Der Mord an den europäischen Juden PDF

Archäologische Ausgrabungen bezeugen die Präsenz von Juden, die sich im Gefolge der römischen Truppen in den Provinzen Pannonien und Dakien niederließen. Insbesondere durch die in den östlichen Provinzen ausgehobenen Hilfstruppen gelangten Juden an die mittlere Donau. Damit der Mord an den europäischen Juden PDF die ersten Gemeinden und Synagogen.


Författare: Christian Gerlach.

Christian Gerlach bietet mit diesem kompakten Überblick eine nach Themen geordnete Analyse der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden und schließt zugleich eine Lücke. Seine Studie untersucht erstmals systematisch das Vorgehen nichtdeutscher Regierungen und Gesellschaften gegen Juden. So kann sie zeigen, dass der Mord an den europäischen Juden ein Prozess war, an dem sich viele Gruppen mit ganz unterschiedlichen Motiven beteiligt haben.


Nach einem kurzen chronologischen Aufriss analysiert Christian Gerlach der Reihe nach zentrale Themenkomplexe wie Kriegführung, Außenpolitik, rassistisches Denken, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie die Verfolgung nichtjüdischer Opfergruppen. Indem er sie in einen Wirkungszusammenhang stellt, legt er wichtige Aspekte jenseits der üblichen Erklärungsmuster frei. Auch das Verhalten und die Überlebensstrategien jüdischer und anderer Verfolgter werden dargestellt. Gerlachs beeindruckend kenntnisreiche und kluge Analyse ist eine zuverlässige neue Einführung in das wohl schwierigste historische Thema des 20. Jahrhunderts.

Die Truppen wurden während der Zeit des Prinzipats in Pannonien hauptsächlich entlang der Donaugrenze stationiert. In den zu den Kastellen gehörenden Lagerdörfern, die sich sehr häufig auch zu Handelszentren entwickelten, haben sich die Spuren dieser frühen Juden erhalten. Jahrhundert zu einem nicht unbedeutenden Teil aus orientalisch geprägten Einwohnern, darunter auch Juden. Nachrömische jüdische Schriftquellen sind erst wieder aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts überliefert, als sich Juden aus Deutschland, Böhmen und Mähren auf ungarischem Gebiet ansiedelten. Einfluss der Kirche in jüdischen Angelegenheiten wiederum vorherrschend. Infolge des Ausbruchs des Schwarzen Todes wurden 1349 erstmals Juden aus Ungarn ausgewiesen.

1360 wurde eine allgemeine Ausweisung verordnet, doch um das Jahr 1364 durften einige Juden unter einschränkenden Bedingungen, z. 1494 wurden bei einem Ritualmordprozess in Trnava 16 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Jahrhunderts wurden die judenfeindlichen Maßnahmen in Pressburg, Buda und anderen Städten fortgesetzt. Auch die wirtschaftliche Situation der Juden verschlechterte sich: König Ladislaus II. Schulden, die bei jüdischen Gläubigern ausstehend waren. Nach der ersten zeitweiligen Eroberung von Buda im Jahre 1526 schlossen sich dort viele jüdische Bewohner den Türken auf ihrem Rückzug an. In der Folge bildeten sich im ganzen Balkan Gemeinden von ungarischen Juden.

Nachdem Mittelungarn 1541 dem Osmanischen Reich einverleibt worden war, verbesserte sich der Status der dortigen jüdischen Bevölkerung. In den habsburgisch beherrschten Gebieten Ungarns verstärkten sich in dieser Zeit die antijüdischen Ausschreitungen. 1529 wurden nach einem Ritualmordprozess in Bazin 30 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die restlichen wurden, wie auch in Pressburg, Sopron und Trnava, aus der Stadt verwiesen. Fürst Esterházy nahm die Juden, die 1670 von Leopold I. Maria Theresia, die von 1740 bis 1780 regierte, war den Juden ungünstig gesinnt.

000 Gulden erhoben, die sich laufend erhöhte und zu Beginn des 19. Unter der Herrschaft von Maria Theresias Sohn Joseph II. Während in der Volkszählung von 1735 11. 612 Juden gezählt wurden, von denen ein Großteil aus Mähren und ein weiterer Teil aus Polen stammte, gab es 1787 in Ungarn etwa 81. Die Diskussion um die Erteilung der Grundrechte an die jüdische Bevölkerung begann in Ungarn in den 1830er Jahren. Kurz nach dem Ausgleich von 1867 wurde das Gesetz über Judenemanzipation am 20. Dezember 1867 im Parlament ohne nennenswerte Opposition angenommen.

000 Juden gezählt wurden, stieg ihre Zahl bis 1869 auf 542. 000 und bis 1910 auf 910. Bei der Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft Ungarns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielten Juden eine bedeutende Rolle. Unter der Führung des Parlamentsabgeordneten Gyözö Istóczy entwickelte sich der politische Antisemitismus seit der Mitte der 1870er Jahre zu einem ideologischen Trend.

Im Ersten Weltkrieg fielen etwa 10. Gleichzeitig verstärkte sich nach dem verlorenen Krieg die antijüdische Stimmung aufgrund der Anwesenheit zahlreicher Flüchtlinge aus dem von Russland besetzten Galizien sowie der aktiven Beteiligung von Juden an der Kriegswirtschaft. Ein wichtiges Element in der internen Entwicklung des 19. Jahrhunderts stellte die Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Reformbewegungen dar. Unter der Leitung von Rabbiner Moses Sofer wurde Pressburg zu Beginn des 19. Auf der liberalen Seite entwickelte sich seit den 1830er Jahren die Bewegung der Haskala. Erste führende Vertreter von Reformen waren hier Aaron Chorin und Leopold Löw.

Die Reformbewegung, die in Ungarn seit dem 19. Der politische Zionismus wurde durch den in Budapest geborenen und aufgewachsenen Theodor Herzl entscheidend geprägt. Jahrhundert führte vor allem in der Hauptstadt Budapest zu einer regen Bautätigkeit. In der Periode zwischen den beiden Weltkriegen durchlief das ungarische Judentum bedeutende Änderungen.

Ungarn hatte infolge des Friedens von Trianon 63 Prozent seines Territoriums an die umliegenden Staaten verloren. Die Zahl der ungarischen Juden verminderte sich dadurch um die Hälfte: 1920 lebten in Ungarn 470. In der kurzlebigen Räterepublik unter Béla Kun waren in leitenden Regierungsstellen zahlreiche Juden vertreten. Nach der Niederschlagung der kommunistischen Revolution waren zahlreiche antijüdische Gewaltakte zu verzeichnen. Nach der Stabilisierung der politischen Situation nahmen die Gewaltakte ab, doch die Regierung verfolgte weiterhin eine antisemitische Politik.