Die Ertragsteuern PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Unternehmensbesteuerung die Ertragsteuern PDF die Gesamtheit der Steuern, denen Unternehmen unterliegen. Die gesetzlichen Regelungen zur Ertragsbesteuerung in Deutschland werden von der Unterscheidung zwischen der Besteuerung im Sinne des Transparenzprinzips und der Besteuerung im Sinne des Trennungsprinzips bestimmt. Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden transparent besteuert, erzielte Gewinne und sonstige Einkünfte unterliegen der Einkommensteuer des Gesellschafters.


Författare: Gerd Rose.

Angesichts der absolut wie relativ gewaltigen Haushalte moderner Industriestaaten braucht über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Besteuerung kein Wort verloren zu werden. In welchem Umfang darüber hinaus die Steuern nicht nur Mittel zur Ein­ nahmeerzielung, sondern auch Mittel zur Durchsetzung wirtschafts-und sozialpoli­ tischer Ziele geworden sind, ist ebenfalls bekannt. Für die Betriebswirtschaftslehre, die sich mit Einzelbetrieben, bevorzugt mit Unter­ nehmungen, beschäftigt, ist primär die Steuerbelastung in mikroökonomischer Sicht interessant. Auch unter diesem Betrachtungswinkel ist das große Gewicht der Besteu­ erung offensichtlich, kann doch die Belastung gewerblicher Unternehmungen in der Bundesrepublik Deutschland allein mit Einkommen-, Ertrag-und Vermögensteuern gegenwärtig mit durchschnittlich gut 25 OJo des Rohüberschusses angenommen wer­ den; die Spitzenwerte reichen weit darüber hinaus, Steueraufwendungen können die erwirtschafteten Unternehmungserfolge auch völlig aufzehren. Mithin ist eine mög­ lichst genaue Kenntnis der Höhe, der Zusammensetzung und der Natur der betriebli­ chen Steuerbelastung eine der zahlreichen Voraussetzungen für rationale Unterneh­ merische Entscheidungen. Die Gewinnung solcher genauen Kenntnisse ist aber des­ halb sehr erschwert, weil das gegenwärtige deutsche Steuerrecht keine eigentliche Unternehmungs-oder Betriebsbesteuerung kennt. Die Unternehmung ist nur in Aus­ nahemfällen – gleichsam zufällig – steuerfähig. Dem fiskalischen Zugriff der ver­ schiedensten Steuerarten unterliegen statt dessen juristisch definierte Bemessungs­ grundlagen, die sich an Existenz, Vermögensbestand, Aktionen und Ergebnisse un­ ternehmerischer Betätigung anlehnen, ihnen aber regelmäßig nicht entsprechen.

Einkommen von Kapitalgesellschaften werden dem Trennungsprinzip unterworfen, Gewinne unterliegen der Körperschaftsteuer. Sie wird von der Kapitalgesellschaft entrichtet. Ausschüttungen unterliegen der jeweiligen Ertragsteuer beim Empfänger der Ausschüttung, während sie bei der Kapitalgesellschaft nicht abzugsfähig sind. Werden im Rahmen der Tätigkeit des Unternehmens im Inland Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, so ist zusätzlich Gewerbesteuer zu zahlen. Zur Einkommen- und Körperschaftsteuer wird ein Solidaritätszuschlag erhoben.

Die Umsatzsteuer wird zwar beim Unternehmen erhoben, ist aber wirtschaftlich durch den Endverbraucher zu tragen. Die Grunderwerbsteuer wird beim Erwerb eines inländischen Grundstücks erhoben. Die Grundsteuer wird als Gemeindesteuer auf das Eigentum an Grundstücken erhoben. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer fällt auf eine Erbschaft oder Schenkung an. Dies ist auch dann der Fall, wenn ganze Unternehmen oder Unternehmensanteile vererbt beziehungsweise verschenkt werden.

Um die steuerliche Benachteiligung von Unternehmen mit grenzüberschreitenden Aktivitäten zu vermindern, sind zwischen vielen Ländern Abkommen zur Reduzierung der Doppelbesteuerung vereinbart worden. Diese basieren in der Regel auf dem Musterabkommen der OECD. Empirisch sind die tatsächlichen Steuerbelastungen international agierender Konzerne kaum zuverlässig ermittelbar. Dieser Wert gilt für einen Referenz-Hebesatz von 400 Prozentpunkten bei der Gewerbesteuer. Die tatsächliche Steuerbelastung könnte je nach Kommune abweichen.