Die Burgen Heinrichs IV. und die Sachsenkriege von 1073-1075 PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Als Sachsenkrieg bezeichnet man die Auseinandersetzungen zwischen dem salischen Die Burgen Heinrichs IV. und die Sachsenkriege von 1073-1075 PDF und den aufständischen Sachsen. Missstimmung zwischen dem salischen Königshaus und den Sachsen bestand bereits unter Heinrichs Vater Heinrich III. Um den Grund für den Ausbruch des Aufstands zu erfassen, ist es wichtig sich mit den beteiligten Personen und Parteien zu befassen.


Författare: Tobias Heyer.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europa – and. Länder – Mittelalter, Frühe Neuzeit, einseitig bedruckt, Note: 2,3, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Veranstaltung: Das Rittertum als europäisches Phänomen, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit versucht die Rolle des Burgenbaus in den Sachsenkriegen 1073-1075 unter König Heinrich IV. zu ergründen. Zentral sind dabei die Quellen Brunos, Lampert von Hersfelds und der Burgen selbst. Wichtig ist dabei die Parteilichkeit der schriftlichen Quellen mit einzuberechnen und die Perspektiven der Kriegsparteien möglichst tief zu durchleuchten, um ein möglichst objektives Ergebnis zu erhalten. Die Hintergründe des Sachsenkriege werden ebenfalls erarbeitet und in Beziehung zu den Burgen im Gebiet der Sachsen gesetzt.

In dem Fall sind es Heinrich IV. Der König hatte seine eigenen Gründe, die auch mit dem Staatsstreich von Kaiserswerth begründet waren und weitreichende Folgen hatten. Die Zeit nach dem Staatsstreich wurde von den Reichsfürsten nämlich dazu genutzt, um ihre Machtbasis innerhalb des Reichs weiter auszubauen, da es ja de facto keinen Herrscher gab, der sie hätte hindern können. Die Motive der sächsischen Adeligen sind nun offensichtlich, da sie ja massiv von Heinrichs Aktionen betroffen waren. Sie waren folglich empört und wollten ihren Einfluss, den sie während der Abstinenz des Herrschers aufgebaut hatten, nicht so leicht wieder aufgeben. Die Querelen um die Ministerialen zogen weiter ihre Kreise und machten auch nicht vor den nicht Aufständischen halt. Die dadurch einhergehende Furcht vor Machtverlust ließ die Großen des Reichs den Aufstand passiv unterstützen.

Herzog Rudolf von Schwaben, Herzog Berthold von Kärnten und Herzog Welf von Bayern sagten sich los, weil sie deutlich sahen, daß ihr Rat beim König nichts mehr wert war, weil andere Ratgeber zu ihm fanden. Der spätere Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden hatte schon länger einen Zwist mit dem König, der auf der Mönchsreform des Reichsmönchstum beruhte, die eine Schmälerung der königlichen Befugnisse vorsah. Nachdem 1070 Otto von Northeim das Herzogtum Bayern entzogen worden war, setzte Heinrich auf Anraten Rudolfs Welf IV. Für gewöhnlich wurden unter den Saliern Stammesfremde in solche Herzogtümer gesetzt, aber dadurch, dass Welf bayerische Ländereien besaß, konnte dieser sich besser mit dem ortsansässigen Adel arrangieren. Berthold von Kärnten spielte eine etwas untergeordnete Rolle. Lampert berichtet hier nur, worüber er sich gegenüber dem König benachteiligt fühlte.

Er wurde seines Lehens enteignet und machte Heinrich für seine mangelnde Durchsetzungskraft in seinen Ländereien verantwortlich. Laut Chronist Lampert von Hersfeld zogen am 29. Juni 1073 die sächsischen Großen vor die Kaiserpfalz Goslar, um auf diese Missstände hinzuweisen und Besserung einzufordern. Januar 1074 nur mit einem kleinen Heer dem wesentlich größeren sächsischen bei Hersfeld gegenüber. Beide Seiten scheuten jedoch aus unterschiedlichen Beweggründen die Schlacht. Heinrich vermutlich wegen der offensichtlichen Unterlegenheit.

Den sächsischen Führern war hingegen klar, dass ein Sieg ihres überwiegend aus Bauern bestehenden Heeres deren Stellung gestärkt hätte, was nicht in ihrem Sinne war. Hierzu gehörte auch die Harzburg, die allerdings über eine Stiftskirche und eine Grablege mit Heinrichs verstorbenem Sohn und Bruder verfügte. Um diese zu schonen, verfügte Heinrich, bei der Harzburg nur die Türme und Mauern umzulegen. Dies wiederum empörte die umliegende bäuerliche Bevölkerung, die daraufhin im März 1074 Burg und Stiftskirche bis auf die Grundmauern niederriss und die königlichen Gräber schändete. Heinrich aber war nun wieder deutlich auf Konfrontation aus und sammelte ein diesmal wesentlich größeres Heer, das er allerdings erst im Jahre 1075 gen Sachsen führen konnte.

Einer der beiden Anführer, Bischof Burchard II. Halberstadt, wurde bei der Homburg von königlichen Truppen festgesetzt und am 13. Juni schließlich dem Bischof von Bamberg als Gefangener übergeben. Führer dem König, und zwar öffentlich, d. Heinrich ließ keinerlei Milde walten, sondern kostete seinen Triumph aus. Die Unterwerfung geschah laut Lampert barfüßig, ohne Ausnahme sowie bedingungslos.

Nahezu zeitgleich mit der Kapitulation beginnend, zog der Investiturstreit für die folgenden Jahre Heinrichs ganze Aufmerksamkeit auf sich. Die Unruhen in Sachsen flammten auch und gerade in dessen Verlauf immer wieder auf, erreichten aber nicht mehr die politischen Dimensionen der Jahre 1073 bis 1075. Auf dem Fürstentag von Trebur im Oktober 1076 stellte sich Otto von Northeim erneut auf die Seite der Opposition. Führung des späteren Kaisers Lothar III. Boden bis zum Dreißigjährigen Krieg gehörten, wurden sie im 19. Jahrhundert systematisch aus dem Geschichtsbewusstsein der Deutschen verdrängt.