Die Cholmer Frage 1905-1918 PDF

Dies ist die gesichtete Version, die die Cholmer Frage 1905-1918 PDF 14. Die Geschichte der Deutschen im Raum Łódź beginnt Ende des 18. Zu dieser Zeit waren die Nachkommen früherer Einwanderungswellen im Mittelalter und der frühen Neuzeit bereits assimiliert.


Författare: Klaus Kindler.
Am 9. Mai 1912 beschloß die russische Staatsduma die Schaffung eines besonderen Cholmer Gouvernements aus den östlichen Kreisen der Gouvernements Lublin und Siedlce. Durch den Brester Frieden vom 9. Februar 1918 überließen die Mittelmächte das Cholmer Land der Ukraine, was eine tiefe Mißstimmung bei den Polen hervorrief. Anhand umfangreichen polnischen, österreichischen und deutschen Aktenmaterials werden die Entstehung des Cholmer Projektes seit dem 19. Jahrhundert und die Auswirkungen des Ukrainefriedens (1918) auf die deutsche und österreichische Polenpolitik geschildert. Bei der vorliegenden Untersuchung handelt es sich um den Versuch einer kritischen Gesamtdarstellung des zwischen Polen, Russen und Ukrainern umstrittenen Cholmer Problems.

In den 1930er Jahren lebten im Raum Łódź, zwischen den Flüssen Warthe, Bzura und Pilica, etwa 180. Jahrhundert waren sie zeitweise die größte Bevölkerungsgruppe der Stadt. Im Rahmen der deutschen Ostsiedlung kamen bereits im Mittelalter deutsche Einwanderer in diese Region. In den folgenden Jahrhunderten verschmolzen diese Deutschen mit ihrem polnischen Umfeld.

Jahrhundert, als es erneut zu einer Einwanderung deutscher Bauern in diese Region kam, waren die Nachkommen der frühen Einwanderer bereits assimiliert. In den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts erreichte die neuzeitliche Siedlungsbewegung deutscher Bauern, die seit dem 16. Jahrhundert von Westen her immer weiter nach Osten vordrang, den Raum des späteren Łódźer Industriegebietes. Den Anlass für die Zuwanderung der deutschen Bauern gaben die örtlichen Adligen, die ihre Einnahmen durch den von den Ansiedlern zu zahlenden Pachtzins erhöhen wollten.

In der Regel beauftragte der Grundeigentümer einen Werber, der die westlicher gelegenen deutschen Siedlungsgebiete bereiste und dort die Siedler anwarb und in das Siedlungsgebiet führte. Regel Streusiedlungen, wobei sie feuchte, kaltgrundige Böden bevorzugten. Typisch für ihre Dörfer waren außerdem Bohlenscheunen oder aus kurzen Bohlen erbaute Ständerscheunen. Bei der Beschreibung der Herkunft der Siedler ist jedoch zu bedenken, dass die Familien zumeist seit mehreren Generationen im polnischen Sprachraum lebten und dass es daher bereits zu einer gewissen Durchmischung und Assimilation gekommen war. Im Jahr 1793 gelangte die Region um Łódź im Rahmen der zweiten polnischen Teilung als Teil Südpreußens zu Preußen.

Im Jahr 1801 wurde mit Unterstützung des Grundherrn Raphael von Bratuszewski das erste evangelische Kirchspiel der Region in Ruda-Bugaj gegründet, dessen erster Pfarrer Friedrich Georg Tuve wurde. Die private Kolonisation wurde unter der Herrschaft Preußens gebremst, denn da die meisten dieser Siedler aus anderen preußischen Provinzen stammten, war damit im Sinne der Peuplierungspolitik kein Gewinn zu erzielen. Die staatliche Kolonisation wurde mit erheblichem Aufwand betrieben: Allein die Einrichtung einer Siedlerstelle in Südpreußen kostete 1000 Taler. Obwohl die Anwerbung von Siedlern noch im Gange war, kam es bereits 1803 und 1804 zu einer verstärkten Ab- bzw. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoléon kam die Region durch den Frieden von Tilsit im Jahr 1807 zum neugebildeten Herzogtum Warschau, bei dem es sich um einen Satellitenstaat Frankreichs handelte. All diese Ereignisse brachten die Menschen in der Region in große Not.

