Damals, am Meer PDF

Der Mönch am Meer ist ein zwischen 1808 und 1810 entstandenes Gemälde von Caspar David Friedrich. 171,5 cm ist auch unter dem Titel Wanderer am Gestade des Meeres bekannt. Das Gemälde befindet sich in der Alten Nationalgalerie in Berlin und damals, am Meer PDF dort zusammen mit der Abtei im Eichwald als Bildpaar zu sehen.


Författare: Marco Balzano.
Nicola und sein Vater begleiten Großvater Leonardo, um die Wohnung am Meer zu verkaufen, unten in Apulien, wo schon lange keiner mehr war. Das sind sie dem Nonno schuldig, der, "groß und stark wie ein Krieger", Analphabet und Kommunist, alle Kinder und Enkel der Familie erzogen hat, die der Arbeit wegen in den Norden gegangen ist. Doch jetzt scheint die große Familie auseinanderzufallen, und für jeden stellt sich die Frage: Wo bin ich wirklich zu Hause?

Das Gemälde zeigt ein kahles weißliches Dünenufer, das nach links im stumpfen Winkel ansteigend in das vom Wind bewegte schwarze Wasser eines Sees oder eines Meeres hinein ragt. Die Hügel des Ufers scheinen sich in den Kämmen der Wellen fortzusetzen. Die dunkle Tönung der Wasseroberfläche steigt über der Horizontlinie wie Nebel in die Wolkenschichtung auf. Nach oben hin lichtet sich der Himmel in ein tiefes Blau. Zwischen den Wolken ist das Licht der Sonne zu erahnen.

Das radikal leere Bild kommt in elementarer Weise mit nur vier Gegenständen aus: Mönch, Strand, Meer und Himmel. Der neuen Bildgestalt fehlt jegliche perspektivische Tiefe. Der Himmel über der wie mit einem Lineal gezogenen Horizontlinie füllt fünf Sechstel der Bildfläche. Der Bildaufbau vollzieht sich in einer horizontalen Schichtung, der Mönch bildet das einzige vertikale Moment. Friedrich bricht mit dem Mönch am Meer mit der Bildtradition der Landschaftsmalerei. Die Bereiche von Meer, Strand und Himmel sind räumlich ohne Übergänge geschichtet. In der modernen Kunstgeschichte entstand mit der Annahme der Sinnoffenheit des Gemäldes seit dem Beginn der 1970er Jahre eine nicht mehr überschaubare Menge von Texten zur Deutung des Gemäldes.

Grundsätzlich wird für diese Zwiesprache eines einsamen Menschen mit der Natur die religiöse wie politische Dimension des Bildes anerkannt. Die Überzeugung, dass auf dem Dünenufer ein protestantischer Geistlicher steht, der mit Demut das irdische Dunkel erträgt, um in göttlicher Gnade auf das helle Licht des Jenseits zu hoffen, bestimmt die religiöse Deutung des Werks. Bei der Sinngenerierung aus Biografie und Werkprozess werden die näheren Umstände der Entstehung des Mönchs am Meer zum bevorzugten Gegenstand der Betrachtung. Hier spielen ästhetische Strukturen des Bildes ebenso eine Rolle wie mögliche theologische Einflüsse auf den Maler. Den Mönch am Meer als Verkörperung des Erhabenen und Sublimen zu erkennen ist eine moderne interdisziplinäre Theorienbildung, die neben Kunsthistorikern auch Germanisten und Philosophen beschäftigt. Das Bewusstsein, den Mächten der Natur und der Geschichte ohnmächtig ausgeliefert zu sein, kann durch die Fähigkeit des Subjekts zur selbstüberhebenden Idee in ein Gefühl der Erhabenheit münden.

Die Nihilismusthese formuliert eine vollkommene Hoffnungslosigkeit des von Gott verlassenen Mönchs. Im politischen Kontext der gescheiterten Französischen Revolution und der Eroberung Europas durch Napoleon scheinen die Verhältnisse nicht veränderbar. Von Friedrich ist zum Mönch am Meer ein Text überliefert, der sich als Abschrift eines Briefes des Malers unter den hinterlassenen Papieren der Amalie von Beulwitz befand. Der originale Text stammt wahrscheinlich aus einem Brief vom Februar 1809 an Johannes Schulze. Beschreibung kann es wohl nicht genannt werden. Es ist nemlich ein Seestük, Vorne ein öder sandiger Strand, dann, das bewegte Meer, und so die Luft. Der Identität des dargestellten Mönchs gilt seit der Berliner Ausstellung von 1810 große Aufmerksamkeit.

Es ist aber fraglich, ob es sich bei der dargestellten Person um einen Mönch handelt. Helmut Börsch-Supan geht davon aus, dass sich der Maler mit dem Mönch selbst porträtiert hat, und verweist auf das Selbstbildnis von 1810. Werner Hofmann meint, Friedrich setze sein anderes Ich als Mönch am Meer den Gefahren der Natur aus. Der mit dem Maler bekannte protestantische Pastor Ludwig Gotthard Kosegarten mit seinen legendären Uferpredigten in Vitt auf Rügen könnte ein Vorbild für die Figur eines Geistlichen am Strand der Ostsee gewesen sein. Seit dem Beginn der Ölmalerei 1807 nahm Friedrich die Rückenfigur ins Bild auf. Mit dem Mönch am Meer bekommt sie zum ersten Mal Gewicht für Bildgestalt und Symbolgehalt. Rückenfiguren haben eine kunstgeschichtliche Tradition, die bis in die Antike zurückreicht, meist als Sinnbild für moralisch-theologische Reflexionen.

Bei Friedrich wird die Funktion der Rückenfigur unterschiedlich interpretiert. Oft ist sie als Staffage zur Steigerung des Naturerlebens durch den Betrachter des Bildes augenscheinlich. Bereits in den zeitgenössischen Kommentaren zum Mönch am Meer ist von der Ostsee als dem dargestellten Meer die Rede. Bei Kenntnis der vorpommerschen Küstenlandschaft wird aber deutlich, dass es eine so scharfkantige Strandlinie an der flachen Küste typischerweise nicht gibt. Um den Mönch am Meer als Seelenlandschaft des Malers zu interpretieren, wird die Biografie nach Ereignissen befragt, die seelische Erschütterungen bewirken konnten. Der offenbar schmerzlichste Verlust seines Lebens fällt in jene Zeit des Werkprozesses, in der der Übergang vom Fischer-Sujet zum Mönchsbild stattfindet. Friedrichs Schwester Catharina Dorothea Sponholz ist am 22.