Demo:Polis PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Griechenland demo:Polis PDF ursprünglich das Zusammensiedeln einzelner Sippen. In Athen gab es Demen bereits in vorkleisthenischer Zeit.


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In den vergangenen Jahren wurde die Bedeutung des öffentlichen Raums als Ort politischer Auseinandersetzung und gesellschaftlicher Emanzipation auf dringliche Weise sichtbar. Protestbewegungen wie der Arabische Frühling oder die Occupy-Demonstrationen haben – medial unterstützt – zu seiner neuerlichen Aufwertung sowohl in den Augen der Bevölkerung wie auch der Institutionen geführt. So ist der öffentliche Raum zu einem von verschiedenen Interessengruppen hart umkämpften Gut geworden: von Demonstranten und Nachbarschaftsinitiativen über Sport- und Musikveranstaltungen bis hin zu Kunstausstellungen und zur Nutzung als Werbefläche.
Die Fragen, was wir heute unter «öffentlichem Raum» verstehen, wem dieser gehört und wie wir seine sichere und kostenfreie Nutzbarkeit für die Zukunft verhandeln, stehen hochaktuell im Zentrum politischer und öffentlicher Debatten.
Diesen Themen geht das Buch «Demo:Polis» nach, das im Zusammenhang mit einer Ausstellung der Akademie der Künste Berlin entsteht. Die Ausstellung wird kuratiert von Wilfried Wang. Das Katalogbuch stellt in Essays internationaler Experten und in Fallstudien mit Blick auf Architektur, Soziologie, Kunst und Urbanismus exemplarische Projekte vor, etwa für das Tempelhofer Feld in Berlin, den Londoner Trafalgar Square, den Campo de Cebada in Madrid oder den Brooklyn Bridge Park in New York City. Behandelt werden aber auch künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, die darauf abzielen, den Status quo infrage zu stellen und neue Lesarten hinzuzufügen.

Damit wurden in der Regel dörfliche Siedlungskerne bezeichnet, die abseits der asty genannten athenischen Kernstadt lagen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie irgendeine Rolle in Politik oder Verwaltung gespielt hätten. Im Lauf der Zeit erhöhte sich durch Teilungen die Anzahl der Demen und umfasste zur Zeit Strabons 174 Einheiten. Die Einschreibung zu einem Demos blieb dauerhaft, wurde vererbt und konnte auch durch Umzug in einen anderen Demos nicht geändert werden. Wurde Fremden das athenische Bürgerrecht verliehen, hatten sie sich in einem Demos ihrer Wahl einzuschreiben. Aufnahme in diesem Demos wurde dann durch Abstimmung der Demoten entschieden. Eine Ablehnung konnte vor der allgemeinen Volksversammlung angefochten und neu entschieden werden.

Gleiches galt für die Aufnahme volljähriger Söhne der Demoten. Wenn sie aufgenommen wurden, trug man sie in die entsprechende Bürgerliste des Demos ein. Für den Rat der Fünfhundert in Athen, die Bule, entsandte jeder Demos eine festgelegte und von seiner Größe abhängige Anzahl von Vertretern, die durch Los aus den Mitgliedern eines Demos bestimmt wurde. Je nach Größe konnte dies nur ein Vertreter sein, bei großen Demen aber auch bis zu 22 betragen, etwa in Acharnes, dem größten attischen Demos. Von zahlreichen anderen Orten sind die Namen von Demen überliefert, zumeist ist ihre Einbindung in das politische Gefüge der jeweiligen Polis jedoch unklar. In Abgrenzung zum ethnischen Volksbegriff Ethnos beschreibt Demos einen politischen und rechtlichen Begriff von Volk.

Volk wird hier verstanden als ein soziales und politisches Gebilde, das Legitimation für das soziale Handeln allein aus den Willensbekundungen der Gemeinschaft bezieht. Epigraphical and Topographical Studies in the Organization of Attica. Friedrich Heckmann: Ethnos, Demos und Nation, oder: Woher stammt die Intoleranz des Nationalstaats gegenüber ethnischen Minderheiten? Neuer Rassismus in der alten Welt? Junius, Hamburg 1991, ISBN 3-88506-190-2, S. Zur Anwendung zweier Kategorien von Emerich Francis auf das nationale Selbstverständnis der Bundesrepublik und auf die Europäische Einigung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.

Sicht von Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Princeton University Press, Princeton 1986, S. Nationale Revolution, moderne Staatlichkeit und bayerische Monarchie in Griechenland. In: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.