Besonders davon betroffen waren die süddeutschen Einwanderer, denen die gewährten Vergünstigungen seit 1807 immer weiter gekürzt wurden und die, als ihre Freijahre abgelaufen waren, oft noch nicht die Gelegenheit gehabt hatten, ihre Wirtschaft in Gang zu bringen. Vielfach wurde um zusätzliche Freijahre gebeten. Als die Russen 1813 ins Land kamen, befanden sich viele deutsche Siedler in einer verzweifelten Situation, so dass die Werbekampagne des russischen Staates für eine Auswanderung nach Bessarabien auf fruchtbaren Boden fiel. Für die Werber war das Ganze offenbar ein einträgliches Geschäft, was einzelne zu kriminellen Methoden greifen ließ: Aus Brużyczka ist schriftlich überliefert, dass die Einwohner mit Waffengewalt zur Auswanderung gezwungen werden sollten.

Sechzehn der vierundzwanzig Familien konnten jedoch entkommen und später gerichtlich ihren Besitzanspruch auf ihre Siedlerstellen, die sie angeblich verkauft hatten, geltend machen. Die Abwanderung aus Mittelpolen nach Bessarabien dauerte bis 1840 an. Von 1815 an gehörte die Łódźer Region zu dem auf dem Wiener Kongress gebildeten so genannten Kongresspolen, das dem russischen Zaren unterstand. Der Gründung der Städte folgte der Aufbau des evangelischen Kirchenwesens. Zumeist mit Unterstützung der Grundherren wurden folgende Kirchspiele gegründet: 1826: Łódź St.

In den Jahren nach 1815 war es aus Südpreußen auch zu einer Abwanderung neu angesiedelter Familien nach Preußen gekommen, da manche der unmittelbar aus dem deutschen Reich eingewanderten Familien sich nicht vorstellen konnten, unter fremder Herrschaft zu leben. 31 blieb die überwiegende Mehrheit der Deutschen passiv, da sie Vorbehalte gegenüber dem polnischen Adel und dem gegenüber den Protestanten intoleranten polnischen Klerus hatten. Diese Haltung teilten die Pastoren Herrmann aus Brzeziny und Metzner aus Łódź, ganz im Gegensatz zur Mehrheit der evangelischen Pastoren, die den Aufstand unterstützten. In den neu gegründeten Städten in der Umgebung von Łódź waren die Deutschen vielfach tonangebend, zumal deutsche Handwerker bei der Industrialisierung der Region eine Schlüsselrolle spielten. Diese besondere Situation führte zu einer zunehmenden Konzentration der Polendeutschen in der immer schneller wachsenden Stadt Łódź und dem umliegenden Städten. In den Jahren 1834 bis 1838 kam es noch einmal zur Werbung von Siedlern direkt aus Deutschland, wobei nun, anders als sonst, alte polnische Dörfer mit gutem Lehmboden zur Besiedlung freigegeben wurden. Die Einwanderung aus Hessen endete im Jahr 1839, und in den 1840er Jahren kam auch die Zuwanderung aus dem Posener Raum und anderen westlicher gelegenen polnischen Gebieten zum Erliegen, da Amerika als Auswanderungsziel immer beliebter wurde.

Indem neue Siedler aus den westlichen Regionen ausblieben, wurden die Polendeutschen von neuen Ideen und Entwicklungen abgeschnitten, lebten zunehmend isoliert und gerieten in Rückschrittlichkeit. In Deutschland gerieten die Polendeutschen in der zweiten Hälfte des 19. 64, der letztendlich von den Russen niedergeschlagen werden konnte, weil die noch immer unfreien polnischen Bauern passiv blieben, war der Wendepunkt in der Geschichte der Polendeutschen. Es gab jedoch auch Deutsche auf Seiten der Polen. Auch Pastor Biederman in Pabianice soll Sympathien für die polnische Seite gehegt haben. In dieser Situation gerieten die Deutschen zwischen die Fronten, und es kam vielfach zu Übergriffen.