Aufsätze über die Französischen Revolution PDF

Dies ist die gesichtete Version, aufsätze über die Französischen Revolution PDF am 5. Hauptwerk Jean-Jacques Rousseaus aus dem Jahr 1762.


Författare: Christoph Martin Wieland.

In der Geschichte der deutschen politischen Publizistik ist Christoph Martin Wieland noch nicht zu dem ihm gebührenden Ansehen gelangt. Seine Romane, seine Verserzählungen, seine literaturkritischen Essays sind in ihrer literaturgeschichtlichen Bedeutung und in ihrer Wirkung auf die Literatur in seiner Lebenszeit, insbesondere auf die Weimarer Klassik oft genug analysiert und gewürdigt worden. Der politische Schriftsteller hat an der Aufmerksamkeit, die man dem Erzähler, dem Vers- und Prosakünstler zuwandte, nur begrenzt teilnehmen dürfen. Zwar gibt es nicht wenige Studien, die unter wechselnden Aspekten sich mit seinen staatstheoretischen, sozialanalytischen und geschichtsphilosophischen Anschauungen und Stellungnahmen, die über dies umfangreiche Lebenswerk verstreut sind, beschäftigt haben. Doch der ungewöhnliche Umfang dieses Werkes hat dazu beigetragen, daß vieles der Kenntnisnahme weniger wert erscheint, überschlagen oder an den Rand des Interesses gedrängt wird. Diese Auswahl möchte solchem Mißstand abhelfen.

Das fünfte und letzte Buch widmet sich der Erziehung eines Mädchens namens Sophie, das Emile nach Abschluss seiner Erziehung heiratet. Die Erziehung von Sophie ist der von Emile ähnlich. Sophie erhält jedoch eine andere Ausbildung: Sie lernt Singen, Klavierspielen, Nähen und Kochen. Ihre Aufgabe ist es, ihrem zukünftigen Mann zu gefallen und ihm das Leben angenehm zu machen.

Die natürliche kindliche Neugier von Mädchen oder jungen Frauen ist abzutöten, da sie klug genug sind, um Geheimnisse, die man ihnen verbirgt, zu ahnen, und weil sie schlau genug sind, sie zu entdecken. Das bedeutet, die Kindheit soll nicht nur als Durchgangsstadium zum Erwachsensein angesehen werden, darf nicht einer ungewissen Zukunft geopfert werden, sondern gilt als eigenständige, vollwertige Lebensspanne. Man kennt die Kindheit nicht: mit den falschen Vorstellungen, die man von ihr hat, verirrt man sich um so mehr, je weiter man geht. Man versuche, aus dem Kind so schnell wie möglich einen Bürger der Gesellschaft zu machen.