Der Dom zu Naumburg PDF

Kathedralkapitel der Dom zu Naumburg PDF Domstift bezeichnet, ist die Leitungskörperschaft einer Bischofskirche in administrativen und liturgischen Fragen. Eine andere Erklärung des Begriffs leitet sich aus der gemeinsamen Lebensordnung der betreffenden Kleriker ab: Die entsprechenden Regeln wurden während der täglichen Zusammenkünfte kapitelweise vorgelesen. Das Domkapitel unterstützt den Bischof als eigenständige juristische Person in der Leitung des Bistums.


Författare: Matthias Ludwig.

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul gehört zu den berühmtesten deutschen Bauwerken des Mittelalters und ist das meistbesuchte Ziel an der Straße der Romanik. Die im Übergang von Spätromanik zur Frühgotik in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtete Kathedralkirche ist eingebettet in ein herausragendes architektonisches Ensemble von mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Domherrenhöfen in der Domfreiheit und aufwendig gestalteten Bürgerhäusern der angrenzenden Ratsstadt. Vor 1250 entstand hier das Hauptwerk eines aus Frankreich stammenden Werktrupps von Bildhauern und Steinmetzen unter der Führung des ,’Naumburger Meisters‘, der eine herausragende Stellung innerhalb der europäischen Kathedralbaukunst der Frühgotik einnimmt, und dessen Weg über die Île de France, die Champagne, die Picardie bis nach Mainz, Naumburg und Meißen führte. Noch 800 Jahre später stehen Besucher fasziniert im Bann der unerwartet naturalistischen Gestaltung von Figuren und Pflanzen am Westlettner und des rätselhaften Zyklus von zwölf lebensgroßen Stifterfiguren mit der ,’Naumburger Uta‘ im Westchor.

In bestimmten Angelegenheiten hat es ein Zustimmungs- oder Beratungsrecht. Die Domkapitel entstanden bereits seit dem 9. Jahrhundert, später dort, wo Bistümer gegründet wurden. Sie lagen im Bereich der Domimmunität oder Domfreiheit, unterstanden also nicht der jeweiligen weltlichen Herrschaft über den Ort ihres Sitzes. Jahrhunderts wurde das Recht zur Bischofswahl in einer Vielzahl von Ländern mittels Konkordaten zwischen dem Heiligen Stuhl und den Regierungen neu festgelegt. In der Regel unterbreitet das jeweilige Domkapitel dem Papst eine Liste von Kandidaten für das Bischofsamt, aus denen dieser dann den Bischof ernennt. In vielen lutherischen Gebieten bestanden die Domkapitel auch über die Reformation hinaus.

Römisch-katholische Domkapitel bestehen nicht mehr in jeder Diözese. Vor allem neuere Diözesen besitzen kein eigenes Domkapitel mehr. Seine Funktionen, insbesondere bei einer Vakanz des Bischöflichen Stuhles, werden von einem diözesanen Konsultorenkollegium wahrgenommen. Peter Hersche: Die deutschen Domkapitel im 17. Eva Jüsten: Das Domkapitel nach dem Codex Iuris Canonici von 1983 unter besonderer Berücksichtigung der Rechtslage in Deutschland und Österreich.

Band 1386, Frankfurt am Main u. Pustet, Regensburg 1999, ISBN 3-7917-1664-6, S. Rudolf Schieffer: Die Entstehung von Domkapiteln in Deutschland. 43, Röhrscheid, Bonn 1976, ISBN 3-7928-0378-X. Heribert Schmitz: Die Rechtsfigur des nichtresidierenden Domkapitulars.