75 Jahre erlebte Zeitgeschichte PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Landwirtschaft und Entwicklung ländlicher Räume Ländliche Räume sind geprägt von der 75 Jahre erlebte Zeitgeschichte PDF, obwohl diese als Arbeitsplatz und Wirtschaftsfaktor stetig an Bedeutung verloren hat.


Författare: Diethelm Keil.

In "75 Jahre erlebte Zeitgeschichte" blickt Diethelm Keil auf die Erfahrungen seines Lebens zurück. Nach Schulzeit im "Dritten Reich" und dem Dienst als Luftwaffenhelfer studierte er Geschichte, Geographie und Französisch. Im Anschluss an kurze Tätigkeiten im Göttinger Arbeitskreis und im Pressebüro Schepky trat er in den Staatsdienst ein. Zuletzt war er Leitender Regierungsdirektor. Das Buch schildert diesen Lebensweg ebenso wie sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement für den Verein für das Deutschtum im Ausland, das Schlesische Museum zu Görlitz, die Vereine Deutscher Studenten und die Vereine Deutscher Hochschüler. Daneben gibt es einen Überblick über aktuelle Zeitfragen, für die sich Diethelm Keil interessierte und die er ausführlich kommentiert.

Welche Konsequenzen hat die Peripherisierung ländlicher Räume für die Landwirtschaft? EinleitungLändliche Räume sind vor allem geprägt von der Landwirtschaft, die bei der Flächennutzung in Deutschland mit einem Anteil von 54 Prozent dominiert. Einen eigenen Verlauf nahm die ostdeutsche Landwirtschaft. Dort war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs agrarischer Großgrundbesitz vorherrschend. Dieser wurde ab 1945 im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone entschädigungslos enteignet und dem Staat bzw. Parzellen an so genannte „Neubauern“ übertragen.

Die neu entstandenen Kleinbauernbetriebe wurden ab 1952 durch Kollektivierung zusammengelegt, so dass die DDR von sehr großen Produktionseinheiten geprägt war. Eine hohe Zahl kleiner Agrarbetriebe, die häufig im Nebenerwerb betrieben werden, steht einer kleinen Zahl großer Betriebe gegenüber: Nur 8 Prozent der Betriebe sind größer als 100 ha, bewirtschaften aber 50 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands. 15 Jahre nach der Einigung Deutschlands gibt es immer noch eine deutliche Zweiteilung der Agrarstruktur zwischen West- und Ostdeutschland. Auch der Arbeitskräftebesatz liegt in ostdeutschen Betrieben deutlich niedriger, und Familienarbeitskräfte kommen zu einem wesentlich geringeren Teil zum Einsatz.

Die Landwirtschaft differenziert sich also in Richtung Intensivierung oder Extensivierung bzw. Dabei nimmt die mittlere Betriebsgröße bei beiden Formen stetig zu. Die Größe eines Betriebes lässt jedoch keinen unmittelbaren Schluss auf den Intensitätsgrad der Bewirtschaftung zu. Zum Beispiel finden sich unter den mehrere tausend Hektar großen Betrieben in Ostdeutschland gleichermaßen hoch intensive und extensive Agrarbetriebe. Die Nutzung von Bioenergie diversifiziert die Agrarlandschaft und ermöglicht den Absatz neuer landwirtschaftlicher Produkte. Dadurch kann sie positive Beschäftigungseffekte und eine Wertschöpfung für den ländlichen Raum mit sich bringen.