Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit PDF

Dieser Artikel oder Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit PDF stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern. Dorfkirchen sind oft die ältesten baulich erhaltenen Zeugnisse der Besiedlung einer Landschaft. Betrachtet man die Entstehungszeiten, kann man teilweise die Wege der Christianisierung nachvollziehen, wie zum Beispiel an der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt.


Författare: Barbara Scholkmann.
Methoden und Praxis, Forschungsgeschichte und Fragestellungen – hier erhalten Studierende das essentielle Basiswissen zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit.

Beginnend in der Romanik war die räumliche und gestalterische Weiterentwicklung der Dorfkirche gekoppelt an die Entwicklung des Dorfes und der landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse im Allgemeinen und an regionale Aufschwünge und Krisen im Besonderen. Zu allen Zeiten erfuhren Dorfkirchen Um- und Erweiterungsbauten. Da es nur im Ausnahmefall Schriftquellen zur Baugeschichte einer Dorfkirche gibt, sind Datierungsversuche mit erheblichen Problemen verbunden. Zumindest für die neuen Bundesländer wird, vor allem aufgrund der archäologischen Funde in der Niederlausitz, inzwischen davon ausgegangen, dass in den Gebieten des hochmittelalterlichen Landesausbaus in der Germania Slavica von den zuziehenden Neusiedlern zunächst Holzkirchen erbaut wurden.

Erst nach einem Abstand von 20 bis 30 Jahren, also etwa einer Generation, wurden die Holzkirchen durch Steinbauten ersetzt, vor allem um die beträchtlichen Baukosten anzusparen, denn die frisch gerodeten Felder brauchten erst einmal einen Vorlauf bis zum vollen Ertrag. Dabei wurde das Material verwendet, welches vor Ort zur Verfügung stand. Mangels Schriftquellen zum Baugeschehen werden meist Baumaterial und Grundrisstyp als Kriterien zur Datierung herangezogen. Diese Kriterien werden in die geläufigen Stilepochen eingepasst.

Verlauf: Bauherren, die genug Einkünfte haben, um sich den kostenaufwändigsten Typ zu leisten, sind auch diejenigen, die als erste die Holzbauten ablösen können. In den allermeisten Fällen zählen die Sakristeien nicht zum ersten Steinbau der Kirche, wurden aber oft noch im Mittelalter angebaut. Grüfte entstanden meist im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, Totenhallen in der Neuzeit. Jahrhunderts entstand aufgrund umfassender Veränderungen auf dem Land die sogenannte Deutsche Dorfkirchenbewegung.

Der Untertitel weist auf die inhaltliche Ausrichtung der Bewegung hin. In Österreich sind die Dorfkirchen durchwegs die katholischen Pfarrkirchen und Filialkirchen, viele kleine Weiler des Landes haben nur eine Ortskapelle. Die heute evangelischen Kirchen sind fast ausnahmslos sekundär. Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Band 4, Stuttgart 1958, S.