Auf der Suche nach Jacques PDF

In der Öffentlichkeit war er aufgrund seiner Fähigkeit, mittels Verkleidung unerkannt zu bleiben, auch als Mann mit auf der Suche nach Jacques PDF tausend Masken bekannt und wurde als moderner Robin Hood stilisiert. Mesrine wuchs in einer Mittelschichtfamilie auf.


Författare: Angelika Stein.

Er wurde bereits in jungen Jahren von zwei Schulen wegen aggressiven Verhaltens verwiesen. 1961 wurde er wegen unerlaubten Waffenbesitzes erstmals zu einer Geldstrafe verurteilt und 1962 nach einem versuchten Bankraub mit drei Komplizen zum ersten Mal inhaftiert. Nach 18-monatiger Haft in Düsseldorf und Orléans wurde er 1963 aus dem Gefängnis entlassen. Seine Familie verhalf ihm zu einer Geschäftsführerstelle in einem Gasthaus, das bald zu einem Schlupfwinkel für Kriminelle wurde. Er lebte dort zusammen mit seiner Geliebten Jeanne Schneider. Im Dezember 1965 wurde Mesrine in Palma erneut verhaftet, als er politische Dokumente aus der Residenz des Militärgouverneurs zu stehlen versuchte.

Bei den spanischen Behörden gab es den Verdacht, Mesrine würde für den französischen Geheimdienst arbeiten. 1966 eröffnete Mesrine ein Restaurant in Santa Cruz de Tenerife, aber schon im selben Jahr überfiel er einen Juwelier in Genf. Im Mai 1967 eröffnete er ein Gasthaus in Compiègne. Mesrine und Schneider verhielten sich zunächst ruhig und arbeiteten 1969 fünf Monate für den Milliardär Georges Deslauriers. Nachdem er sie entlassen hatte, entführten sie ihn im Juni, erpressten von seinem Sohn Marcel 200. 000 US-Dollar und setzen sich illegal über die Großen Seen in die USA ab. Mit fünf Zellengenossen gelang Mesrine 1972 der Ausbruch aus dem Gefängnis.

Er begann zusammen mit seinem Komplizen Jean-Paul Mercier, Banken in Montréal zu überfallen, manchmal zwei an einem Tag. Im Jahre 1972 lernte er auf der Flucht die Kanadierin Jocelyne Deraiche kennen, die von ihm selbst Joyce genannt wurde. Mit ihr korrespondierte er auch aus dem Gefängnis heraus bis zu seinem Lebensende. Es sind von ihm mehr als 180 Liebesbriefe erhalten. In Frankreich überfiel er weiterhin Banken. Im März 1973 wurde Mesrine verhaftet und im Mai zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Während einer Gerichtsverhandlung im Juni 1973 wegen Scheckbetrugs nahm er den Gerichtspräsidenten als Geisel, die Waffe hatte ein Komplize auf der Toilette deponiert.

Im selben Monat erbeutete er die Lohngelder einer Druckerei und machte Urlaub in Trouville, einem Badeort in der Normandie. Vier Monate später wurde er erneut festgenommen, diesmal in seiner Wohnung in Paris. Gleichzeitig prangerte er die Haftbedingungen in den Hochsicherheitstrakten an. Im Mai 1977 wurde er zu 20 Jahren schweren Zuchthauses verurteilt, die er im Gefängnis La Santé in Paris absitzen sollte. Mai 1978 gelang Mesrine mit zwei anderen Gefangenen der Ausbruch aus dem Gefängnis, wobei die Polizei einen dritten Komplizen auf der Flucht erschoss. Dieser Ausbruch sorgte in Frankreich für einen Skandal.

Mesrine setzte das alte Geschäft fort: Überfall, Raub, Entführung, Mord. Immer wieder half ihm sein Verkleidungsgeschick, sich den Behörden zu entziehen. 1978 wurde, unter anderem, das Casino von Deauville, ein Jet-Set-Treffpunkt an der normannischen Küste, zum Ziel von Mesrine. Auch hier entkam er mit Geschick und Schnelligkeit. 300 Polizisten und eine Abteilung der GIGN waren auf der Suche nach Mesrine.

Juli 1978 kam es zur Überraschung Frankreichs zu einem Interview Mesrines mit der Journalistin Isabelle Wangen, das gleichzeitig im Paris Match und im Photo Police in Montreal veröffentlicht wurde. Die Tonbänder wurden von der Polizei ausgewertet. Mesrine wurde unter anderem in Großbritannien, Algerien, Kanada, Sizilien und Belgien gesehen oder vermutet. Juni 1979 entführte Mesrine den Millionär Henri Lelièvre und erpresste sechs Millionen französische Francs. Damit wurde er zum Staatsfeind Nummer eins. Die französische Presse verklärte ihn teilweise zu einem romantischen Spitzbuben. Mesrine versuchte in Interviews, die Öffentlichkeit von einer politischen Motivation seines Handelns zu überzeugen.