Atheismus und religiöse Indifferenz PDF

Worum geht es atheismus und religiöse Indifferenz PDF der Debatte über den „ostdeutschen Volksatheismus“? Um die Debatte über diese anhaltende ostdeutsche Eigenheit in Gang zu halten, wird sein Vortrag hier eingestellt. 90 immer wieder gefragt, was denn nun von der DDR kulturell bleiben würde.


Författare: Christel Gärtner.

Das Buch befasst sich in theoretischen und empirischen Beiträgen mit dem Aufkommen und der Durchsetzung atheistischer und religiös indifferenter Positionen und Einstellungen in Vergangenheit und Gegenwart. Davon ausgehend werden Fragen nach dem Charakter und der Zukunft des Religiösen diskutiert.

Er meinte damals, das seien die Kulturhäuser. Er kam damit unserem heutigen Thema schon sehr nahe, denn das Konzept der Kulturhäuser folgte seit etwa 1900 u. Obwohl sich die Kulturhäuser, wie sie in der DDR existierten , jedenfalls soweit sie diesem Konzept folgten, in den letzten zwanzig Jahren als wenig resistent erwiesen, sind zumindest im Osten Deutschlands auch die Kirchen und ihre Gemeindehäuser nicht als volkskirchliche Einrichtungen wiederbelebt worden, trotz großer Investitionen in Gebäude und Personal im Zuge einer versuchten Re-Missionierung der ostdeutschen Bevölkerung. Zunächst drei Vorbemerkungen zur Einführung ins Thema, die erste zum Atheismus, die zweite zum gelebten Atheismus und die dritte zur Atheismustheorie in der DDR. Es wird im Folgenden erstens vorausgesetzt, dass unter Atheismus eine weltanschauliche Richtung des Nichtglaubens bzw. Fehlens eines Glaubens an einen Gott bezeichnet wird, wobei das Wort Glauben im Sinne von „annehmen“, „etwas für wahr halten“ und „vermuten“ interpretiert und auf Religion, besonders die christliche, bezogen wird.

Es gibt aber auch gottlose Religionen, z. Varianten des Buddhismus, und Atheismus sagt noch nichts über kulturelle Orientierungen. Atheismus in der DDR implizierte beides. Zweitens sind zwar mehrere Dimensionen des Atheismus zu unterscheiden. Materialismus und theoretischer Einsicht angesiedeltem Selbstverständnis. Eine andere sieht im Atheismus vor allem ein institutionell geprägtes Phänomen und will wissen, wer welche kirchenfernen Einrichtungen nutzt, welche und wie viele davon zur Verfügung stehen und wie es mit der Zugehörigkeit zu weltlichen Organisationen aussieht.

Wer drittens den Atheismus in der DDR betrachtet, trifft auf weltanschauliche Aussagen, die diesen DDR-Atheismus inhaltlich konstituierten, unabhängig von deren Herleitung, Stichhaltigkeit und Wirksamkeit, vor allem auch gekennzeichnet durch einen Mangel im Gebrauch des Begriffs „Atheismus“ ab Anfang der 1960er Jahre. Wissenschaftlicher Atheismus“ – das als Lehr- und Forschungsgebiet nach 1963 versucht wurde aufzubauen und vertreten wurde v. Atheismus galt zwar als „Charakterzug des dialektischen und historischen Materialismus“, war aber keine Quelle und kein Bestandteil des Marxismus-Leninismus. Er hatte besonders den „idealistischen Charakter der Religion“ offen zu legen.

Nun zum „ostdeutschen Volksatheismus“: Ende der 1990er Jahre erschienen die ersten soziologisch und demographisch verifizierbaren Negativmeldungen hinsichtlich der erwähnten vergeblichen Re-Missionierung Ostdeutschlands, interessanterweise belegt am Material kirchlicher Mitgliederuntersuchungen, die auch Konfessionsfreie in den Blick nahmen. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff vom „ostdeutschen Volksatheismus“ erfunden und als „dritte Konfession“ bezeichnet. Das Urheberecht zur Kennzeichnung dieser Menschengruppe benutzte zuerst im Januar 2000 der katholische Theologe Eberhard Tiefensee auf einer Tagung des Kolping-Bildungswerkes Münster, als er den drastischen Rückgang der organisierten Christen vor allem in den neuen Bundesländern beklagte, ihn als „Supergau der Kirchen“ bezeichnete und eine besondere Bekenntnisgruppe ausmachte, sozusagen eine „dritte Konfession“, die der Konfessionslosen. Zu den soziologischen Tatsachen gehört, und darauf bezieht sich der Begriff der „dritten Konfession“, dass der Anteil der Konfessionsfreien in der deutschen Bevölkerung etwa ein Drittel beträgt, dagegen in Ostdeutschland vier Fünftel. Einwohner war zwar getauft, dann aber ausgetreten. Dieser Trend setzte sich in den letzten Jahren fort, so dass für die Kirchen die Frage entstand, wie groß sozusagen der harte Kern sein würde.