigentlichen Absichten der Gründer wie auch die gesunden Überlieferungen, die zusammen das Erbe jedes Institutes ausmachen, treu zu erforschen und zu bewahren. Alle Institute sollen am Leben der Kirche teilnehmen und sich entsprechend ihrem besonderen Charakter deren Erneuerungsbestrebungen – auf biblischem, liturgischem, dogmatischem, pastoralem, ökumenischem, missionarischem und sozialem Gebiet – zu eigen machen und sie nach Kräften fördern. Die Institute sollen dafür sorgen, daß ihre Mitglieder die Lebensverhältnisse der Menschen, die Zeitlage sowie die Erfordernisse der Kirche wirklich kennen, damit sie die heutige Welt im Licht des Glaubens richtig beurteilen und den Menschen mit lebendigem apostolischem Eifer wirksamer helfen können. Förderung äußerer Werke immer das Wesentliche zu sein.

Lebensweise, Gebet und Arbeit müssen den körperlichen und seelischen Voraussetzungen der Menschen von heute, aber auch – soweit die Eigenart des Instituts es verlangt – den Erfordernissen des Apostolats, den Ansprüchen der Kultur, der sozialen und wirtschaftlichen Umwelt entsprechen. Das gilt überall, vor allem in den Missionsgebieten. Nach denselben Kriterien ist auch die Art und Weise der Leitung in den Instituten zu überprüfen. Zur wirksamen Erneuerung und echten Anpassung ist die Zusammenarbeit aller Mitglieder eines Instituts unerläßlich. Richtlinien für die zeitgemäße Erneuerung festzusetzen, Vorschriften zu erlassen und hinreichende, kluge Erprobung zu gestatten ist jedoch einzig Sache der rechtmäßigen Autoritäten, vor allem der Generalkapitel, unbeschadet der Gutheißung durch den Heiligen Stuhl oder die Ortsordinarien, wo es die Rechtsnormen erfordern. Das begründet gleichsam eine besondere Weihe, die zutiefst in der Taufweihe wurzelt und diese voller zum Ausdruck bringt.

Daraus fließt die Nächstenliebe zum Heil der Welt und zum Aufbau der Kirche und erhält neuen Antrieb. Diese Liebe beseelt und leitet auch selbst wieder die Verwirklichung der evangelischen Räte. Zahlreich sind in der Kirche die Kleriker- und Laieninstitute, die sich mannigfachen apostolischen Aufgaben widmen. Ihre Gaben sind verschieden gemäß der ihnen verliehenen Gnade.