Der ganz alltägliche Wahnsinn PDF

Der ganz alltägliche Wahnsinn PDF forward this error screen to tornado. Hier stand das Bahnwärterhaus, das Gerhart Hauptmann zu seiner Novelle inspirierte.


Författare: Sabine Peters.
Im täglichen Leben wird man mit Kindern konfrontiert, die Schwimmbadtaschen packen, als ob sie auswandern wollten, mit Ehemännern, die auch nach vielen Ehejahren immer noch Dessous im Katalog aussuchen, die erst ab Größe DD erhältich sind, mit Katzen, die Mäuse ins Haus tragen, sie dann aber nicht selber wieder entfernen wollen, und mit Nachbarn, die einen tagein, tagaus mit den immer den gleichen Sprüchen nerven. Und sie alle bringen uns an den Rand des Wahnsinn. Und manchmal schaffen wir das selber auch ganz alleine. Grund genug, diese Szenen des Alltags von einer heiter-ironischen Seite zu betrachten, denn nur Lachen ist das Heilmittel gegen den ganz alltäglichen Wahnsinn.

Bahnwärter Thiel ist eine novellistische Studie von Gerhart Hauptmann. Die im Jahr 1887 entstandene Erzählung erschien im Jahr 1888. Sie zählt zu den bedeutendsten Werken des Naturalismus. Die novellistische Studie geht zurück auf einen Unglücksfall an der Bahnstrecke von Erkner nach Fürstenwalde und nutzt Erfahrungen des Dichters während seines Lebens am Rande von Berlin. Ort der Handlung ist die Umgebung von Schönschornstein, Siedlungsgebiet der Gerhart-Hauptmann-Stadt Erkner.

Bereits im ersten Satz wird die Kirche von Neu Zittau erwähnt. Bahnwärter Thiel ist ein frommer und gewissenhafter Mann, der seit zehn Jahren zuverlässig seinen Dienst erfüllt. Ein Jahr nach dem Tod seiner geliebten Frau Minna heiratet er aus Vernunftgründen eine stämmige Magd namens Lene. Zusammen bekommen sie ein zweites Kind, dessentwegen Thiels erster Sohn Tobias von Lene vernachlässigt wird. Die angespannte Situation verändert Thiel jedoch und macht aus ihm einen verstörten Mann, der sich immer häufiger in Visionen flüchtet, in denen seine verstorbene Frau die Hauptrolle spielt. Gequält wird Thiel zudem von Gewissensbissen, da er es trotz des seiner Frau Minna gegebenen Versprechens, alles für Tobias zu tun, zulässt, dass das Kind von Lene misshandelt wird.