Der Planctus PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Dieser Artikel behandelt die Sammlung mittelalterlicher Vagantendichtung. Die Carmina Burana gelten neben den älteren Carmina Cantabrigiensia als wichtigste Sammlung der Vagantendichtung. Die Carmina Burana sind in einer einzigen Handschrift überliefert, die um 1230 von zwei der Planctus PDF Schreibern in einer frühgotischen Minuskel auf 119 Blatt Pergament geschrieben wurde.


Författare: Felisa Kowalewski.

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Musikwissenschaft, Note: 1,0, Universität Hamburg (musikwissenschaftliches Institut), Veranstaltung: Musik und Tod, Sprache: Deutsch, Abstract: Zu allen Zeiten in der Geschichte musste der Mensch sich mit dem Tod auseinandersetzten. Hierzu bediente er sich auch bestimmter Rituale der Trauer und Ritualen zur Beseitigung des Leichnams. Schon immer spielte die Musik dabei eine wichtige Rolle und auch unterschiedliche Vorstellungen vom Jenseits beeinflussten die Gestalt des Trauerritus. Besonders das Mittelalter war eine Zeit des Umbruchs: die antiken Götter wurden aufgegeben und das Christentum verbreitete sich. Und auch vom mittelalterlichen Weltbild zum Humanismus der Renaissance war es ein weiter Weg.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung des Planctus vom Trauerritual zur Gattung im Mittelalter. Der Fokus liegt hierbei auf der Totenklage. Im Rahmen dessen werden die Entwicklung der mittelalterlichen Gesellschaft und ihr Umgang mit dem Tod beleuchtet. Nach einer Begriffsklärung zum Planctus verfolgt der Text chronologisch die Entwicklung des Trauerritus und zeigt auf, ob und wo der Planctus seinen Platz dort hat.

Die ältere Forschung nahm noch ganz selbstverständlich an, dass die Handschrift an ihrem Fundort in Benediktbeuern entstand. 134, die eigentlich in der Gruppe der Liebeslieder stehen, handelt es sich um Klagelieder, eine Satire und zwei Lehrgedichte über Tiernamen. Es gilt als wahrscheinlich, dass es ursprünglich auch eine Gruppe mit geistlichen Liedern gab, die aber verloren sind. Weitere häufig wiederkehrende Themen sind Kritik an Simonie und Geldgier in der Kirche, die mit dem Aufkommen der Geldwirtschaft im 12. Das Problem, wie sich diese blasphemischen oder auch die sinnenfrohen, teils derb-obszönen Lieder, denen die Carmina Burana nicht zuletzt ihre Berühmtheit verdanken, mit den ernsten weltlichen oder geistlichen Texten der Sammlung vertragen, wird in der Forschung unterschiedlich gelöst. Im Buranus herrscht geradezu Üppigkeit an streng geregelten Formen, entfaltet sich der zweisilbige Reim mit solcher Reinheit, Sicherheit und Findigkeit, daß es nicht selten bis zur Raffinesse geht. So das Urteil von Josef Eberle, einem der Herausgeber und Übersetzer der Carmina Burana.

Deren lyrische Maße variieren stark, ein großer Teil der Carmina Burana ist aber in der Vagantenstrophe verfasst. Bei 40 Liedern enthält der Codex Buranus auch Notierungen der Melodien in Form von linienlosen Neumen, die den melodischen Verlauf nur ungefähr wiedergeben. Zu dreizehn der neumierten Lieder lassen sich allerdings auch durch Parallelüberlieferung in anderen Handschriften die originalen mittelalterlichen Melodien rekonstruieren. Autoren weiß man nichts oder fast nichts. Dieses akademisch-klerikale Milieu der meisten Verfasser der Carmina Burana markiert den Unterschied zum höfisch-ritterlich geprägten Minnesang, als dessen Frühform die mittelhochdeutschen Liebeslieder der Sammlung erscheinen.

Auch das Konzept der Minne, der zu einem ethischen Wert an sich gesteigerten bzw. Die Benediktbeurer Handschrift war lange unbekannt. Sie lag unentdeckt und wahrscheinlich sekretiert in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern. Einem breiteren Publikum wurden die Carmina Burana durch Editionen bekannt, die sich an korporierte Studenten richteten. 1876 legte Hermann Hagen eine Auswahl vor, die als Ergänzung zu jedem Kommersbuch gedacht war. Die im Codex Buranus gesammelten Lieder waren in den gebildeten Kreisen des ganzen mittelalterlichen Europa sehr beliebt. Das zeigt etwa der Fund zweier Holzstäbchen im norwegischen Bergen, auf denen Verse aus den carmina 71 und 88 in Runenschrift eingeritzt sind.