Der Große Krieg PDF

Politsatire aus dem Jahr 2007 von Regisseur Mike Nichols mit Tom Der Große Krieg PDF in der Hauptrolle. Charlie Wilson befindet sich in seiner fünften Wahlperiode als texanischer Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus.


Författare: Herfried Münkler.
Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg – der Krieg, der alles veränderte. Herfried Münklers großes Zeitpanorama des epochalen Konflikts.

April 1980 sieht Wilson einen Fernsehbericht von Dan Rather aus Afghanistan und wird dadurch auf den Kampf der Mudschahedin im Krieg gegen die sowjetische Besatzung aufmerksam. In der Zwischenzeit hat der Staatsanwalt seinen Parteifreund John Murtha im Visier, deswegen soll Wilson auf Wunsch des Sprechers des Repräsentantenhauses Tip O’Neill einen Sitz im Ethik-Ausschuss erhalten, um möglichen Ärger für Murtha zu vermeiden. Wilson wird zu einer Party in Joanne Herrings Haus in Houston eingeladen, auf der ein Film über Afghanistan gezeigt wird und ultrarechte Antikommunisten Geld für den Kampf gegen die Sowjets sammeln. Zurück in der Heimat wird Wilson von einem Zeugen beschuldigt, in Las Vegas Kokain konsumiert zu haben, weswegen nun Bundesanwalt Rudolph Giuliani gegen Wilson ermittelt.

Noch unter dem Eindruck der Bilder aus dem Flüchtlingslager bestellt Wilson sogleich einen Unterabteilungsleiter der CIA zu sich ein. In Jerusalem treffen sie auf Zvi Rafiah, der ihnen sowjetische Waffen, darunter Beutewaffen aus dem Sechstagekrieg, besorgen soll, um zu verhindern, dass bei den Kämpfern Waffen aus US-Produktion gefunden werden. Als ersten Schritt entschließt sich die CIA dazu, eine Rebellengruppe mit dem Namen Vereinigte Front der nördlichen Provinz unter ihrem Anführer Ahmad Schah Massoud mit Waffen im Wert von rund zehn Millionen US-Dollar zu beliefern und ihnen militärische Ausbilder zu schicken. Um die Erhöhung des Budgets auf 40 Millionen sicherzustellen, benötigt Wilson die Stimme des Ausschuss-Vorsitzenden Doc Long. Doch dieser zeigt sich widerwillig, insbesondere da Afghanistan, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien allesamt totalitäre Diktaturen seien und er Fundamentalisten auch nicht für besser hält als Kommunisten. So benötigt Wilson die Hilfe von Herring, der es gelingt, den Kirchengänger Doc Long dazu zu überreden, mit nach Pakistan in ein Flüchtlingslager zu reisen. Wilson gelingt es über seine Beziehungen, das Budget schrittweise immer wieder aufzustocken zu lassen, bis es schließlich 500 Millionen US-Dollar erreicht, wobei Saudi-Arabien die US-Zahlungen verdoppelt und man somit eine Milliarde US-Dollar für den Krieg der Mudschahedin bereitstellt.

Als Doc Long die Wiederwahl verliert, wird John Murtha Nachfolger als Ausschuss-Vorsitzender. Da Wilson damals für Murtha in der Ethik-Kommission gestimmt hatte, ist er auf Wilsons Seite und die Finanzierung somit weiterhin gesichert. Wegen der ständig steigenden Verluste im wirtschaftlich eher unbedeutenden Afghanistan zieht sich die Sowjetarmee schließlich zurück. April 1988 unterzeichnet die Sowjetunion in Genf ein Abkommen über den Abzug sowjetischer Truppen aus Afghanistan. Nachdem 500 Millionen US-Dollar für den Krieg genehmigt worden sind, versucht Wilson nach Kriegsende, wenigstens eine Million für den Aufbau in Afghanistan bewilligt zu bekommen, was ihm jedoch verweigert wird, da sich niemand für Schulen in dem fernen Land interessieren würde.

Die deutsche Stimme von Tom Hanks sprach im Film aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht dessen Standardsprecher Arne Elsholtz, sondern Joachim Tennstedt. Das im Film gezeigte große Gemälde im Haus von Joanne Herring basiert auf einem Werk von John Singer Sargent aus dem Jahr 1884 mit dem Titel Madame X, hier jedoch abgeändert mit der Abbildung von Julia Roberts. Als zum Ende des Films Avrakotos Wilson eindringlich warnt, sich auch nach Ende des Krieges um die Menschen in Afghanistan zu kümmern, wurde der Toneffekt eines deutlich zu hörenden Flugzeugs eingefügt, was eine Andeutung auf den 11. Der Film wurde an verschiedenen Orten in Kalifornien, sowie in Marokko gedreht.

Die Produktionskosten wurden auf 75 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 119 Millionen US-Dollar ein, davon rund 66,7 Millionen US-Dollar in den USA und vier Millionen US-Dollar in Deutschland. Kinostart in den USA war am 21. Dezember 2007, in Deutschland am 7. Erzählt wird die Geschichte in Schwung und Stimmung, die dem Whiskeyglasschwenken nahe kommt, mit pointierten Dialogen, präzisem Timing und drei herausragenden Schauspielern.

So könnte man Der Krieg des Charlie Wilson am Ende für seinen Witz und seine Schauspieler loben. Debakel bedeutet hat: Bis heute sind die Raketenwerfer, die Charlie Wilson an die Mudschahidin liefern ließ, im Umlauf. Verzweifelt versucht die CIA, sie heimlich zurückzukaufen. Wir sehen den Triumph der drei Verschwörer, als die Russen 1988 gedemütigt aus Afghanistan abziehen. Doch der Jubel der Kalten Krieger klingt hohl, weil wir schon wissen, dass die asymmetrische Form der Kriegsführung, die die Mudschahedin gegen die Russen entwickelt haben, sich heute gegen den Westen richtet, vor allem in Afghanistan und im Irak. Im Prinzip erzählt der Film eine wahre Geschichte.