Der SED-Staat PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Zur Aufnahme von RAF-Aussteigern in der DDR kam es 1980 und 1982. Harry Dahl, dem Chef der Terrorabwehr der Der SED-Staat PDF-Staatssicherheit. Wenige Wochen später versuchte Viett erneut, über Ost-Berlin zu flüchten und nach Bulgarien weiterzureisen.


Författare: Manfred Wilke.
Das wissenschaftliche Werk Manfred Wilkes ist seit Jahrzehnten auf das Engste mit der deutschen Teilung und dem wiedervereinten Deutschland verbunden. Anlässlich seines 65. Geburtstages werden mit diesem Band Person und Werk Manfred Wilkes mit einer Auswahl seiner Aufsätze zu Realität und Überwindung der SED-Diktatur aus den Jahren 1991 bis 2005 gewürdigt. Das Themenspektrum reicht von den Anfängen der frühen DDR bis zur SED-Interventionspolitik gegen die ostmitteleuropäischen Demokratiebewegungen in Prag 1968 und Polen 1980/81. Wilke zeigt die Entwicklung zur demokratischen Revolution 1989/90 bis zum Umgang mit den SED- und MfS-Akten nach der Wiedervereinigung auf und beschäftigt sich zudem mit der Frage, wie zukünftig an den Kommunismus erinnert wird. Breit verstreut veröffentlichte Aufsätze werden hier erstmals zusammengefasst und durch ein Interview mit dem Autor sowie durch bislang unveröffentlichte Beiträge ergänzt.

Erneut fiel sie mit gefälschten Papieren auf, zudem wurde an der Grenzübergangsstelle Friedrichstraße bei ihr eine Waffe gefunden. Trotzdem ließen die DDR-Behörden Viett nach einigen Stunden weiterreisen. Im Mai 1980 trafen Viett und Dahl sich erneut, diesmal in einem Haus nahe Königs Wusterhausen. Zunächst bat Viett um Mithilfe der DDR bei der Suche nach einem sozialistischen Land, das acht zum Ausstieg entschlossene RAF-Mitglieder aufnehmen würde. Nach weiteren Gesprächen machte das MfS das Angebot, die Aussteiger in der DDR aufzunehmen. 1980, bis sie Anfang 1985 erkannt wurde. Sigrid Sternebeck in die DDR ein.

Nach allen wurde auf den Fahndungslisten von Interpol weltweit gesucht. Wochen geschult, um sie auf das Leben in der DDR vorzubereiten. Die Wohnungen der Aussteiger wurden verwanzt, ihre Telefongespräche abgehört und ein- bis zweimal im Monat fanden Treffen zwischen Betreuern und Betreuten statt. Kontakte untereinander waren den Aussteigern verboten. Einmal im Jahr fand ein Treffen der ersten acht Aussteiger im Briesener Forsthaus statt. Unter Aufsicht des MfS feierte man den Jahrestag der Gründung der DDR. Dass sich auch Inge Viett und Henning Beer in der DDR aufhielten, erfuhren die übrigen erst im Sommer 1990.

Im Laufe der Jahre wurden unter anderem Silke Maier-Witt, Susanne Albrecht und Inge Viett von DDR-Bürgern erkannt oder von westlichen Geheimdiensten identifiziert und mussten ihre Identitäten teilweise sehr schnell wechseln. Dezember 1989 erhielt der Stasi-Generalmajor Heinz Engelhardt die Desinformationsaufgabe, die in westlichen Medien aufkommenden Vermutungen über die Stasiunterstützung für die RAF zu zerstreuen. Aussteiger verloren damit auch ihre bisherigen Betreuer. 1990 wurde Erich Mielke unter anderem wegen seiner Mitwirkung verhaftet, 1991 wurde ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes durch Unterstützung von RAF-Terroristen erlassen.

1998 wurden alle Verfahren gegen Mielke aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Die Frage, inwieweit es zur Unterstützung der RAF durch das MfS über das Aufnehmen der Aussteiger hinaus gekommen ist und welche Rolle einzelne Personen hierbei spielten, ist Gegenstand der Forschung. Tobias Wunschik: Das Ministerium für Staatssicherheit und der Terrorismus in Deutschland. Argon, Berlin 2004, ISBN 3-87024-673-1, Abschnitt 5: RAF und Staatssicherheit, S. Martin Jander: Differenzen im antiimperialistischen Kampf. Zu den Verbindungen des Ministeriums für Staatssicherheit mit der RAF und dem bundesdeutschen Linksterrorismus.

Die RAF und der linke Terrorismus. Hamburger Edition, Hamburg 2006, ISBN 3-936096-65-1, Band 2, S. Michael Ploetz: Mit RAF, Roten Brigaden und Action Directe. Terrorismus und Rechtsextremismus in der Strategie von SED und KPdSU. Leighton: Strange Bedfellows: The Stasi and the Terrorists. Terroristen unter dem Schutz der Stasi. Detlef Kühn: Gemeinsames Feindbild Kontakte zwischen DDR-Tschekisten und RAF-Terroristen.

Jochen Bölsche, Hans-Joachim Noack, Norbert F. Regina Haunhorst, Irmgard Zündorf: Erich Mielke. Andreas Förster: Unterbringung von RAF-Terroristen war keine Straftat. Michael Hanfeld: Sie mussten einander begegnen.