Das Menschenbild im weltweiten Wandel der Grundrechte PDF

Das Menschenbild im weltweiten Wandel der Grundrechte PDF, deutsch auch Erbgesundheitslehre, bezeichnet die Anwendung theoretischer Konzepte bzw. Erkenntnisse der Humangenetik auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik bzw.


Författare: Bernd Schünemann.
Der angezeigte Sammelband geht auf ein Symposium zurück, das zu Ehren von Heinrich Scholler anläßlich seines 70. Geburtstages im November 1999 in München veranstaltet und auf dem das Thema des Menschenbildes im Recht in kaleidoskopartiger Weise betrachtet worden ist.
Die daraus entstandene, durch die interdisziplinären, internationalen und interkulturellen Perspektiven vielfältig facettierte Diskussion, die die philosophischen und geschichtlichen Grundlagen des Rechts ebenso wie die Rechtsethnologie einbezogen hat, gibt ein Beispiel dafür ab, wie ein ebenso fundamentaler wie diffuser Begriff vom Schlage des "Menschenbildes im Recht" erst und gerade dadurch klare Konturen erhält, daß man ihn ohne voreilige dogmatische Festlegungen im Rahmen einer "umfassenden Rechtswissenschaft" analysiert, die die philosophischen, geschichtlichen und soziokulturellen Perspektiven ohne Ausnahme einbezieht und verarbeitet. Hierbei macht der Sammelband auch in seinem Aufbau eine Probe aufs Exempel der "hermeneutischen Spirale", indem er vom Menschenbild unter dem Grundgesetz ausgeht und dieses nacheinander um die europäische Perspektive, die weltweite Entwicklung sowie die historische und rechtsethnologische Dimension erweitert, um am Ende die Evolutionstheorie der menschlichen Gesellschaft als Schlüssel zu der Erklärung der zuvor beschriebenen und analysierten Vielfalt anzubieten.
Das Werk liefert dadurch zugleich einen Beitrag zur Theorie der Globalisierung des Rechts, von der man nicht sprechen kann, wenn man nicht die Familienähnlichkeiten kennt, die die Entwicklung der "conditio humana" im Recht schon vorher in den verschiedenen Rechtsepochen und Rechtsordnungen kennzeichnen.

Eugenische Betrachtungen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitverbreitet und wurden breit diskutiert. Dabei wurde in klassischen Einwandererländern wie Kanada und Australien vor allem der Umgang mit Zuwanderern wie der mit ethnischen Minderheiten unter eugenischen Gesichtspunkten betrachtet. Etliche der damals durchaus als fortschrittlich geltenden Maßnahmen werden heute als rassistisch motiviert empfunden und bedauert. Jahrhunderts wurde aufgrund der Fortschritte sowohl in der Genetik als auch der Reproduktionsmedizin die ethische und moralische Bedeutung eugenischer Fragestellungen auch im deutschen Sprachraum erneut breiter diskutiert. Dabei wird der Ausdruck gelegentlich ebenso als Kampfbegriff verwendet.

Die nahezu ungebrochene Tradition im englischen Sprachraum hat diese Entwicklung erst später nachvollzogen. Galton verstand Eugenik als Wissenschaft im Dienst einer gesünderen Menschheit. Vorgabe des Staates, wie bei der erzwungenen Sterilisation einzelner Menschen oder ganzer Gruppen von Menschen und mittels eugenisch begründeter bzw. Entscheidung der Paare, etwa beim Bekanntsein oder Bekanntwerden von Erbkrankheiten im Zusammenhang mit einer humangenetischen Beratung. Von dieser Prämisse ausgehend konstituierte sich der Sozialdarwinismus als Naturlehre der Gesellschaft.

Die Rassenhygiene setzte den für die selektionistische Phase des Sozialdarwinismus charakteristischen Primat des Selektionsprinzips voraus, der mit einer Relativierung der für die evolutionistische Phase des Sozialdarwinismus typischen teleologischen Dimension des Evolutionstheorems verbunden war. Die Rassenhygiene empfing dynamisierende Impulse aus der Dichotomie, der Unvereinbarkeit von Degenerationstheorien und Züchtungsutopien. Die Rassenhygiene entwickelte auf der Grundlage einer bioorganismischen Metaphorik einen entschiedenen Antiindividualismus, der den Wert des Menschenlebens gegenüber der als höhere Seinsstufe verstandenen Gesellschaft relativierte. Die moderne Eugenik hat ihren Ursprung im 19. Vorstellungen, Maßnahmen und Begründungen von staatlichen und gesellschaftlichen Eingriffen und Einflussnahmen auf die Reproduktion sind bereits seit der Antike bekannt.

Darin beschrieb er seine Theorie der natürlichen, von Generation zu Generation ständig erneuerten Auslese der am besten angepassten Tier- und Pflanzenarten. Bild einer Gesellschaftsordnung, die in allen Teilbereichen und Erscheinungsformen der Anatomie des menschlichen Körpers gleicht. Grundgedanke sozialdarwinistischer Gesellschaftstheorien war, dass die natürliche Auslese der zum Überleben Geeignetsten durch auf unterschiedslose Lebenserhaltung ausgerichtete Medizin und Sozialfürsorge behindert werde. Eugenische Tendenzen fanden auch Eingang in die Arbeiterbewegung. Nach Reinhard Mocek versuchte sich die frühe Arbeiterbewegung ihrer Ziele auf sozialphilosophische und gleichzeitig auf biologistische Weise selbst zu vergewissern. Eine Reihe von Mitgliedern der britischen Fabian Society war ebenfalls Eugeniker. Beatrice Webb und Sidney Webb, 1.